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News: ... bin ich wieder reumütig bei ihr gelandet, obwohl auch die Berner Landfrauen nicht schlecht waren. Aber Hilde ist bei uns die erste Wahl. (Anonymes Zitat aus einem Fachthread)
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News: ... bin ich wieder reumütig bei ihr gelandet, obwohl auch die Berner Landfrauen nicht schlecht waren. Aber Hilde ist bei uns die erste Wahl. (Anonymes Zitat aus einem Fachthread)

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Autor Thema: Cidre  (Gelesen 7759 mal)

Hortulanus

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Re:Cidre
« Antwort #15 am: 27. September 2004, 15:15:41 »

Das Apfelweinlied "Die Fraa Rauscher aus de Klappergass" wurde am 12. 11. 1929 in der ehemaligen Mainzer Weinstube vom Frankfurter Grafiker Kurt Eugen Strouhs gedichtet. Der Redakteur Norbert Bruchhäuser hat es vertont.

Einige Erklärungen zum Text:
Mit dem "Alte" im Refrain ist der "alte Apfelwein" gemeint und der "Griene" ist ein
Polizist.


Die Fraa Rauscher aus de Klappergass
Am Sonndag warn mer dribb de Bach, was hammer do gelacht,
so warn zwaa Eheleut beschleucht unn hawe Krach gemacht.
Uff aamal duds en dumpfe Schlag, die Fraa lieht uff de Gass
unn alle Kinner singe laut, des mecht en Heidespass.

En Griene hot den Fall geseh' un kimmt im Laafschritt aa.
Der Ehemann ruft ganz erschreckt, ich hab er nix gedaa!
Mei Alt, die kennt kaa Maß un Ziel, die hot zuviel gebaaft,
drumm hot der liewe Herrgott sie mit aaner Beul gestraft.

Jetzt gehts uffs Bolizeirevier, die Buwe hinerdrei.
Des is en intressanter Fall, des leucht doch jedem ei.
De Kommissar is ganz empeert un segt, des is doch doll.
Der Griene, wie sich des geheert, der gibt zu Protokoll.

Jetzt wärs genug, die Rauschern hat sich mit ihrm Mann versöhnt,
des kennt mer schon un is mer aach in solche Fäll gewöhnt,
doch so en beeser Zeitungskerl dut mehr als wie seine Pflicht,
am annern Dag stehts dick un braat im Bolizeibericht:

Refrain:

Die Fraa Rauscher aus de Klappergass, die hoot e Beul am Ei,
ob des vom Rauscher, obs vom Alte kimmt, des klärt die Bolizei.
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oile

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Re:Cidre
« Antwort #16 am: 27. September 2004, 16:30:03 »

Mein ex-Schwager (Schwabe) hat jahrelang Most gemacht. Er hat dazu die Äpfel gewaschen, Birnen und Weintrauben zugefügt, und bestimmte Edelhefen. Das Waschen und der Zusatz von Edelhefe war seiner Aussage nach sehr wichtig, weil die normalerweise auf den Äpfeln vorkommenden Hefen eher sauren Most zustande brachten.

Das Ergebnis war jedenfalls wunderbar: hell, klar, durstlöschend, wie ein guter Most eben sein sollte.
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galaxius222

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Re:Cidre
« Antwort #17 am: 28. September 2004, 16:09:03 »

Also ich kann hier nur von meinen eigenen Versuchen der Weinherstellung berichten. Ich habe Johannisbeerwein gemacht.
Nötig ist vor allem ein Gärbehälter (Glasballon), der mindestens doppelten Inhalt fassen kann, also 50 Liter, wenn ihr 25 Liter saft habt.
Dazu gehört unbedingt ein Gummistopfen, der genau passt und eine Öffnung für den "Blubberer" (Gährrohr mit Wasser) hat. Ferner braucht ihr Reinzuchthefe und einen Saugheber und ein Presstuch. Diese Artikel gibts günstig bei ebay. Dann müsst ihr die Äpfel zerkleinern. Dabei dürft ihr keinen heiß gepressten Saft verwenden. Am besten eignet sich ein Entsafter. Füllt den Saft und die gleiche Menge Zucker und die Vorgeschriebene Menge Reinzuchthefe in den Gärbehälter. Lasst das Teil solange Gären, bis keine Bläschen mehr aus dem Gärrohr kommen. Dann könnt ihr mit dem Saugheber den Wein abstechen und den Fruchtbrei durch das presstuch pressen. Zum unterbinden der Gärung nimmt man am besten Schwefel. Danach müsste der Apfelwein fertig sein. Das ganze dauert ungefähr 7 Monate.
Wem das zu lange ist, dem empfehle ich Omas Obstentsafter. Das ist ein Heißentsafter, bei dem das Obst gewaschen und grob zerkleinert über Dampf erhitz wird. Dadurch zerfallen die Saftzellen und der Saft fließt ab. Vorsicht, der Saft ist sehr heiß. Man kann ihn so trinken, wenn er kalt ist, oder Gelee daraus machen.
Wem es leid tut, den Obstmus wegzuwerfen, kann das Obst auch schälen und entkernen und dann den Obstmus auch zu Kompott weiterverarbeiten.

Bei weiteren Fragen einfach an Galaxius wenden.
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Silvia

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Re:Cidre
« Antwort #18 am: 28. September 2004, 16:22:17 »

Super, du scheinst ja schon richtig Erfahrung damit zu haben!

Das größte Problem wird es jetzt sein, die Menge Saft kalt zu pressen, glaube ich. Der Rest geht ja praktisch von allein. :)

LG Silvia
   
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Eva

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Re:Cidre
« Antwort #19 am: 28. September 2004, 16:48:48 »

Bei uns daheim wird auch immer Most gemacht - in letzter Zeit überwiegend Süßmost, der sterilisiert wird.

In unsere Presse passen knapp 1 1/2 Zentner Äpfel. Damit der Saft beim Pressen auch rauskommt muß man die Äpfel vorher zerkleinern. Das machen wir mit einer handbetriebenen Mühle, die die Äpfel mit Metallhaken in Stückchen reißt. Diese fallen dann nach unten und werden zwischen zwei Walzen durchgedreht und dadurch schon mal vorgepresst. Wer's elektrisch will: mein Vater hat auch einen alten elektrischen Rüben-Schnitzler, der macht das gleiche, eher etwas matschiger. Und dazu Höllenlärm - geht aber viel schneller.

Sieben Monate kommt mir sehr lang vor für den gegorenen Most. Das war immer der Job von meinem Opa, aber soweit ich mich erinnern kann, wurde die Werkstatt im Keller schön warm angeheizt und die Gärballons standen da einige Wochen. Eher nicht mehrere Monate. Im Januar war's auf jeden Fall schon wieder kalt, wenn man im Keller Obst oder Getränke geholt hat.
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galaxius222

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Re:Cidre
« Antwort #20 am: 28. September 2004, 16:55:50 »

Hab ich doch tatsächlich 7 Monate geschieben. Tzzz
Ich meine nätürlich 1-2 Monate!
Aber wenn man Zeit hat, kan man ja auch länger warten.

Ürigens hab ich mal Kirschwein aus Kirschen vom Aldi (die ausm Glas) gemacht. War recht erfolgreich. Hab das ganze noch mit Dornfelder verschnitten. Das war e fein Stöffche.

Guckt mal bei www.brauereibedarf.de da gibts alles zur Weinherstellung. Sogar Bbier kann man da machen. (Hab ich noch nicht versucht.)
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Silvia

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Re:Cidre
« Antwort #21 am: 28. September 2004, 16:58:13 »

Met haben wir vor 25 Jahren mal versucht. Irgendwas ist es geworden, aber ... :-X ;)

LG Silvia
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Mutabilis

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Re:Cidre
« Antwort #22 am: 28. September 2004, 17:07:16 »

Gleiche Menge Saft und Zucker halte ich für ...äääähh.... untauglich.

Die Maische - das zermanschte, angegorene Obst - sollte nicht die ganze Zeit mitgären. Lieber nach der heftigen Anfangsgärung abfiltern, -pressen oder -drücken. Apfelwein ist garantiert nicht nach 1-2 Monaten trinkfertig (naja, wer Knaddel-Daddel mag...).

Einen Saugheber braucht man nicht, ein Aquarienschlauch tut es auch.

Mir erschliesst sich der Sinn, eingemachte Kirschen von Aldi zu vergären, nicht ganz. Aber wenn's Spaß macht...
« Letzte Änderung: 28. September 2004, 17:07:49 von Mutabilis »
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Andrea

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Re:Cidre
« Antwort #23 am: 28. September 2004, 17:11:39 »

Falls du keine Lust hast selber zu experimentieren in den kleinen Apfelgütern bei uns die auch selber Most machen kann man seine Äpfel abgeben und dafür Most oder Apfelsaft mitnehmen. Ist dann natürlich nicht mehr der aus dem eigenen Garten da die Äpfel in der Fabrik ja auch gemischt werden und kein Sortenreiner Saft entsteht.
Bei Gartenbauvereinen nachfragen die haben oft Adressen oder auf den Obstplantagen die auch Produkte verkaufen.
Den Most gibt es übrigens nicht in Flaschen bei uns sondern in Kanistern zum mitnehmen da reicht die Menge dann auch für einen geselligen Abend. ;) am Anfang ist er süß und auch Kinder mögen ihn ::) und wird dann mit zunehmenden Alkoholgehalt durch Abbau des Zuckers immer herber.
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Eva

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Re:Cidre
« Antwort #24 am: 28. September 2004, 17:26:59 »

Öhm. An den Saft zur Apfelmostherstellung kommt gar kein Zucker. Und abgetrennt wird dann der Bodensatz, also die Hefe und die feinen Fruchtpartikel, die sich absetzen. Geschwefelt wurde bei uns schon lange gar nichts mehr, oder höchstens die Korken vom Ballon damit da kein Schimmel entsteht. Wenn man sauber arbeitet und den Most durchgären lässt, hält er auch so.
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SouthernBelle

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Re:Cidre
« Antwort #25 am: 28. September 2004, 19:34:09 »

.. Apfelessig wird aus Apfelwein nur, wenn Essigfliegen an
den Ansatz herankommen. Dagegen ist man mit Gaeraufsatz gefeit,
wenn man nicht vergisst, Wasser nachzufuellen.
Ich habe zu Studizeiten mit einer Chemikerhorde Apfelwein gemacht,
da ging es semiwissenschaftlich zu: Zucker- und Saeuregehalt des Safts
wurden bestimmt, danach kann man den Ansatz einstellen: entweder
noch anderen Saft untermischen oder den Saeuregehalt mit Wasserzugabe
senken und dann ggf aufzuckern(die Jungs strebten damals hohen
Alkoholgehalt an). Relativ simple Instrumente zum Messen gibt es
zB von der Firma, die auch Gaerroehrchen und Reinzuchthefen vertreibt,
im Sueden vermutlich auch im Kellereibedarf. Die Reinzuchthefe wurde
entsprechend auch nach ihrer Alkoholresistenz ausgewaehlt...
bei irgendeinem spezifischen Alkoholgehalt kann jede Hefe nicht mehr
(daher muss man eigentlich auch nicht abschwefeln.., nur Hefe
und Zuckergehalt aufeinanderabstimmen).
Es wurde mit einer elektrischen Zentriguge (mit Tresterauswurf, sonst
wird man verrueckt)entsaftet, so ca 25 l waren das pro Haushalt immer.
Eine echte Ferkelarbeit! Mit Hefe angesetzt, Gaerrohr drauf und
in die hinterste Ecke in der Kueche damit. Allzu hohe Temperaturen
am Anfang fuehren zu einer stuermischen Gaerung mit ueberschaeumendem
Saft, dann ist es aus mit der Hygiene. Deshalb darf der Ballon auch
immer nur halbvoll sein. Wenn es nicht mehr so braust, kann man
taeglich den Ballon schwenken, um die Gaerung im Gange zu halten.
Ich glaube mich zu erinnern, dass wir die Oktober/November Ernte
im Januar mit einem langen durchsichtigen Schlauch vom Bodensatz
abgezogen haben, rein in Flaschen, verkorken, etwas stehenlassen.
Wenn die Gaerung zu einem ordentlichen Ende gekommen ist, ist der
zunaechst total truebe Saft ganz klar und alles andere bildet
eine uebel aussehende Bodenschicht.
Der Wein war klar, funkelnd, trocken und lecker. Der Alkoholgehalt war
ordentlich hoch...
Einige Unternehmungslustige haben auch noch Sekt (nach der Champagnermethode)
angesetzt: also mit Zuckerzugabe in Sektflaschen, ordentlich zumachen,
abwarten. Das kann unglaublich gefaehrlich werden: ich sass mal
auf ner Fete neben der Demoflache mit Manometer am Verschluss,
der Druck in der Flasche wird erschreckend hoch!!
Ein Ansatz in einer Normalflache hat explodierend ein winziges
Loch in eine Fensterscheibe geschossen, ein anderer hat die isolierung
eines Kuehlschranks von innen durchbohrt!
Also immer sicher sein, dass da nix mehr gaert- oder mit richtigen
Sektflachen arbeiten.

Rechenbeispiele fuer Zucker- und Saeuregehaltsmanipulationen
hatten wir aus der Anleitung zu den Reinzuchthefen.

Heutzutage bringe ich meine Aepfel zu einem kleinen Privatmoster,
der mir meine eigene Aepfel verarbeitet und den Saft dann gleich
wieder mitgibt. Schmeckt gut...

Cornelia
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Gruesse

Günther

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Re:Cidre
« Antwort #26 am: 28. September 2004, 21:03:52 »

Schwefeln bringt auch die Hefe um, soll aber primär die Entwicklung störender Fremdpilze verhindern, und die führen dann zum Essigstich und weiter zu Essig.
Die Fliegen sind bestenfalls Überträger...
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SouthernBelle

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Re:Cidre
« Antwort #27 am: 30. September 2004, 14:42:48 »

.. klar, Guenther, die Fliegen uebertragen nur,
aber die Frager war doch: wirds Essig? Keine Fliegen am Ansatz-
kein Essig (beim Schnellstart mit ner Reinzuchthefe jedenfalls).

Gruesse
Cornelia
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Gruesse

Günther

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Re:Cidre
« Antwort #28 am: 30. September 2004, 14:51:13 »

Ohne zusätzliche Verunreinigung, nur mit Hefe, wirds ein "weinartiges Getränk" und bleibt auch ein solches.
Sorgfältig hergestellter und luftdicht verschlossen gelagerter Wein wird auch kein Essig.
Die Essigbakterien sind nicht a priori drin, die kommen erst über Luft, Insekten oder Absicht (bei der Essigfabrikation) hinein. Nur unsauberes Arbeiten beim Ansatz kann Essigbildner einschleppen, die dann auch aktiv werden können. Das Schwefeln soll, unter anderem, auch diese hintanhalten.
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