Ganz interessant eine Beschreibung des Heimatforschers Martin Barth aus Baiersdorf bei Erlangen, wo noch in den 1980er Jahren Kren angebaut wurde:
"Wenn Ende Februar die Frostperiode zu Ende geht, wird die Miete aufgedeckt, in der die Krenfechser überwintert wurden. Im April werden sie in die vorbereiteten Ackerbeete gelegt, mit dem Kopf gegen Sonnenaufgang, leicht nach oben sich neigend. Anfang Mai zeigen sich einige Kopftriebe. Nun beginnt das Köpfen: Jeder Fechser wird zur Hälfte freigelegt, die Triebe abgebrochen, und nur der kräftigste Trieb bleibt stehen. Nun kann der Kren wachsen. Dazwischen wird, auch in Handarbeit, der Boden gelockert [...] und für ausreichende Bewässerung gesorgt. Im August beginnt die nächste mühevolle Arbeit: [...] Der inzwischen zur kräftigen Stange gewachsene Fechser wird zu zwei Dritteln freigelegt und mit einem Messer abgeschabt, um alle seitlich angetriebenen Wurzeln zu entfernen. Diese dürfen nur am 'Hinterteil' wachsen. [...] Im Oktober [...] wird der Boden gelockert, die Kren-Stangen werden rausgezogen, das `Kräuteri' wird abgebrochen [...]. Danach wird die Ernte verladen und zunächst in der Scheune [...] gelagert. Nun beginnt die Heimarbeit. Die an der Kren-Stange befindlichen Wurzeln - `sprich Fechser' - bilden fürs kommende Jahr die neuen Setzlinge. Diese werden ausgebrochen und nach Qualität sortiert. Die Kren-Stange wird geputzt und anschließend bis zum Verkauf gelagert. Mit dem Einlegen in die Miete zum Überwintern schließt sich ein jährlicher Arbeitskreis."