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Autor Thema: Schimmel an abgedeckten Stauden  (Gelesen 2731 mal)

amarant

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Schimmel an abgedeckten Stauden
« am: 01. März 2009, 13:28:20 »

Als ich gestern meine Lavatera olbia und mein Geranium psilo. "Patricia" abgedeckt habe war ich sehr erstaunt und hab mich narrisch gefreut, daß die beiden diesen Winter überlebt haben. Meine Freude hat allerdings nicht lange gedauert. Ziemlich basisnah ist an Teilen beider Pflanzen dichter Schimmel zu sehen und die Triebe sind teilweise matschig. :-\

Gehn sie jetzt doch noch kaputt?

Silvia
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Staudo

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #1 am: 01. März 2009, 13:43:41 »

Das ist Botrytis (Grauschimmel). Lass da ordentlich Luft ran, dann verschwindet er wieder. Es kann sein, dass die Pflanze geschädigt ist, muss aber nicht sein.
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amarant

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #2 am: 01. März 2009, 13:51:59 »

Danke Dir Staudo!

Na dann schaun mer mal!

LG Silvia
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pearl

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #3 am: 01. März 2009, 21:10:45 »

das beste gegen Grauschimmel und andere üble Burschen ist Schmelzwasser, das zweitbeste ist die Pflanzen mit Sand oder irgendwas mineralischem beschütten. Erfolgreich war bei meinen Agapanthus im Wintergarten auch Holzasche.
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amarant

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #4 am: 02. März 2009, 13:18:04 »

Sand müsste ich mir erst besorgen, aber das mit der Holzasche versuch ich doch sofort. ;D
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pearl

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #5 am: 02. März 2009, 13:30:35 »

halt, halt! Die Holzasche ist nur dann nützlich, wenn kein Niederschlag sie verklebt. Es ist dann eine zähe Pampe!

Mein Vorschlag galt für den Agapanthus im Winterquartier! Im niederschlagsfreien Wintergarten!
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amarant

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #6 am: 02. März 2009, 16:23:13 »

Ok, vielen Dank. Bei uns ist zur Zeit aber trocken, da werd ich doch mal ein Esllöffelchen voll probieren. ;)

Danke Silvia
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Dietmar

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #7 am: 02. März 2009, 17:32:01 »

@amarant

Ich bezweifle die Wirksamkeit der vorgeschlagenen Methoden. Grauschimmel geht auch meist nicht von allein weg, es sei denn, es handelt sich um sehr robusten Pflanzensorten. Da Grauschimmel auch ein Schwächeparasit ist, sucht er sich vorwiegend Pflanzen mit schwacher Konstitution und das sind jetzt praktisch alle, denn die meisten Pflanzen haben jetzt ihren "Kreislauf" auf Schongang (Winterpause) und können sich deshalb nicht wehren.

Wenn es Grauschimmel ist, dann gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten:

1. Spezielle Grauschimmelpräparate wie z.B. Switch. Diese gibt es aber kaum frei zu kaufen, aber wenn Du einen Bekannten mit Weinberg hast, hilft der bestimmt.

2. In Gartencentern gibt es ein Spritzmittel gegen Grauschimmel an Erdbeeren. Grauschimmel = Botrytis (allerdings gibt es mehrere Unterarten bzw. Stämme). Dieses Mittel ist allerdings nicht so wirksam wie Switch, da es im freien Handel keine stark wirkenden Präparate gibt..

3. Zum Desinfizieren von Edelreis (gegen Grauschimmel und ähnliche winteraktive pilzliche Erreger) wird u. a. Sulfachin = Hydroxychinolinsulfat in 0,02 % iger Lösung verwendet. Sulfachin ist ein seit Jahrzehnten bewährtes Gurgelmittel in Tablettenform (kleine gelbe Tabletten) und gibt es in vielen Hausapotheken. Ansonsten mal in der nächsten Apotheke fragen - nicht allzu teuer und m.E. recht wirksam und Bio. Achtung: Auf Inhaltsstoff achten! Es gibt Nachahmerpräparate gleichen Namens ohne diese Wirkstoffe und ohne diese Wirkung.

Alle diese Mittel helfen allerdings nur, wenn Du schnell handelst, die Pflanzen noch nicht zu sehr geschädigt sind und es sich wirklich um Botrytis handelt. Sulfachin hilft auch gegen andere pilzliche und bakterielle Erreger, allerdings nur als Kontaktmittel und nicht systemisch, d.h. das Mittel wird von der Pflanze nur nach langer Einweichzeit oberflächlich aufgenommen und wirkt sonst nur an der Blattoberfläche. Systemische Mittel helfen in der Vegetationsruhe ohnehin kaum, da dazu ein aktiver Stoffwechsel der Pflanze erforderlich ist.

Alle diese Mittel nicht überkonzentrieren (schadet oft den Pflanzen) und dafür lieber in Abständen mehrmals spritzen bzw. sprühen.
« Letzte Änderung: 02. März 2009, 17:38:12 von Dietmar »
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pearl

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #8 am: 02. März 2009, 18:20:27 »

amarant, hör nicht auf Dietmar, ;) bei einzelnen Stauden ist es einfach eine nicht verhältnismäßige Sache irgendein Fungizid zu verwenden.

Sowieso müsstest du alle befallenen Teile der Pflanzen entfernen und dann alles besprühen. Für Gärtner mit großen Kulturen ist das natürlich notwendig, aber doch nicht für unsere paar Pflänzchen.
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partisanengärtner

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #9 am: 03. März 2009, 09:41:38 »

Also bei meinen Fleischfressenden Pflanzen hat Holzasche meist! gut geholfen. Die sind ja im Winterquartier besonders anfällig.
« Letzte Änderung: 03. März 2009, 09:42:22 von axel partisanengärtner »
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Axel

oile

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #10 am: 03. März 2009, 10:08:19 »

das beste gegen Grauschimmel und andere üble Burschen ist Schmelzwasser

Was ist an Schmelzwasser so besonders gut?
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Bis jetzt ist alles  gut gegangen, sagte der Mann, als er am 12. Stockwerk vorbei fiel.

pearl

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #11 am: 03. März 2009, 11:36:38 »

wir unterscheiden hier zwei Dinge. Einmal Pflanzen im Wintergarten oder im Gewächshaus ohne irgendwelche Niederschläge. Dort sind die Pflanzen sehr anfällig für Pilzinfektionen weil sämtliche Faktoren fehlen, die unsere heimischen Pflanzen dagegen schützen. Besonders im Herbst nach dem Einräumen ist die Luftfeuchtigkeit hoch und in den Kübeln hat sich die Erde voll Wasser gesogen. Das schafft ein ideales Klima für Pilze. Dagegen hilft zweierlei. Einmal das dicke Bepudern der Pflanzen mit mineralischen Materialien. Zweitens, die Erde in den Kübeln mit dicker Mulchschicht aus gerbsäurehaltigem Laubhumus oder Splitt oder Gesteinsmehl bedecken.

Das dritte ist, dass sämtliche welken Pflanzenbestandteile sorgfältig entfernt werden. Die Zipfgäs sind zum Beispiel im Frühjahr alle sehr beschäftigt Primeln zu putzen.

Pflanzen, die man im Freiland abgedeckt hat sind den gesund erhaltenden Witterungseinflüssen in unserem Klima auch entzogen. Ideal wäre die Abdeckung mit lichtdurchlässigem Vlies. Oder mit Schüttung aus trockenem Laub oder das lockere Abdecken mit Fichtenästen.

Ist das Mallheur einmal passiert - ich decke deshalb nicht mehr ab, sondern riskiere lieber Verluste durch Frost - dann hilft es bei Temperaturen über 0° C mit mineralischen Stoffen, die aber auf keinen Fall dick zusammen pappen können, dick zu bepudern und darauf zu hoffen, dass das Schmelzwasser und der eiskalte Niederschlag im März die lästigen Mikroorganismen weg wäscht.

Wenn es heißt durchlässiger Boden, dann ist genau das gemeint. Einige Pflanzen sind genau auf so etwas eingerichtet. Sie brauchen Nässe aber einen durchlässigen Boden. Und wenn es heißt, keine stehende Nässe, dann ist genau gemeint, dass aller Niederschlag, der durchrauscht ok ist. Aber sobald die Verhältnisse stehendem Wasser und feuchten Substraten mit möglichst warmen Temperaturen entsprechen, in dem sich besonders Pilze wohl fühlen, dann gibt es Pflanzen, die dem nicht gewachsen sind, weil sie einen Schutzmechanismus für diesen Fall nicht geerbt haben.

Mediterrane Pflanzen richten sich auf ganz andere Dinge ein und haben in ganz andere Schutzmechanismen investiert.

« Letzte Änderung: 03. März 2009, 11:37:59 von pearl »
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oile

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #12 am: 03. März 2009, 11:43:38 »

Das kann ich alles nachvollziehen, ist ja auch logisch. Entscheidend ist also das durchrauschende Wasser, egal ob Regen oder Schmelzwasser ;D.
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pearl

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #13 am: 03. März 2009, 22:30:48 »

bei Schmelzwasser ist die niedrige Temperatur noch effektvoll.

Lauwarmer Regen bringt im Mai die Botrytis an Pfingstrosen zum gedeihen.

Das Schmelzwasser hat auch noch eine Triggerfunktion. Für Crocus ist das das Signal mit der Blüte zu beginnen. Es gibt Pflanzenhormone, die reagieren auf solche Reize.
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oile

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Re:Schimmel an abgedeckten Stauden
« Antwort #14 am: 03. März 2009, 23:03:54 »

Das Schmelzwasser hat auch noch eine Triggerfunktion. Für Crocus ist das das Signal mit der Blüte zu beginnen. Es gibt Pflanzenhormone, die reagieren auf solche Reize.

Interessant. Ich meine mich zu erinnern, dass meine Krokusse auch schon ohne vorherige Schneeschmelze zu blühen begannen. Vielleicht können die aber nicht lesen. Soll bei Pflanzen ja ab und an vorkommen.
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