Einweichen ist wohl sinnvoll, ob es drei Tage sein müssen weiß ich nicht, aber viele tun es. Manche fermentieren die Samen sogar in Orangensaft: sie liegen da so lange drin, bis der Saft schimmelt oder gärt. Das genaue Vorgehen und die Dauer dabei kenne ich nicht.
Ich hoffe, du hast dich beim Kauf der Samen nicht allzusehr übers Ohr hauen lassen. Denn bei ebay findet man öfter Samen z.B. von Passiflora edulis, zehn Stück für einen Euro oder ähnliches. Dazu sollte man wissen, dass man sich für diesen Preis auch direkt eine Passionsfrucht im Supermarkt kaufen kann, mit hunderten frischen Samen darin.
Die dunklen hühnereigroßen Früchte ("Passionsfrucht", "purple passionfruit", ...), oft mit schrumpliger Schale, gehören zu Passiflora edulis edulis. Die deutlich seltener zu findenen größeren gelbgrünen Früchte ("Maracuja", "yellow passionsfruit",...) sind Früchte von Passiflora edulis flavicarpa. Die orangefarbenen Früchte ("Grenadilla") mit glatter harter Schale und einem langen Stiel stammen von Passiflora ligularis. Längliche bananenartige gelbe Passionsfrüchte ("Curuba", "Bananenpassionsfrucht") dürften Passiflora tripartitia var. mollissima sein. Andere Früchte habe ich hier noch nicht im Handel gesehen, sollten mal sehr große, kiloschwere Früchte auftauchen, so wird es sich um Passiflora quadrangularis handeln.
Ich habe mal vor längerer Zeit einen Versuch mit den vier oben genannten Früchten durchgeführt: einige Samen von jeder Frucht wenige Tage getrocknet, dann wieder in Wasser eingeweicht und gesät, die anderen nur gereinigt aber ansonsten frisch gesät. (kann sein, dass ich ein oder zwei Tage in Wasser eingeweicht habe). Die Keimrate bei den frisch gesäten war viel besser als bei den getrockneten. Passionsblumensamen sät man also am besten frisch aus der Frucht, selbst wenige Tage trocknen vermindern die Keimfähigkeit. Andererseits heißt es, dass manche getrockneten Samen nach einem Jahr wieder besser keimen würden, das habe ich noch nicht ausprobiert. Und in der Passionsblumenmailingliste berichtete neulich jemand, dass bei ihm Samen über zwei Jahre nach der Aussaat erst keimten. Das hört man öfter: Passionsblumensamen können nach sehr langer Zeit in der Erde plötzlich doch noch keimen, obwohl man es schon längst aufgegeben hatte.
Als tropische Pflanzen keimen Passionsblumen besser bei höheren Erdtemperaturen. Soll heißen: Töpfe einfach so auf ein Fensterbrett gestellt haben durch Verdunstungskälte und durch kalten Luftzug vom Fenster oft eine Temperatur von deutlich unter zwanzig Grad Celsius. Die Passis hätten aber lieber etwas in der Gegend von 25°C.
Grüße,
Robert