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Autor Thema: blattduengung - wie funktioniert das?  (Gelesen 7650 mal)

tomatengarten

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blattduengung - wie funktioniert das?
« am: 19. April 2009, 15:33:39 »

ich habe mir von jemanden "einreden" lassen, dass es beim knoblauch besser ist, eine kontinuierliche blattduengung vorzunehmen anstatt ihm duenger ueber den boden zuzufuehren. mal abgesehen von der grundduengung vor dem pflanzen im herbst.

mein derzeitiges basiswissen darueber ist, dass der duenger in stark verduennter form vorliegen muss und moeglichst benetzend auf die pflanzenteile aufgetragen werden soll. ich glaube mich zu erinnern, dass auch von relativ kurzen duenge-abstaenden die rede war.

praktiziert von euch jemand die duengung ueber die pflanzenblaetter?

welche duenger in welcher komnzentration eignen sich dafuer?

wie bringt man duenger aus? funktioniert das mit einer gieskanne oder braucht man dafuer irgendein spruehgeraet?

ich meine, es muss ja nicht nur speziell auf knoblauch gemuenzt sein, vielleicht geht das auch bei anderen pflanzen gut.

ich bin an einem austausch jedweger erfahrungen interessiert.
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frida

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #1 am: 26. April 2009, 20:55:17 »

Sorry, Tomatengarten, ich sehe Deine Frage erst jetzt.

Im Prinzip kann man Blattdüngung mit jedem Dünger machen, und ja, er muss stark verdünnt sein. Nicht bei Sonnenschein.
Ich habe das mal mit akut halb verhungerten Pflanzen gemacht, und zwar sowohl mit Tomaten, die zu lange in ihren Anzuchttöpfen gestanden hatten, wie mit meinem Grünkohl, der Eisenmangel hatte, weil der Ph-Wert im Boden zu hoch ist, um Eisen aufnehmen zu können.
In beiden Fällen war ein Erfolg recht rasch sichtbar. Als regelmäßiges Verfahren wäre es mir zu anstrengend. Ich habe den Dünger mit einer Gartenspritze aufgebracht, der Vorteil ist, dass man dann auch die Blattunterseiten besprühen kann. Aber Gießen müsste auch gehen.
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Man soll die Dinge nicht so tragisch nehmen, wie sie sind (Karl Valentin)

max.

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #2 am: 26. April 2009, 21:00:26 »

ich kenne das nur vom weinbau. dort wird- ähnlich wie frida es beschrieb- blattdüngung zur behebung von eisenmangel genutzt.
stickstoffversorgung scheint über blattdüngung schlecht zu funktionieren.
wenn ich schnelle wirkung haben will, was selten vorkommt, löse ich einen stickstoffdünger in wasser auf (kalkammonsalpeter) und bringe ihn flüssig aus.(nachgießen mit klarem wasser)
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Dietmar

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #3 am: 26. April 2009, 21:17:49 »

Ich möchte max noch ergänzen. Einige Blattdünger (z.B. Frutogard)enthalten Kaliumphosphid bzw. Kaliumphosphonat (ist das Gleiche). Das Salz dissoziert bzw. bei Einwirken einer anderen Säure wird phosphorige Säure freigesetzt. Diese wirkt gegen falschen Mehltau (Pero) bei jungen Blättern bzw. Trieben.

Nun sind ja bekanntermaßen die Erreger von Kraut- und Braunfäule eng verwandt mit dem falschen Mehltau, weswegen viele Mittel gegen Pero auch gegen Kraut- und Braunfäule wirken.

Es könnte also sein, dass man die Kraut- und Braunfäule bei Tomaten durch regelmäßige Blattdüngung mit einem kaliumphosphidhaltigen Blattdünger etwas in Schach halten kann. Man müsste das einmal testen.

Allerdings habe ich noch keinen solchen Blattdünger im Gartenmarkt gesehen. Den gibt es im Profihandel in Großpackungen und zu unwahrscheinlich überteuerten Preise, denn in diesen Blattdüngern ist zumeist nichts teures drin, was solche Preise rechtfertigt.
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max.

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #4 am: 26. April 2009, 21:27:40 »

das klingt sehr interessant.
was die bekämpfung der krautfäule bei freilandtomaten betrifft: da habe ich letztendlich kapituliert und mir vor einem jahr eine überdachung gebastelt.
wenn das aber eine alternative zu kupfer/dithanespritzungen ist, wäre das für unbedachte tomatengärtner einen versuch wert.
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Susanne

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #5 am: 27. April 2009, 00:26:45 »



Ich verwende keine NPK-Dünger im Gemüsegarten. Gibt es auch organische Dünger, die für eine Blattdüngung geeignet sind?

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Conni

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #6 am: 27. April 2009, 00:35:18 »

Ja. Brennesseljauche. Ich hatte sie im letzten Jahr eigentlich als Mittelchen gegen Läuse eingesetzt, der Nebeneffekt war, dass alles damit gegossene wuchs wie verrückt.
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_felicia

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #7 am: 27. April 2009, 08:23:28 »

Die Erfahrung habe ich auch gemacht - ob es aber Blattdüngung oder über die Wurzeln geht, kann ich nicht sagen. Ich hab´s einfach drübergegossen (in sehr dünner Verdünnung) - wächst toll danach. Ist ja vor allem Stickstoff. Nicht zu viel und zu oft anwenden - sonst gibt es Nitrat im Salat oder Spinat und schwache Pflanzen.
Gruß felicia
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Lehm

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #8 am: 27. April 2009, 08:48:41 »

Na ja, Brennnesseljauche soll ja kaum Stickstoff enthalten. Ist eher ein homöopathischer Dünger.
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Susanne

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #9 am: 27. April 2009, 09:45:15 »

Na ja, Brennnesseljauche soll ja kaum Stickstoff enthalten. Ist eher ein homöopathischer Dünger.

Das ist eher Quatsch. Organische Dünger enthalten ebenso Stickstoff, Phosphat und Kalium wie NPK-Dünger. Der Unterschied besteht darin, daß organische Dünger zusätzlich eine Vielzahl von anderen lebenswichtigen Stoffen enthalten und daß die Wirkstoffe in einer natürlichen, langsam abzubauenden Form vorliegen.

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Günther

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #10 am: 27. April 2009, 10:04:21 »

Diese Jauchen enthalten durchaus NPK, nur meist um Größenordnungen weniger als handelsübliche Dünger....
Und die meisten zusätzlichen Wunderstoffe werden gar nicht aufgenommen bzw. können gar nicht aufgenommen werden.
Wenn ich einen Apfelbaum mit Zucker gieße, werden die Äpfel nicht süßer..... ::)
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Susanne

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #11 am: 27. April 2009, 10:11:20 »

....
Und die meisten zusätzlichen Wunderstoffe werden gar nicht aufgenommen bzw. können gar nicht aufgenommen werden.
Wenn ich einen Apfelbaum mit Zucker gieße, werden die Äpfel nicht süßer..... ::)

Wunderstoffe? Ich dachte eher an Schwefel, Calcium, Magnesium und Spurenelemente.

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_felicia

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #12 am: 27. April 2009, 10:17:04 »

Na ja, Brennnesseljauche soll ja kaum Stickstoff enthalten. Ist eher ein homöopathischer Dünger.

uh oh - dann lass die Jauche doch mal prüfen - Du wirst staunen, wieviel Stickstoff das ist - oder probiere es aus. Da wirst Du auch staunen, wie schnell die Blätter dunkelgrün werden. Die Jauche von Kompost ist ähnlich und muß in den Kompostieranlagen extra aufgefangen werden, damit sie nicht die Umwelt belastet.
Für Ungläubige ist allerdings der Test vom unabhängigen Institut besser ;)


Gruß felicia
« Letzte Änderung: 27. April 2009, 10:18:06 von _felicia »
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Günther

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #13 am: 27. April 2009, 10:19:03 »

Ich hab eher an
"... daß organische Dünger zusätzlich eine Vielzahl von anderen lebenswichtigen Stoffen enthalten und daß die Wirkstoffe in einer natürlichen, langsam abzubauenden Form vorliegen."
gedacht.
Kalk und Magnesium und Schwefel udgl., die sins auch drinnen, aber wahrlich in homöopathischen Mengen...
Überschlagsrechnung:
1 Kilo Kraut auf 10 Liter Wasser. Das Kraut hat ca. 10% Trockensubstanz. Macht 100g auf 10 Liter. Die Trockensubstanz enthält etwa 10% Asche mit den bewußten Mineralstoffen. Macht 10g auf 10 Liter. Die fertige Jauche wird aufs zehnfache verdünnt. Macht 10g auf 100 Liter oder 100 Milligramm pro Liter. Inklusive Ballaststoffen....
(Die Zehnerpotenzen sind natürlich nur eine Größenordnung zur Vereinfachung der Rechnung, das ändert am Ergebnis aber nur wenig)
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_felicia

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Re:blattduengung - wie funktioniert das?
« Antwort #14 am: 27. April 2009, 10:19:31 »

Wenn ich einen Apfelbaum mit Zucker gieße, werden die Äpfel nicht süßer..... ::)

das ist polemisch und hat wenig mit Blattdüngung zu tun.
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