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25. September 2017, 11:52:57
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Autor Thema: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen  (Gelesen 1004 mal)

thuja thujon

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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #15 am: 02. März 2017, 23:04:37 »

Um die Verwirrung zu komplettieren:

M9er Steckholz im Topf zum Kreis gebogen, mit Draht am Stamm fixiert, somit auf dem Katzenbuckel 3 ziemlich gleichmäßige Austriebe mit genug Abstand zueinander provoziert.
Diese veredelt und alles hängende Holz entfernt.


Nach Jahren siehts so aus:


Schlesicher Lehmapfel, schwarzschillernder Kohlapfel und Heimeldinger halbwegs ausgeglichen auf einem Baum, alles 3 recht wüchsige Streuobstsorten. 


Das wäre durchaus auch eine Methode ähnlich wie der Drilling, um mit stärkeren Unterlagen die Pflege zu minimieren bzw Standortverhältnisse auszugleichen, ohne gleich eine Rakete im Garten stehen zu haben.

Bei den Birnen was abgucken, die haben schon länger den Bibaum. Der aber oft ungleichmäßig ist, deswegen der Umweg mit dem Katzenbuckel und den 3 gleichwertigen Trieben bei mir.
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cydorian

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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #16 am: 03. März 2017, 10:49:18 »

Probleme könnte es wegen schwacher Wuchskraft und früher Vergreisung aufgrund der weit hochgezogenen Unterlage geben (je höher die Veredelung beginnt, desto schwächer der Wuchs), ausserdem mit der Stabilisierung des Bäumchens. Die drei gehefteten Eisenstangen für jede Ast-Sorte sind wirklich nötig.

Wir schon öfter beschrieben, hat man früher auf mittelstarkwachsender Unterlagen mehrere Sorten veredelt, wenn man viele Sorten auf wenig Raum wollte. Das ist zwar auch mehr Aufwand, den Baum im Gleichgewicht zu halten, ergibt aber langlebigere und robustere Bäume.
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b-hoernchen

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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #17 am: 03. März 2017, 20:28:14 »

Danke für euer Engagement, auch dir, tt, für die Bilder!

Tja, was will ich? Ich möchte die Vorzüge der stärkeren Unterlage (Reifezeit und Lagerbarkeit der Früchte) mit möglichst nicht allzu hoher Baumgröße verbinden.
Ich weiß ja nicht, ob du das verfolgt hast, aber bei den alten Sorten bin ich auf M9 übeerhaupt nicht glücklich geworden - die Äpfel werden zu früh reif, leiden in hohem Anteil an physiologischen Störungen und sind kaum lagerbar.
Wie sieht das eigentlich bei dir aus mit deinen alten Sorten auf M9, tt?

Mein Seestermüher (eine angeblich gegen Pilzkrankheiten resistente Sorte) hat darüberhinaus an der Veredelungsstelle ganz böse Krebs.

Ich will mich jetzt aber nicht von allen alten Sorten trennen. Sämlingsunterlagen-? Ich merk' doch mein Alter, die waghalsigen Kletterpartien, die  ich im Bauerngarten hinlege, machen mir immer weniger Spaß. Mit den Beinen 5, 6 Meter über dem Boden um an Äpfel zu kommen, die in 8 bis 10 Meter Höhe wachsen - da wird mir schwummrig.  Also der Gedanke, mittelstarke Unterlage nehmen, interessante Sorten draufveredeln und dann - so gut es geht - im Wuchs begrenzen.

Das mit dem kastrierten Fruchtholz kann ich gut nachvollziehen. Darum wird ja auch bei Öschberg nicht waagrecht gestellt.  Vielleicht hieße die Lösung "dosiert" flacher binden, damit der Baum in die unteren Ästen noch genug ausreichend Wuchskraft investiert. "Dosiert" hieße wohl auch, individuell, abhängig von der Höhe im Baum einen Winkel zu finden, der die Balance aus Fruchtbildung und Wachstum wahrt?

Noch eine Frage zu "auf Umkehrauge  schneiden": Das bedeutet doch, dass man nicht auf das Auge schneidet, das in die gewünschte Richtung weist, sondern auf ein darüberliegendes, welches in die "falsche" Richtung schaut - und dann im nächsten Jahr den Trieb aus dem "falschen" Auge wegschenidet und den aus dem darunterliegenden gewünschten Auge behält... ist das so einigermaßen richtig-?
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DaAringer

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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #18 am: 03. März 2017, 21:23:11 »

Hallo b-hoernchen
komme aus der gleichen Gegend und kenn deine Probleme mit alten Sorten auf M9 auch . Reifeverfrühung , physiologische Störungen und verminderte Lagerdauer sind auch mir bekannt. Spindelerziehung auf mittelstarken Unterlagen  M7 , MM106, M4 hab ich auch schon probiert. Der Erfolg mehr schlecht als recht. Die Bäume wachsen zu stark und produzieren zu viel Link entfernt!1 Erziehung als Pyramidenkrone wäre besser gewesen . Mit formieren und waagrechtbinden kann man die Wuchskraft dieser Unterlagen mit aufveredelten alten Sorten , nur minimal Link entfernt!1 Sorten habe ich auf M9 und B9 , was recht gut funktioniert. James Grieve ist auch auf M26 gut zu erziehen gewesen . Meine alten Sorten hab ich auf Mehrsortenbäume/Hochstamm aufveredelt.
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Ayamo

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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #19 am: 03. März 2017, 22:11:35 »

Noch eine Frage zu "auf Umkehrauge  schneiden": Das bedeutet doch, dass man nicht auf das Auge schneidet, das in die gewünschte Richtung weist, sondern auf ein darüberliegendes, welches in die "falsche" Richtung schaut - und dann im nächsten Jahr den Trieb aus dem "falschen" Auge wegschneidet und den aus dem darunterliegenden gewünschten Auge behält... ist das so einigermaßen richtig?

So ist es.  :)
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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #20 am: 04. März 2017, 07:53:07 »

Glaub es wurde schon kurz erwähnt hier, aber vielleicht könntest du das Wachstum mit einem Bibaum (http://www.agrar.steiermark.at/cms/dokumente/11302381_13888112/cc82e428/2013-03%20Bibaum%20neues%20Anbaukonzept%20mit%20vielen%20M%C3%B6glichkeiten.pdf) auf mittelstarker Unterlage etwas bremsen. Sprich zwei Spindeln auf einer Unterlage. Da könntest du dann auch gleich zwei unterschiedliche Sorten verwenden und hättest eine größerer Vielfalt.
Vielleicht könnte man dieses Konzept auch für mittelstarke Unterlagen weiterentwickeln und statt zwei noch mehr "Leitäste" nach oben ziehen. Dadurch könnte das Wachstum noch weiter gebremst werden.
Ich hab leider keine eigenen Erfahrungen dazu, ist auch viel Konjunktiv. Aber vielleicht wäre es eine Möglichkeit für dich.
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thuja thujon

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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #21 am: 30. Juni 2017, 22:18:23 »

Hat jemand Erfahrung mit Bibäumen (Apfel) in Reihe, aber nicht je ein Trieb nach links und rechts gezogen, sondern jeweils aus der Reihe raus?

Ich habe noch Platz für 9 Bäume, Länge begrenzt, breite egal, und eher zu wüchsiger Boden, so dass ich Bibäumen auf M9 durchaus zutraue, die nächsten Jahre hier zu funktionieren.

Mich interessiert vor allem die Selbstbeschattung und neben der damit verbundenen Qualität der Früchte und die Verkahlung der Triebe im unteren Bereich der Seite, welche am wenigsten der Sonne ausgesetzt ist.
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thuja thujon

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Re: Apfel - Spindelerziehung auf "stärkeren" Unterlagen
« Antwort #22 am: 24. September 2017, 23:15:16 »

Hallo b-hoernchen
komme aus der gleichen Gegend und kenn deine Probleme mit alten Sorten auf M9 auch . Reifeverfrühung , physiologische Störungen und verminderte Lagerdauer sind auch mir bekannt.
Hier mal aktuelle Fotos von 2 roten Berlepsch auf M9. Das was unter dem hinteren Bäumchen liegt, ist getropft. Also abgefallen, bevor es reif war. Die am Boden liegenden kann man zwar essen, aber taugen geschmacklich mehr für die Tonne. So sind wenigstens 50% für den Müll, abzüglich 50% Schaden an den reifen, das macht rund 25% erntefähige Äpfel.
Ich denke, das ist ein Wert, mit dem man sich bei Spindeln ohne optimale Pflege anfreunden muss.
Macht man nur das nötigste an Pflege, muss man evtl auf diesen Wert noch hinarbeiten. Das soll nun kein Vorwurf sein, aber gutes Obst gibts nur von Bäumen in gutem Kulturzustand, und da verlangen die Spindeln einem einiges ab. Wenns so aussieht wie auf dem Foto, ist viel schief gelaufen...

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