Willkommen, Gast. Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.
News: ihr habt mich angefixt
ich hab mir auch ein krankgelbes herz mitgenommen ;) (lord waldemoor)
Willkommen, Gast. Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.
26. April 2018, 00:19:38
Erweiterte Suche  
News: ihr habt mich angefixt
ich hab mir auch ein krankgelbes herz mitgenommen ;) (lord waldemoor)

Neuigkeiten:

|7|4|Jetzt habe ich als allererstes mal nach Hosta "Tattoo" gegoogelt. Dieses Forum macht wuschig.  >:(  Hübsch isse ja. (marygold)

Seiten: 1 ... 541 542 [543]   nach unten

Autor Thema: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)  (Gelesen 1274153 mal)

Schalli

  • Jr. Member
  • **
  • Offline Offline
  • Beiträge: 228
  • 6 km bis zum Mittelpunkt Sachsens, 350m
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8130 am: 16. April 2018, 14:15:10 »

Hallo Tafeltraubenfreunde,

Wie würdet Ihr verfahren , folgendes Problem :
musste jetzt leider feststellen das zwei vierjährige Reben Mäusen zum Opfer gefallen sind  - eine in ca. 10cm Tiefe komplett abgenagt  / tot ,
die andere auch die Hauptwurzel durchtrennt, hat allerdings noch einige Feine Wurzeln über der abgenagten  Stelle - Überlebenschance / Erholungschance ?
Macht es Sinn  die Rebe bis kurz über der Veredlungsstelle rückzuschneiden oder verursacht diese zusätzliche Große Wunde nur zusätzlichen Stress / Stanndurchmesser ca.2Euro  Stück , sehe da die Gefahr da die wenigen Wurzeln ja nicht viel Saft  bringen das sie dann erst recht an der schnittwunde austrocknet  -- Wie sieht ihr das / Erfahrungen diesbezüglich ?
Gespeichert

Dietmar

  • Master Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 3676
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8131 am: 16. April 2018, 16:52:04 »

Deine Frage kann ich nicht beantworten, aber gefühlsmäßig würde ich auf mindestens 2 Augen über die Veredelungsstelle zurück schneiden. Das müsste aber recht schnell passieren. Im "Holz" sind Reservestoffe gespeichert, welche den Neuaustrieb befördern. Ist der Stamm schon dicker, erkennt man schlafende Augen kaum noch. Dann die Ruten (max. 2 Stück) auf zwei Augen schneiden. Ich würde mir aber keine überzogenen Hoffnungen machen. Vorsichtshalber würde ich mal recherchieren, was als Ersatz gepflanzt werden könnte.

Auch bei mir haben Mäuse (kleinere Bauart, vermutlich Feldmäuse, keine Wühlmäuse) über Winter schon etliche Reben abgetötet. Diese haben im Frühjahr zwar meist noch einmal ausgetrieben, aber spätestens Mitte Juni waren die Reservestoffe im Holz alle und die Blätter und die Rebe sind abgestorben.

Fazit:
- keinen Rasenmulch, Stroh oder Unkrautvlies unter die Reben. Das fördert die Mäusevermehrung enorm.
- Wenn Mäuselöcher zu sehen, dann unbedingt sofort bekämpfen
- Was nicht hilft: Duftkügelchen aus dem Gartenmarkt, Mausefallen, Schwefelgase, mit Wasser füllen, solarbetriebene Rüttler ...
- was hilft: Abgas von einem Trabant (viel Kohlenmonoxid) oder anderem Zweitakter, eine große Flasche Flüssiggas (ist schwerer als Luft) und das Gas in ein Mauseloch einfüllen (Vorsicht: keine offenen Flammen), bis der ganze Bau voll ist (der kann sich über eine größere Fläche unterirdisch ausdehnen), Flaschen mit Kohlendioxid gibt es auch, aber die meist nicht zur Leihe. Alles das zu möglichst windarmen Wetter. Nach der Vergasung unbedingt alle Mauselöcher suchen und fest verschließen. Ein unbewohnter Bau zieht ganz schnell Mäuse aus der Nachbarschaft an und schon ist wieder alles mit Mäusen besiedelt.
- Es gibt weitere sehr wirkungsvolle Methoden, aber die sind in D verboten.
« Letzte Änderung: 16. April 2018, 16:54:46 von Dietmar »
Gespeichert

Dietmar

  • Master Member
  • *****
  • Offline Offline
  • Beiträge: 3676
Re: Tafeltrauben (Sorten und Anbauerfahrungen)
« Antwort #8132 am: 16. April 2018, 17:16:35 »

Zitat
Mangelnde Frosthärte kann in den ersten Jahren nach der Pflanzung mal ein Problem sein, was einen stärkeren Rückschnitt erforderlich macht, aber zu Totalausfällen sollte es bei Arkadia normalerweise nicht kommen. Und sie treibt auch jetzt wieder sehr schön aus.

Ohne Zweifel ist Arkadia eine sehr gute Sorte, wenn man zwei Nachteile im Griff hat, welche Du bereits genannt hast.

1. relativ geringe Frostfestigkeit: Angegeben ist -21 °C, aber das bedeutet, dass schon bei Windstille diese Temperatur in Bodennähe erreicht wird, wenn es offiziell nur -15°C ist, denn die offizielle Lufttemperatur wird in 2 m Höhe gemessen und bei Windstille ist es in Bodennähe viel kälter. In Ostdeutschland und Bayern ist deshalb diese Sorte riskant. Außerdem ist der erforderliche SAT-Wert recht hoch, sonst wird diese Sorte nicht richtig reif bzw. nicht richtig süß und aromatisch. In Weinbaugebieten außer in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern werden solche tiefen Fröste aber kaum erreicht. Mir sind in Dresden beide Arkadia erfroren.

2. Die Pilzfestigkeit von Arkadia ist nur mittelgroß, also muss man mit dem Spritzen hinterher sein und darf da nicht schlampen. Dann klappt es auch mit Arkadia.

Zitat
Ich kann die Sorte durchaus empfehlen, und ich glaube auch nicht, dass es so viele bessere Sorten in unserer Klimazone gibt.

Glaube und Wissen stehen oft konträr gegenüber. Mit unseren hiesigen Bau-und Gartenmärkten, Baumschulen, Versandgärtnereien und fast allen Rebschulen hast Du zweifellos Recht, denn da gibt es nichts Gescheites. In den letzten 10 bis 15 Jahren hat sich jedoch in Osteuropa bezüglich Züchtung neuer Sorten sehr viel getan, nur hat man davon in D nichts mitbekommen. Jetzt gibt es jedoch Sorten, die auch für klimatisch weniger günstige Gebiete geeignet sind, d.h. die ultrafrüh reifen und die sehr pilzfest sind und deren Trauben und Beeren so groß wie bei Arkadia (und größer) sind. Diese Sorten sind jedoch noch kaum für unser Klima geprüft und manchmal stimmen Papierform und Realität nicht überein. Das bedeutet, dass solche sehr neuen Sorten mit einem gewissen Risiko verbunden sind. Problematisch können bei manchen Sorten viele Temperaturwechsel um den Nullpunkt sein, denn diese gibt es in Rußland oder der Ukraine nicht.

Solche Sorten kommen z.T. schon mit SAT-Werten von 2300 und manche schon mit 2200 zurecht, während bisherige Sorten mindestens 2500 bis 2700 brauchten.
« Letzte Änderung: 16. April 2018, 17:19:52 von Dietmar »
Gespeichert
Seiten: 1 ... 541 542 [543]   nach oben
 

Garten-pur.de Nutzungsbedingungen | Impressum | Datenschutzerklärung

Forum Garten-pur | Powered by SMF, Simple Machines
© 2001-2015 garten-pur. All Rights Reserved.
Garten-pur.de