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Autor Thema: Primelaussaat  (Gelesen 4325 mal)

graugrün

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Primelaussaat
« am: 30. November 2008, 12:01:43 »

Hallo und einen schönen 1. Advent!

ich möchte einen relativ großen,dichten alten Gehölzstreifen aus Wildgehölzen aufasten und teilweise unterpflanzen, denke dabei an Aussaat von Primeln zum Beispiel, die ich selbst anziehen möchte und später an Ort und Stelle einpflanze.
Welche Sorten eignen sich hierfür und in wieweit sind die Jungpflanzen trockenheitstolerant, sodaß sie evtl auch einen langen Sommer überstehen können? Gibt es da Unterschiede oder habt Ihr noch andere Ideen für infragekommende Pflanzen? Bodenbeschaffenheit kalkhaltiger Lehm, im Winter eher nass, im Sommer eher trocken.
Liebe Grüße
graugrün
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pearl

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Re:Primelaussaat
« Antwort #1 am: 30. November 2008, 15:53:40 »

Primeln lieben es im Winter trocken und im Sommer nass
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graugrün

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Re:Primelaussaat
« Antwort #2 am: 30. November 2008, 16:10:36 »

  :-\
na, da ist guter rat dann aber teuer. womit könnt ich dann bloß den "waldgarten" anlegen?
buschwindröschen, die wachsen hier auch wild, aber die sind bekanntlich ja nur sehr kurze zeit im jahr zu sehen.
da muß ich aber noch ein bissl rumhören.
vielen dank schonmal
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pearl

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Re:Primelaussaat
« Antwort #3 am: 30. November 2008, 16:39:21 »

Primula elatior kannst du auf jeden Fall nehmen. Das ist die dankbarste Art, die sich auch gut versamt und selber für größere Bestände sorgt. 2 bis 3 Pflanzen sind nötig, sie ist selbststeril.

Im Gehölz das ganze Jahr was blühendes, das möchten manche gerne, aber das hat die Natur anders eingerichtet. Mit Frühjahrsblühern. Primeln blühen auch nur im Frühjahr. Martagonlilien für danach und für den Herbst Cyclamen hederifolium. Das sind die spektakulärsten, die mir auf Anhieb einfallen und die sich auch ohne Nachhilfe an geeigneten Standorten gut vermehren.
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Susanne

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Re:Primelaussaat
« Antwort #4 am: 30. November 2008, 17:35:52 »


Primula veris und Hybriden davon mit anderen Primeln, hauptsächlich Primula elatior, versäen sich bei mir von selbst an solchen Stellen. Meiner Erfahrung nach sind sie ziemlich hart im Nehmen, vorausgesetzt, es gibt im Winter eine schöne Laubdecke und im Sommer ab und an mal etwas Regen.

Es sind Kaltkeimer, deshalb würde ich jetzt in Anzuchtkisten aussäen und draußen keimen lassen. Anschließend kannst du die Pflänzchen im Frühjahr oder im nächsten Herbst auspflanzen, je nachdem, wie groß sie sind.
Am besten den Boden unter dem Gehölzstreifen lockern und mit Kompost verbessern, dann die Primeln etwas vertieft pflanzen. Sie mögen das. Im ersten Jahr darauf achten, daß sie nicht zu trocken stehen.

Meine Primeln bekommen im Herbst dann noch mal eine Schüppe Kompost auf den Kopf, so gedeihen sie prima und vermehren sich reichlich.
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lerchenzorn

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Re:Primelaussaat
« Antwort #5 am: 30. November 2008, 18:10:12 »

Ist´s im Garten oder draußen in der Landschaft? Im Garten musst Du ja nicht bei den Heimischen bleiben, die machen nach dem Frühling fast alle nur noch Grün.

Pearl, so schlimm ist´s mit der Trockenphobie der heimische Wildprimeln nun auch wieder nicht. Bei mir stehen sie alle im (humosen) Sand und müssen ohne Bewässerung über längere Hitze- und Trockenperioden kommen. Das haben sie immer geschafft, sie ziehen sich einfach auf einen unverwüstlichen Kern zurück. Sehr gut ist auch Primula vulgaris, die Kissenprimel, am robustesten in der Wildform.

Für Frühsommer und Nachblüte: Pyrenäen-Scheinmohn (Meconopsis cambrica), der sich üppig selbst aussät. Für das späte Frühjahr, falls Du nicht in der kältesten und auch noch trockensten Ecke wohnst, liefert das Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) ein tolles Blau oder ihre robustere Verwandte Hyacinthoides hispanica ein etwas bescheideneres.

Für den Hochsommer fällt mir auch nicht viel Blühendes ein.
« Letzte Änderung: 30. November 2008, 18:11:33 von lerchenzorn »
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graugrün

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Re:Primelaussaat
« Antwort #6 am: 30. November 2008, 18:18:34 »

oh, vielen dank! das werd ich machen.

pearl, es geht mir nicht zwingend um etwas blühendes. Die Situation ist halt so, daß dieser Streifen Weißdorn, Liguster,Wildrosen- Hartriegel-Gestrüpp einen relativ großen Teil meines Geländes einnimmt, um genau zu sein, teilt er das Gartengrundstück in der Mitte der Länge nach. Die meisten haben mir geraten, den Forstmulcher zu bestellen, doch die Vogelwelt in diesen Sträuchern ist einfach traumhaft, ich möchte das auf keinen Fall.
Da das Gelände nun aber über 200 m lang ist und somit die Anzahl der benötigten Pflanzen auch relativ groß, obwohl ich nur gewisse Partien hier und da mal bepflanzen will,
hab ich mir überlegt, etwas selbst auszusäen.
Hasenglöckchen sind auch auf der Liste, lerchenzorn, davon hab ich mir schon einiges vermehrt, dieses Frühjahr gehts weiter damit.
Meconopsis, das wäre toll, aber ist der nicht kalkfliehend?
LG graugrün

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lerchenzorn

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Re:Primelaussaat
« Antwort #7 am: 30. November 2008, 18:27:00 »

kalkfliehend? Das weiß ich nicht, weil Kalk hierzulande kein Problem ist. Käme auf eine Probe drauf an. Samen gibts davon zu Millionen. Wenn Du etwas brauchst, schreib eine PM, ich habe etwas da, was sonst ins Samentauschpaket geht. Im nächsten Jahr könnte ich mehr sammeln.

Wenn Du die Fläche einfach nur gut strukturiert haben möchtest, sind immergrüne und einfach wachsende Blattschmuckstauden angebracht, die sich selbst gut versamen: Lungenkräuter, manche Farne, Leberblümchen.
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Guda

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Re:Primelaussaat
« Antwort #8 am: 30. November 2008, 18:48:02 »

Meconopsis cambrica kommt sehr gut mit Kalk zurecht! Ich würde sagen, wir haben die gleichen Standortbedingungen wie Du.
Für den Gehölzrand eignen sich hervorragend die wilden Helleborus, an erster Stelle H. foetidus. Digitalis, Alchemilla; Leberblümchen und Alpenveilchen wurden schon genannt. Primula veris und elatior gedeihen besser als Du Dir nach fünf Jahren wünschen wirst. Frühlingsplatterbse, für spätere Zeiten Eisenhut. Auch Geranium nodosum oder Oxonianum- Sorten kämen infrage. Sterndolde und Akelei gehören auch zu den wüchsigen Pflanzen für den Standort, sind aber durch Selbstaussaat genau so gefährlich wie Geranium und Frauenmantel. Vor ihnen muss ich warnen, auf unserem Boden sind sie mehr als invasiv und lassen sich schwer entfernen, vor allem, wenn sie sich in Wurzelnähe der Gehölze ansiedeln.
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pearl

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Re:Primelaussaat
« Antwort #9 am: 30. November 2008, 19:12:03 »

so wie die Sache aussieht kann man dir, graugrün, auch zu Euphorbia robbiae und Euphorbia amygdaloides 'Purpurea' raten. Es ist mit den von Guda erwähnten Frühlingsplatterbsen in unseren Wäldern vergesellschaftet. Außerdem mit Leberblümchen und Lungenkraut.

Ich empfehle dir Geduld. Schaff dir von allem was wir dir geraten haben jeweils 2 oder 3 Pflanzen an und schau zu, was die dann daraus machen. Das macht am meisten Freude. Wolfsmilch, Euphorbia, wird sich schon in einem Jahr zu einem schönen Bestand entwickeln, und immer neue Sämlinge um sich schmeißen.

Primula elatior auch.

Es ist nämlich so, dass das Aussäen zwar sehr viel Freude macht, aber bei manchen der Arten ist es auch wenig erfolgversprechend aus Samentütchen etwas hervorzuzaubern. Es sind vor allem Pflanzen, deren Samen schwer keimt, oder nur bei Frost keimt. Meine Primula Cowichan habe ich alle selber gezogen, was eine irre Arbeit war. Danach hatte ich allerdings mehrere Steigen voll Sämlingen. In allen Farben. Und nicht nur die geschminkten, die es im Supermarkt gibt, sondern schöne dunkle samtige Töne.

In Falle deines Gehölzes würde ich tatsächlich auf Gartenformen der Primeln verzichten und die Himmelsschlüssel in großen Beständen bevorzugen. Die Stammform der Kissenprimel Primula vulgaris subsp vulgaris ist auch unkompliziert. Man brauch sie nicht teilen, was man bei allen anderen Polyantha Primeln machen muss um sie zu erhalten.
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lerchenzorn

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Re:Primelaussaat
« Antwort #10 am: 30. November 2008, 19:12:04 »

Na, das wird doch schon ganz bunt. Und vieles davon bekommst Du hier im Forum vielleicht preiswert oder umsonst als Saat, wenn Du noch ein Jährchen warten kannst. Die Farbe auf der Fläche wird sich dann erfahrungsgemäß nach den Potenzgesetzen richten.
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pearl

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Re:Primelaussaat
« Antwort #11 am: 30. November 2008, 19:16:00 »

nun, von P.elatior habe ich immer Sämlinge übrig und ein Helleborus foetidus Sämling leuchtete mir heute aus einem Kübel im Wintergarten entgegen.

graugrün, warts mal ab, im nächsten Frühjahr kannst du dich nicht retten. Ach, so, ja, Euphorbia robbiae muss ich auch immer wieder im Zaum halten. Gut, wenn man jemanden weiß, der das Zeug alles gut gebrauchen kann.
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Staudo

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Re:Primelaussaat
« Antwort #12 am: 30. November 2008, 19:31:18 »

Das kommt immer auf die Gegend an.

Euphorbia a. robbiae hat bei mir noch nie einen kalten Winter überlebt, Alchemilla mollis (Frauenmantel) braucht schon ein Minumum an Wasser um vernünftig auszusehen, Sterndolde (Astrantia) bekommt selbst in den Töpfen und im Halbschatten bei heißen Ostwinden Trockenschäden.

Eine Menge Ratschläge sind hier genannt.


Bei mir halten die dunkellaubigen Typen von Primula elatior am besten aus.
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Es könnte mal wieder regnen.

graugrün

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Re:Primelaussaat
« Antwort #13 am: 30. November 2008, 19:32:37 »

also, primula veris wächst hier wild in großen beständen, hauptsächlich aber in den sonnigeren bereichen, ich vermute mal, weil da nicht so viel wasser weggetrunken wird als unter den gehölzen. ich geb euch recht, hier und da werden sie einem fast schon unangenehm, in den rasenwegen zum beispiel. ich werde sie dort ausbuddeln und in den gehölzstreifen bringen.
Euphorbien sind ja traumhaft schön, eine gute Idee. Funkien, na, ob die die Schneckeninvasion im Frühling überleben?
Helleborus foetidus tut sich bei mir mit der Selbstaussaat etwas schwer, die bestehenden drei Pflanzen weigern sich standhaft, Nachwuchs zu produzieren, obwohl sie, wie es sich gehört, immer fein blühen.
Ich denke, mit dem Aussäen lassen ist das hier auch durch die Schnecken ziemlich problematisch.
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pearl

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Re:Primelaussaat
« Antwort #14 am: 30. November 2008, 23:40:57 »

Euphorbia a. robbiae hat bei mir noch nie einen kalten Winter überlebt,

dann Euphorbia amygdaloides 'Purpurea'

Zitat
Alchemilla mollis (Frauenmantel) braucht schon ein Minumum an Wasser um vernünftig auszusehen, Sterndolde (Astrantia) bekommt selbst in den Töpfen und im Halbschatten bei heißen Ostwinden Trockenschäden.

völlig richtig.

Zitat
Bei mir halten die dunkellaubigen Typen von Primula elatior am besten aus.

Damit meinst du die von mir erwähnten Primula Polyantha, die hochstengeligen Frühlingsprimeln in allen Farben, die dunkles Laub haben. Sie sind auch bekannt unter Primula Cowichan. Meiner Erfahrung nach ist es gut sie zu betreuen. Teilen und mulchen und nachschauen, ob sie im Sommer völlig eintrocknen und eventuell erlesene Exemplare ausbuddeln und in Komposterde pflanzen, die Engländer sagen hinter der Küchentür, ich nenne es meinen Kompostplatz am Haus.
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