Ich würde gerne die grundlegenden Zusammenhänge zum Thema Düngung besser verstehen (nicht nur was Tafeltrauben angeht).
Der Nährstoffbedarf und damit die Düngung sind für verschiedene Pflanzenarten unterschiedlich. Für Wein und Tafeltrauben steht hier etwas zur Düngung:
https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/,Lde/670254Mit Kompost kann man immer düngen, aber es ist empfehlenswert, vor der Gabe von Mineraldünger eine Bodenanalyse machen zu lassen. Außer bei Sandböden sind Gartenböden tendenziell überdüngt und blindes Weiterdüngen verschlimmert es nur, von den Kosten für den Mineraldünger mal abgesehen. Eine Überdüngung mit einem Nähstoff kann die Aufnahme anderer Nährstoffe blockieren, so dass ein Mangel entsteht, obwohl genug im Boden vorhanden ist.
Wenn man weiß, was für Nährstoffe überhaupt gebraucht werden, gelten folgende allgemeine Tipps für Reben:
- Der Hauptnährstoffbedarf an Mineralien besteht an Ca und Mg (zusammen mehr als 50 % der Pflanzenasche). Falls man keinen kalkreichen Boden hat, sollte man jährlich ca. eine 1/4 Hand voll pro Rebe geben. Form: Dolomitkalk, weil Ca und Mg als Karbonat gebunden und über viele Monate frei gesetzt werden.
Ca, insbesondere in löslichen Formen, ist nicht so gut, da dann die Aufnahme von Fe behindert wird, was zur Chlorose führen kann.
- Granulierter Dünger, der die Nährstoffe langsam freisetzt ist besser als wasserlöslicher Dünger mit Ausnahme bei Chlorose.
- Stickstoffhaltige Dünger nur im Frühjahr geben, fördert das vegetative Wachstum (Blätter), behindert aber das generative Wachstum (Trauben)
- Falls die Analyse des Bodens kein Überangebot an K zeigt, dann kaliumhaltigen Dünger im August ... Anfang September geben, da das die Holzreife und damit die Winterfestigkeit fördert.
- Bei Chlorose mehrmals Blattdüngung mit Gartenspritze: Mischung aus Magnesiumsulfat und Eisensulfat (niedrige Konzentration!), besser statt Eisensulfat Eisenchelat (recht teuer, aber bessere Aufnahme), Achtung: Eisensulfat ist ätzend und giftig! Arbeitschutz beachten! Zur richtigen Konzentration für die Blattdüngung findet man Angaben im Internet, bei Eisenchelat oft auch auf der Verpackung. Im Zweifel die niedrigere Konzentration wählen und lieber mehrmals Spritzen. Einige Rebsorten vertragen z.B. bei Eisenchelat nur max. 0,2 ... 0,25 %, andere Reben max. 0,5 %. Vorbeugend: 0,05 ... 0,1 %.
Im Zweifelsfall ist weniger Düngen besser, denn die Reben holen sich Ihr Wasser und ihre Nährstoffe mit der Lebenszeit aus immer größerer Tiefe, erwachsene Reben aus ca. 7 ... 11 m.
Vorbeugende Blattdüngungen mit Eisenchelat sind nicht verkehrt. Das Blattgrün wird intensiver und damit leistungsfähiger. Das Fe und das MG werden für das Chlorophyll benötigt. Formeln des Chlorophyll nur mit Mg sind falsch, auch Eisen ist zentrales Element. Das kann jeder selbst beweisen, wenn man z.B. zu hellgrünem Rasen, Reben oder anderen Pflanzen Eisendünger gibt.
Dung und Mist sind m.E. nicht geeignet, da zu scharf.
Blattdüngung mit Kaliumphosfit stärkt die Reben gegen Pero. Keine Wartezeit vorgeschrieben.