Es geht zunächst wohl um die Planung. Oder Planierung?
Aber was soll man dazu sagen? Hängt doch wohl vom Kenntnisstand des Planers ab, inwieweit er Pflanzenarten und -sorten sowie deren Standortansprüche kennt.
Wer bewandert ist, hat so ein Beet ruckzuck geplant.
Dem stimme ich nicht zu! Eigentlich absolut nicht. Man könnte auch etwas polemisch sagen: je größer der Kenntnisstand ist, desto länger kann eine Planung dauern. Z.B. die schöne Kiesfläche mit den drei Buchskugeln: ich würde da einen eher mäßigen Kenntnisstand vermuten. Zudem würde ich unterstellen, dass die Planung nicht allzu lange gedauert haben dürfte.
In der Regel ist es doch so, dass Galabauer nicht so üppige Pflanzenkenntnisse haben und relativ schnell (und kostengünstig) eine Planung "hinzaubern". Wenn ich ein Staudenbeet für Pflanzenliebhaber mache, die gerne etwas mehr als zwei - drei Arten auf den 10 m² haben möchten, dann greift man entweder auf ein Standardsortiment zurück, welches man immer z.B. für sonnige Standorte verwende, oder ich versuche mich auf meinen Kunden einzustellen und das zu planen, was für ihn bei seinen Bedingungen das Richtige ist (das ist meine Methode). Dann wird überlegt, was für Farben er mag, ob eher große oder kleine Blüten etc. Manchmal möchten Kunden an gewissen Standorten keine hohen Stauden (weil das z.B. einen Blick versperrt), andere möchten nicht viel jäten und bekommen dann wüchsigere, robustere Stauden, während Gartenliebhaber auf 10 m² eher horstig wachsende Spezialschätzchen bekommen, die sich aber relativ schnell verabschieden können, wenn sich Brennesseln und co breit machen. Wer möchte, dem vergolde ich jeden cm² - da kommen dann noch Ziebelchen fürs Frühjahr rein und und und. Logisch, dass auch jeder m² wesentlich mehr Überlegungs- und Schreib-/Zeichenarbeit und Rechnerei kostet.
Neben dem etwas größeren Kenntnisstand erfordert so eine Vorgehensweise auch
etwas mehr Zeit, denn ein Beet für Kunden A kann in der Regel nicht einfach auf Kunden B übertragen werden. Und selbst mein persönlicher (natürlich fantastischer

) Geschmack kann nicht einfach dem Kunden aufgedrückt werden, wenn man sich als Dienstleister versteht...
Und der zweite Schritt ist fast noch langwieriger, zumal er gar nicht mehr das schöne Kreative an der Planung ist: ich habe im Kopf eine Pflanzenzusammenstellung fertig. Will der Kunde selber pflanzen? Dann braucht er eine ganz genaue Anleitung zu Bodenverbesserungsmaßnahmen und vor allem eine Stückzahlliste. Und die wird - je mehr verschiedene Pflanzen geplant werden - auch immer zeitraubender zu erstellen. Die pro Staude zuzuordnenden Flächen werden dann auf dem Plan ausgemessen und dann mit unterschiedlich großen m²-Stückzahlen multipliziert. Wenn ich in meinem Garten ein Beet neu gestalte, dann habe ich alle Zeit der Welt und fange mit einer Staude an, probiere die aus und irgendwann ist die groß oder ich kaufe noch ein bißchen mehr, wenn ich ohnehin gerade mal Pflanzen kaufe. Beim Kunden geht das nicht. Ein Beet zu planen heißt, dass das Beet danach einigermaßen "fertig" aussehen muss. Und auch da sollte man sich mit dem Kunden unterhalten, wie viel Geduld er noch hat, um Einzelpflanzen zusammenwachsen zu sehen.
Und wenn es wirklich gut werden soll, dann reicht das noch nicht aus: dann braucht der Kunde oder ausführende Betrieb in der Regel leider noch genaue Angaben, wo er die Stauden hinpflanzen soll. Ich meine: je nachdem, wer ausführt, reicht nicht eine Fläche mit der Bezeichnung "Miscanthus sinensis 'Morning Light', 5 Stück", sondern ich muss für jeden Pflanzplatz noch Kreuzchen machen. Denn offensichtlich haben Ausführende nicht immer die Kenntnis, dass ein Abstand zwischen zwei gleichen Stauden etwas kleiner gewählt werden könnte, als zwischen zwei verschiedenen. Manchen Menschen erschließt es sich auch nicht auf Anhieb, wie man z.B. 5 gleiche Stauden sinnvoll zusammen pflanzt: als Band? Als 5 wie auf einem Würfel mit einer Mitte? Als Niere? Aber auch das ist wieder keine Faustregel, sondern hängt von den Stauden und dem Plan ab.
Das heißt, dass zur Planung
eigentlich auch so etwas wie eine Baustellenleitung gehört. In der Regel sollte der Architekt die Pflanzen ausstellen. Anderes
kann (so meine Erfahrung) etwas ärgerlich werden. Eine mäßige Ausführung kann jeden guten Plan zunichte machen.
Also kurzum: es läßt sich keine Pauschalzeit für 10 m² Fläche sagen. Wie lange eine Planung für spezielle 10 m² dauert, weiss man leider erst hinterher, oder aber man agiert nach Schema F.
Liebe Grüße von Iris