Komisch, bis dato keine Antwort, Hermann! Dabei ist dies ein äußerst interessantes Thema, besonders für den innerstädtischen Bereich. Aber hier im Forum scheinen in puncto innovativer Gartenarchitektur zu wenig Interessenten herumzuschwirren. Aber nicht nur hier, sondern auch in einer bekannten Gartenzeitschrift treffen moderne Kreationen bei den Lesern nicht immer auf Gegenliebe.
Ein sehr guter Freund von mir verwirklichte sich im Wiener Museumsquartier mit einem "Hängenden Garten" nahe eines Cafes, zu dem ich die meisten Stauden lieferte. Entstanden ist er vor rund 5 Jahren, wie er jetzt aussieht, weiß ich nicht. Diese frei stehende Wand ist mit Farnen, Ophiopogon, Iris japonica, diverser Sedum, die im Halbschatten auch gedeihen, bepflanzt, natürlich noch mit wesentlich unterschiedlichen Stauden. Auch Seltenheiten wie Tricyrtis macranthopsis hatten sich über einige Jahre bewährt. Das Eine oder Andere ging bald hopps, anderes hielt sich erstaunlich lange.
Hier im Forum hat Bernd einige Bilder beigesteuert, dies lag aber lange zurück.
Machbar ist sicher vieles, bezüglich Pflanzenverwendung muss man eben probieren, es ist absolutes Neuland! Es kommt auch stark auf die Versorgung durch Wasser und Nährstoffe an, ein Zuviel kann genauso schlecht wie ein Zuwenig bedeuten.
Für mich stellt sich hier die Frage, ob nicht wieder Mutter Natur der beste Lehrmeister ist, denn es wachsen und existieren schließlich Pflanzen an den unmöglichsten Stellen. So sah ich z.B. Bergenien auf Felsen im Vollschatten oder Polystichum als Quasi-Epiphyten an vermoderten Stämmen. Und das beste Beispiel einer Staude mit einer der breitesten Standortamplituden stellen Deschampsia cespitosa und Sedum floriferum dar. Diese beiden wachsen überall: im Schatten und in der Vollsonne, an knochentrockenen Stellen wie auf überrieselten Felspartien.
Pflanzen lassen sich nun mal nicht in Schablonen pressen, nichts finde ich fantasieloser wie einen "Silbersommer", der 1:1 von Schweden bis Norditalien kopiert wird und dessen Pflanzenliste lediglich eine Handvoll Arten aufzeigt. Eine Hilfe kann dies vielleicht als Basis sein, der Weisheit letzter Schluss ist es nicht, da überall andere Verhältnisse vorherrschen.
Und dies gilt insbesondere bei solchen Nischenprodukten wie einer vertikalen Wand, wo eine "Pflanzschablone" sicher nie der geeignete Weg sein kann.
Also: Probieren geht über Studieren!