Nicht in der Form; das Nachrechnen mache ich, um Erfahrungen zu sammeln, um einen guten Schätzwert abzugeben.
Ich schaue mir das Planungsgebiet an, spreche mit den Kunden und erst dann kann ich ungefähr abschätzen, wieviel Zeit es etwa kosten wird (das ist ja auch sehr von der Entscheidungsfreudigkeit, der Persönlichkeit und dem Geschmack der Kunden abhängig, nicht nur von meinen Ideen und den Bedingungen des Planungsgebietes). Wie schon gesagt: wenn der Kunde sich einen formalen Garten mit Buchskugeln in Gras vorstellt, dann habe ich lediglich mit einer einzigen Pflanze, möglicherweise in verschiedenen Größen zu tun. Der Aufwand ist dann wesentlich geringer als bei anderen Wünschen. Aber auch "reine" Staudenbeete können eher artenreich oder flächig geprägt sein. 10 m² Verbena bonariensis kann an der richtigen Stelle hervorrargend aussehen - der Planungsaufwand hält sich dann relativ gering, die Idee kann aber übrigens trotzdem "viel wert" sein.
Nach dem ersten Gespräch kann ich in der Regel einen Richtpreis auf dieser Basis abgeben und je nach Vereinbarung mit dem Kunden stundenweise oder pauschal abrechnen.
Während der Planung schreibe ich momentan die Studen einigermaßen auf, um mich selber zu überprüfen und zu kontrollieren, ob ich mich arg verschätzt habe. Mein Stundenlohn ist nicht ganz am Boden, so dass ich - wenn ich länger brauche - noch etwas Kulanzspielraum nach unten habe. Das finde ich für die Kunden immer angenehmer, als wenn nach oben korrigiert werden muss.
Achitekten rechnen soweit ich weiß ganz anders ab. Da geht es glaube ich eher darum, wie teuer das Gesamte wird und sie bekommen davon einen Prozentsatz. Das finde ich etwas komisch, weil der Planer dann natürlich ein persönliches Interesse daran hat, teuer zu planen... zudem hat er einen besseren Stundenlohn, wenn er eher monotone Pflanzungen mit wenigen Arten macht, für die man auch weniger Kenntnisse erfordert.
Ich möchte hier nicht mißverstanden werden: solche Flächen können einen sehr hohen ästhetischen Anspruch erfüllen und an den richtigen Stellen mehr als sinnvoll sein. Und dann ist es irgendwie ja auch berechtigt, dass der Architekt nicht nur für die Stunden Arbeitszeit, sondern auch für die Idee etwas mehr bekommt. (Das kann man aber auch über einen hohen Planungsstundensatz etwas ausgleichen).
Aber der Kunde ist doch König, oder? Und ich muss doch sehen, was zu ihm und seinem Garten ("feststehende Parameter: Licht, Boden...) passt! Für mich sind daher Pauschalaussagen über Planungskosten pro Fläche entweder ein intern ermittelter Durchschnittswert, mit dem man Kunden eine Orientierung geben kann oder Humbuck. Einen so intern ermittelten Durchschnittswert habe ich nicht, weil die von mir geplanten Gärten es noch nicht erfordert haben und alle komplett unterschiedlich und nicht vergleichbar sind.
Liebe Grüße von Iris