Wie ist es mit dem düngen
Was bzw. ob man düngen soll, hängt vom konkreten Boden ab und zumindest alle paar Jahre sollte man mal eine Analyse machen lassen.
Es gibt aber etwas Allgemeingültiges.
1. ca. 50 % und mehr von Pflanzenasche sind Kalzium- und Magnesiumoxid, d.h. Pflanzen zehren am meisten diese Elemente aus. Magnesium wird vor allem für das Chlorophyll gebraucht. Man kann ohne Risiko 2 bis 3 mal im Jahr eine halbe Hand voll Gartenkalk pro Rebe streuen, da eine Überdüngung kaum möglich ist. Bestens geeignet ist Gartenkalk mit 30 % Magnesiumkalk. Wer auf Kalkboden wohnt, z.B. in Jena, braucht nicht so viel zu Kalken oder führt das Magnesium anders zu.
2. Stickstoffdünger: Reben nehmen Stickstoffdünger, z.B. Blaukorn, Hornspäne, Mist ... recht übel, weil das vegetative Wachstum (Blätter) gefördert und das generative Wachstum (Trauben) gebremst wird.
3. ca. 3 Mal im Jahr gieße ich die Reben und das ist vor allem auch bei Sandböden sehr wichtig. Bei gut löslichem Dünger muss man sehr vorsichtig sein, da man schnell überdüngen kann. Ich rühre da eine Brühe wie folgt an:
- Eisensulfat - sehr wichtig für Chlorophyll vorbeugend, weil Eisenchellat für Blattdüngung sehr teuer ist.
- Magnesiumsulfat (Bittersalz) für die User, die schon kalkreichen Boden haben
- Blumendünger mit Mikronährstoffen - gibt es als 1 l - Flaschen, wichtig ist, dass in der Inhaltsangabe Spurenelemente aufgeführt werden, z.B. Bor, Mangan ...
4. Ab August sollte man einen Kaliumdünger geben, um die Holzreife und damit die Winterfestigkeit zu verbessern.
Ich gebe auch mal eine Hanvoll reifen Komposts, aber erst ab 2 Jahren Standzeit!!!
Allgemein: Wein und Tafeltrauben erfordern eher weniger Dünger. Wichtig ist vor allem die Versorgung mit Magnesium, Eisen und Spurenelementen.
Bei sandigen Böden eher öfters, aber kleinere Mengen düngen - geht sonst nur ins Grundwasser.
Auf keinen Fall Mist, Hornspäne und Stickstoffdünger geben.
Zur Blattdüngung:
Diese ist vor allem bei Chlorose erforderlich: Etwas Eisenchellat und Magnesiumsulfat auflösen und Spritzen.
Ein weiterer Grund für "Blattdüngung" ist die Lücke im Pflanzenschutz infolge der Wartezeiten der Antipilzmittel.
In dieser Zeit kann man gegen Oidium Molke (10 %) und gegen Pero Kaliumphosfit spritzen - mindestens 1 mal pro Woche. Beide Mittel besitzen keine Wartezeit und können bis zuletzt gespritzt werden. Das "Phosphit" im Kaliumphosphit wirkt gegen Pero und das Kalium befördert die Reife.
Zur Holzasche:
Pro:
- ideale Zusammensetzung der Nährstoffe und kein N enthalten
Kontra:
- nur Asche von unbehandelten Holz verwenden
- in frischer Asche liegen die Nährstoffe als Oxide vor und diese sind stark basisch - wie Branntkalk
Am Besten ist, die Asche ein paar Wochen abzulagern. Mit der Luftfeuchte wandeln sich Kalziumoxid und Magnesiumoxid in Karbonate um. Kontrolle mit Lackmuspapier!
Wenn sich das Papier nicht mehr blau verfärbt, ist die Asche neutralisiert und kann ausgestreut oder besser auf den Kompost gestreut werden.