Der Standort ist wirklich ein ganz wichtiger Faktor. Zusätzlich ist es vorteilhaft Monokultur zu vermeiden. Das kann ansatzweise auch in reinen Rosenpflanzungen passieren indem vermieden wird nur Rosen einer Sorte oder Klasse zusammen zu pflanzen.
Herr Weingart z.B. hat auch immer sehr gesunde Rosen obwohl er aus Zeitgründen nie zum Spritzen kommt (er hätte eigentlich längst schon mal ein Bio-Siegel beantragen können

).
Das liegt laut Jürgen Weihrauch wahrscheinlich zum großen Teil daran, daß er keine großen Stückzahlen derselben Sorte anbaut sondern kleine Stückzahlen vieler Sorten und die auch noch relativ gemischt veredelt/aufpflanzt.
Diese guten Startbedingungen sind dann auch noch bei den späteren Containerpflanzen sichtbar.
Was die Düngung betrifft stimme ich auch zu, daß ein Zuviel sich mindestens genauso schädlich auswirken kann wie ein Zuwenig. Und der weitgehende Verzicht auf Mineraldünger zugunsten organischer Materialien hat sich auch bei meinen Rosen sehr vorteilhaft ausgewirkt.
Nicht ganz konform gehe ich mit der Empfehlung weitgehend aufs Wässern zu verzichten: Große Trockenheit bewirkt (auch bei Wildrosen an Naturstandorten!) Stress, der die Widerstandsfähigkeit gegenüber Schwächeparasiten erheblich mindert.
Natürlich sollte man nicht öfter gießen als nötig und wenn dann auch durchdringend (mindestens 10 Liter pro Pflanze, frühmorgens oder spät abends im Wurzelbereich).
Noch nicht etablierte Jungpflanzen und/oder Rosen in ungünstigen Bodenverhältnissen (sandiges Substrat z.B. oder solches das von Wühlmaus-/Maulwurfsgängen durchsetzt ist) brauchen in Trockenzeiten mindestens einmal pro Woche ausreichend Wasser um gut zu gedeihen und nicht durch Stress krank zu werden (bzw. sich durch Blattfall in kräftesparende Vegetationsruhe zu begeben - so könnte man das nämlich auch sehen).
Die Theorie, daß Rosen nur dann Tiefen-/Pfahlwurzeln bilden wenn sie nicht oder kaum gegossen werden ist nach meinen Beobachtungen an vielen (nicht nur im eigenen Garten) umgepflanzten Rosen kompletter Blödsinn: Nach Möglichkeit lasse ich meine Pflanzen nícht dursten, trotzdem sind die Wurzeln auch schon nach relativ kurzer Standzeit (1 bis 3 Jahre) so lang daß sie beim Umpflanzen gekappt werden müssen weil man gar nicht tief genug graben kann um sie in ganzer Länge rauszubekommen. - Es sei denn sie sind von Wühlmäusen abgefressen.
Rosen bilden Pfahlwurzeln weil das in ihrem genetischen Artprogramm so vorgesehen ist, nicht weil sie kein Wasser bekommen.
Eher ist das Gegenteil der Fall: Letzte Woche habe ich bei einer Bekannten Rosen ausgegraben die an sehr trockenen Plätzen standen und zu wenig Wasser bekommen hatten: Deren Wurzeln waren extrem unterentwickelt und sogar ein Ramblersämling war in vier Jahren Standzeit weder ober- noch unterirdisch mehr als zwei Zentimeter gewachsen.
Ich kann mir nicht vorstellen daß der/die Erfinder der "Wässern unterbindet Pfahlwurzelbildung"-Theorie schon soviele Rosen aus- und umgepflanzt haben wie ich (inzwischen schätzungsweise 1300 bis 1500 Stück)

Ohne Wasser gibt es kein nennenswertes Wachstum. Jeder,der seine Rosen stark zurückgeschnitten hat, wird bemerken daß sie erst nach längerem oder stärkerem Regen (oder entsprechenden Wassergaben) wieder richtig durchtreiben. Um Saft für das Wachstum von Trieben
u n d Wurzeln zu bilden wird eben Wasser benötigt.
Die Lebenszyklen von spezialisierten Wüstenpflanzen zeigen das auch: Nur nach Regenperioden entfalten sie ihre kurze, vegetative Tätigkeit, in der Trockenzeit verharren sie in Stagnation.
Die sind aber evolutionstechnisch an Trockenheitsstress angepasst, Rosen als überwiegend ehemalige Waldrandpflanzen
vertragen ihn nicht so gut.
Daß es kontraproduktiv ist, Rosen bei Trockenheit kurz mit dem Sprenger abzuduschen oder ihnen täglich Mini-Wassermengen zu verabreichen, ist völlig klar. Das wäre in etwa so hilfreich, wie einem Verdurstenden alle Viertelstunde ein Glas Wasser zu zeigen
