"Wir" sind ein Volk. Allerdings eins von Schafen.
Es ist, Lilia, nicht die Wirtschaft; die macht alles, womit sie Geld verdienen kann, deshalb sollte man ihr die Möglichkeit geben, mit Umweltschutz Geld zu verdienen. Ich halte die grüne Ersatzkirche, die Umweltschutz auf dem Stand der siebziger Jahre zum Dogma erhebt, für schwieriger.
Die Pfandbefreiung für Chemie und Wein und Milch (Joghurtgetränke sind pfandfrei, andere Getränke in derselben Verpackung nicht) ist genauso sinnfrei wie die Pfandregelung insgesamt, die weniger Arbeitsplätze, mehr Transport, mehr Aufwand, mehr Steuergelder, mehr Einwegverpackungen, aber nicht mehr Umweltschutz gebracht hat. Und die Partei, die sie ersonnen hat, wird nicht mal abgestraft...
Jeder sollte unter Ausnutzung seines gesunden Menschenverstandes das an Energie und Aufwand einsparen, wozu er sich in der Lage sieht. Es nützt nichts, darüber zu skrupulieren, dass viele von uns in eigentlich zu großen Wohnungen oder Häusern leben, dass sie Boden und Ressourcen verbrauchen etc. Es hängen Lebensgeschichten dran. Natürlich könnte ich mein Auto abschaffen, abends noch später nach Hause kommen und meinen Nachwuchs noch weniger sehen. Da sind mir nur Beziehungen wichtiger als Umweltschutz. Kalt duschen tue ich schon, glotzen habe ich fast aufgegeben, auch damit der Nachwuchs es nicht als Normalität kennen lernt.
Aber die Getrenntsammelobsession, der Pfandwahn - da wünschte ich mir mehr Leute, die das boykottieren, unterwandern und ihrer Kommune zu verstehen geben, dass sie diesen Unsinn nicht bereit sind mitzumachen, und nicht treudoof Gläschen spülen und in den Reformkostladen tragen und ein gutes Gewissen haben.
Das war mit Lenor einfacher (und nur dafür gab es Lenor).
Fisalis, Kopf hoch: Sind solche Diskussionen nicht bewusstseinsbildend? Wenn auch vielleicht nicht (immer) im Sinn ihres Initiators. So wie mutatis mutandis bei der Pfandregelung.