Sorry, meine Definitionen waren absichtlich auf die Spitze getrieben.

Aber ihr habt mir den Anlass dazu gegeben. Schubladendenken ist wirklich nicht meines. Jeder soll tun, wie er will.
Ich glaube, hier muss ganz kurz der Begriff "selten" unter die Lupe genommen werden. Die Ästhetik wurde schließlich schon genug und bis zum Exzess durchgekaut.
Für den Einen ist ein panaschierter Löwenzahn etwas total Besonderes, für den Zweiten stellt eine tief gefüllt blühende Iris pseudacorus der letzten Schrei der gesuchtesten Raritäten dar, der Dritte kultiviert Endemiten vom Format einer weiß blühenden Jankaea, hat Ehrfurcht davor und ist berechtigt stolz darauf.
Die große Mehrheit der Gartenliebhaber erkennt in den meisten Fällen keine Raritäten. Ihr ist dies außerdem vielfach egal. Für viele sind die berühmten "karierten Maiglöckchen" das Nonplusultra. Und dies sollte man auch respektieren. Wer kennt denn schon von der Bevölkerung panaschierte Maiglöckchen? 0,005 Prozent vielleicht. Manche sind der Meinung, ihr benachbarter Baumarkt hätte seltenere Pflanzen. Und wir promoten seltene Pflanzen für jedermann.
Zazoo, habe ich generell abwertend geurteilt? Wenn dies so rüber kam, tut es mir leid. Ich würde nicht einmal die Leute mit der dicken Brieftasche abwerten, denn von denen leben wir schließlich und endlich. Auch diejenigen nicht, die Kulturfehler begehen. Denn dies kann selbst dem Besten passieren. Es war lediglich gemeint, dass heutzutage jeder Hansdampf an Seltenheiten gelangt und diese ohne die geringst Vorahnung in sein Gärtlein setzt, auch wenn diese ihn eigentlich überfordern. Aber ändere das einmal! Ich habe nun mal mehr Respekt vor einem Frauenschuh wie vor einer Wegwerfbegonie. Und ich weiß, dass ich mich mit meiner Meinung hier auf dünnem Eis bewege. Aber eine reine Sprache zu sprechen ist immer noch ehrlicher, auch wenn es manche nicht hören wollen.
Nach Somaliland kommt man auch hin, ohne Urlaub zu machen.
