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Autor Thema: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln  (Gelesen 268435 mal)

Ayamo

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1215 am: 20. Mai 2022, 16:55:11 »

Da ich nur kurz Pause von der Arbeit mache, von mir nur ein paar Stichpunkte:

Du hast mehrere Sorten gepflanzt, einige vor eine Hecke, andere an eine Gartengrenze mit Durchlüftung.
Ich würde die anfälligeren Sorten an die besser durchlüftete Stelle pflanzen, das ist nicht die vor der Hecke, die den Wind ja abbremst. (Nach den Blättern zu urteilen sind auch Reben mit höherem Anteil Europäerblut dabei, die sind meist anfälliger).
Vielleicht sind die Sorten aber auch nicht so anfällig. Ich stelle mir auch Behandlungen mit Mittelchen (hast du vermutlich nicht vor, manchmal ergibt sich das aber im Lauf der Jahre) an der Grenze zum NB schwierig vor.

Erstes Foto, Gerüst. Möchtest du einen Kordon relativ weit oben erziehen, über den Himbeeren, und dann einjährige Triebe / Fruchttriebe 30 cm weiter nach oben ziehen? Wenn die Rebe erwachsen ist, werden diese Triebe oben 1,5 m lang. Dann reicht dein Spalier nicht, die Triebe fallen nach unten (Umkehrerziehung, falls geplant) und dürften die Himbeeren erreichden.
Das entspricht nicht dem von dir verlinkten Seite von fass-grün. In deren Zeichnungen sind zwar keine Maße drin, aber der unterste Draht liegt bei 60 cm, dann geht´s 1,50 m nach oben.
Oder du erhöhst das Spalier, wegen der zuletzt heftigen Stürme wohl etwas aufwändig. Dann werden auch die Laubarbeiten schwierig, das muss aber nicht schlimm sein.

PS Das Himbeerspalier gefällt mir.

Schneiden: jetzt gleich.
Wenn jede frischgepflanzte Rebe 5 dünne Triebe behält und so in den Winter geht, sind die nicht ausreichend ausgereift und stark für das nächste Jahr. Bei Fass-Grün siehst du, dass 1 Trieb bleibt, 2 gehen bei deinem Boden sicher auch.
Man schneidet im Spätwinter bis Frühjahr, nicht im Herbst. Bluten schadet nichts. Manche sagen: sollte nicht unbedingt auf eine darunterliegende Knospe tropfen.
Beim Schneiden einen Zapfen lassen, ca 2-3 cm, diesen nach Eintrocknen ein Jahr später sauber und ohne Stammschäden wegschneiden.

Dazu müsstest du wissen, welche Erziehungsform du möchtest.
Die bodennahen Triebe auf jeden Fall weg, das kannst du auch auf der Seite von fass-grün sehen.

Gruß
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Wurmkönig

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1216 am: 20. Mai 2022, 20:40:18 »

Erstmal würde ich Ayamo vollständig zustimmen. Die Pfostenabstände in deiner 2ten Bildreihe erscheinen mir viel zu gering ist natürlich eine Frage der Unterlage und der Wuchsstärke. Die werden so wie es am Bild dargestellt ist wohl im Schatten der Bäume wachsen, das bringt sie zusätzlich zum Wuchern.

D.h. du wirst in 2 Jahren Ende Juni den obersten Draht deiner Rankhilfe erreichen - dann werden sie weiterwuchern, kann man schneiden, das hat aber Nebenwirkungen. Jakob hat mir seinerzeit einmal geschrieben die Wuchsbegrenzung erreicht man nur durch Länge (des Kordons). Ich hätte ihm ja zu gerne das Gegenteil bewiesen, aber mittlerweile sind 2 von 3 Reben entfernt.

Spritzen wollte ich auch nie. Nach dem 100 % Ausfall letztes Jahr habe ich heuer einmal Schwefel und Kaliumhydrogencarbonat während des Austriebs - also im "Oidium-Fenster" verteilt. Die Dinger wuchern zu sehen und nichts zu ernten ist sehr frustrierend, hängt wie alles andere auch von deinem Mikroklima und deinen Sorten ab. Da muss man dann auch dazukommen, das ist bei Dir alles relativ nahe an der Hecke. Ansonsten im ersten Jahr mache ich alle Früchte sofort ab, im zweiten lasse ich 2 - 3 Kostproben stehen. Deshalb ist mir noch nichts verhockt wie man das von Obstbäumen kennt.
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thuja thujon

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1217 am: 21. Mai 2022, 09:23:40 »

Das Oidiumfenster beginnt kurz vor der Blüte und geht bis die Beeren eine gewisse Größe erreicht haben.
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Wurmkönig

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1218 am: 21. Mai 2022, 10:07:14 »

Das Oidiumfenster beginnt kurz vor der Blüte und geht bis die Beeren eine gewisse Größe erreicht haben.
Ja, ich behandle jetzt seit 3 Wochen - und das geht wohl noch einige Zeit. Aktuell ist die Entwicklung sehr rasch, man lernt jährlich dazu. In den vergangenen Jahren habe ich das Fenster übersehen und wenn ich genug Regenphasen in dieser Zeitspanne hatte war eine Oidium Behandlung auch nie notwendig aber heuer will ich was ernten.
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Xivender

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1219 am: 22. Mai 2022, 22:18:03 »

Da ich nur kurz Pause von der Arbeit mache, von mir nur ein paar Stichpunkte:

Danke, dass Du Dir die Zeit genommen hast!

Du hast mehrere Sorten gepflanzt, einige vor eine Hecke, andere an eine Gartengrenze mit Durchlüftung.
Ich würde die anfälligeren Sorten an die besser durchlüftete Stelle pflanzen, das ist nicht die vor der Hecke, die den Wind ja abbremst. (Nach den Blättern zu urteilen sind auch Reben mit höherem Anteil Europäerblut dabei, die sind meist anfälliger).
Vielleicht sind die Sorten aber auch nicht so anfällig. Ich stelle mir auch Behandlungen mit Mittelchen (hast du vermutlich nicht vor, manchmal ergibt sich das aber im Lauf der Jahre) an der Grenze zum NB schwierig vor.

Danke ersteinmal für die Einschätzung.
An der Grenze zum Nachbarn über dem Himbeerspailer habe ich die Sorten Vanessa und Talizmann gepflanzt.

Erstes Foto, Gerüst. Möchtest du einen Kordon relativ weit oben erziehen, über den Himbeeren, und dann einjährige Triebe / Fruchttriebe 30 cm weiter nach oben ziehen? Wenn die Rebe erwachsen ist, werden diese Triebe oben 1,5 m lang. Dann reicht dein Spalier nicht, die Triebe fallen nach unten (Umkehrerziehung, falls geplant) und dürften die Himbeeren erreichden.
Das entspricht nicht dem von dir verlinkten Seite von fass-grün. In deren Zeichnungen sind zwar keine Maße drin, aber der unterste Draht liegt bei 60 cm, dann geht´s 1,50 m nach oben.

Als ich dieses verwirklicht hatte, also den Draht über den Himbeerspailer, da hatte ich mich noch nicht großartig informiert.
Mein Gartennachbar hat mir diesen Tipp gegeben, er meint, so macht er es mit den Weintrauben.
Also da habe ich ganz auf meinen Nachbarn gehört.

PS Das Himbeerspalier gefällt mir.
Dankeschön

Schneiden: jetzt gleich.
Wenn jede frischgepflanzte Rebe 5 dünne Triebe behält und so in den Winter geht, sind die nicht ausreichend ausgereift und stark für das nächste Jahr. Bei Fass-Grün siehst du, dass 1 Trieb bleibt, 2 gehen bei deinem Boden sicher auch.
Man schneidet im Spätwinter bis Frühjahr, nicht im Herbst. Bluten schadet nichts. Manche sagen: sollte nicht unbedingt auf eine darunterliegende Knospe tropfen.
Beim Schneiden einen Zapfen lassen, ca 2-3 cm, diesen nach Eintrocknen ein Jahr später sauber und ohne Stammschäden wegschneiden.
Habe die Trauben am Himbeerspailer schon geschnitten. *top*


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Xivender

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1220 am: 29. Mai 2022, 10:32:46 »

Guten Morgen beisammen,

Ich habe mir überlegt, kann ich den Wein nicht nachfolgend erziehen?
Also zwei Ruten pro Rebe, eine Rute rechts lang und eine Rute links lang.

Diese Ruten sollen dann stehen bleiben, und nach oben - in Blau dargestellt - können sich die Fruchttriebe entwickeln.
Das sollte doch eigentlich auch funktionieren oder spricht etwas dagegen?

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Wild Obst

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1221 am: 29. Mai 2022, 11:18:59 »

Gibt es über den zwei Drähten im Bild noch welche? Die Jahrestriebe an den geplanten Kordonen werden deutlich länger werden (und auch müssen für gute Qualität und Gesundheit) als die eingezeichneten blauen Striche. Ich würde noch mindestens zwei weitere Drähte, oder besser Doppeldrähte mit 5-10 cm Abstand, jeweils 50-60 cm über dem obersten Draht bzw. einander erwarten bzw. anbringen.
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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1222 am: 29. Mai 2022, 13:12:59 »

Ja, die Konstruktion hat mehrere Drähte.
Mir wäre das zu instabil.
Die Reben hätte ich vor den Pfosten gepflanzt um sie anbinden zu können.
Nur 2 Fruchttriebe rechts und links von 1 Hauptstamm in die Drähte jährlich leiten wäre meine Option.
« Letzte Änderung: 29. Mai 2022, 13:23:38 von Roeschen1 »
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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1223 am: 29. Mai 2022, 13:46:14 »

@xivender,

hier mal die gängigen Erziehungsarten und die Anleitungen dazu https://www.fassadengruen.de/uw/weinreben/uw/weinstock/weinstock.html
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thuja thujon

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Re: Weinbau: Erziehung, Schnitt, Veredeln
« Antwort #1224 am: 30. Mai 2022, 13:25:50 »

Ich habe mir überlegt, kann ich den Wein nicht nachfolgend erziehen?
Also zwei Ruten pro Rebe, eine Rute rechts lang und eine Rute links lang.
Welchen Vorteil hat es ein Loch in der Mitte der Laubwand zu haben?
Die Basis vieler Rebschnitte besteht aus einem Zapfen und einem Strecker. Eine Rute ohne Zapfen verkennt die Tatsache, das man auch im Folgejahr was zum anschneiden braucht.
Also man kann Ruten so toll in die beste Position binden und ist damit nur ein Jahr glücklich, danach wird es oft sehr schnell chaotisch weil es keinen klaren Aufbau gibt und auch keine Strategie für die Zukunft. Es kann dann nur noch angeschnitten werden, was da ist, und das ist meist nicht dort, wo es eigentlich hingehört.
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