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Autor Thema: "New German Style" - was ist das?  (Gelesen 57846 mal)

Davidia

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #90 am: 16. Januar 2013, 18:01:51 »

Ich hab manchmal den Eindruck, dass der NGS Begriff herumgeworfen wird aus einem gewissen Minderwertigkeitsgefühl - so nach dem Motto - "He Leute, schaut mal, wir Deutsche können auch Garten". Es ist ja trotz vieler toller, innovativer Gartengestalter in Deutschland so, dass wir International (z.B. in GB) in der breiten Gärtner-Öffentlichkeit wenig wahrgenommen werden. Aaußer von den Cracks, die unsere Cracks kennen...
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sarastro

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #91 am: 16. Januar 2013, 21:05:13 »

Selbstverständlich, und eine Anglizisme muss es obendrein sein. Was würden gerade die Franzosen sagen, wenn die Gartenkultur aus der Epoche des Louis den 14. heute als "Old fashioned French Barockgarden Style" bezeichnet würde?
« Letzte Änderung: 16. Januar 2013, 21:10:12 von sarastro »
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Treasure-Jo

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #92 am: 16. Januar 2013, 23:01:51 »

Ich hab manchmal den Eindruck, dass der NGS Begriff herumgeworfen wird aus einem gewissen Minderwertigkeitsgefühl - so nach dem Motto - "He Leute, schaut mal, wir Deutsche können auch Garten". Es ist ja trotz vieler toller, innovativer Gartengestalter in Deutschland so, dass wir International (z.B. in GB) in der breiten Gärtner-Öffentlichkeit wenig wahrgenommen werden. Aaußer von den Cracks, die unsere Cracks kennen...

Zudem zeichnen sich "unsere Cracks" überwiegend durch Bescheidenheit und Understatement aus. Da "vermarkten" sich andere, ausländische Cracks weit intensiver und offensiver.
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Liebe Grüße

Jo

maigrün

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #93 am: 16. Januar 2013, 23:14:21 »

was ist eigentlich so anrüchig daran, für etwas, was man gut und richtig findet zu "trommeln" und es damit ein stück mehr in die welt zu bringen?
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wenn das forum ein garten ist, dann sind die nicht nötigen zitate der giersch.

Treasure-Jo

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #94 am: 16. Januar 2013, 23:22:01 »

Aus meiner Sicht ist nichts anrüchiges daran. Meine Bemerkung wollte lediglich kommentieren, nicht werten ! :D
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Jo

pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #95 am: 17. Januar 2013, 00:23:24 »

es stimmt schon, dass die Engländer ihre Sache hervorragend darstellen können. Wer die Show von James Hichmough in Weihenstephan im Oktober gesehen und gehört hat weiß was ich meine. Aber auch die Petra Pelz ist genügend bekannt, obwohl sie das genaue Gegenteil repräsentiert wie die Engländer. Wie sehr sie mir sympathisch ist mit ihrer Art des Vortrags. Heiner Luz repräsentiert den humorvollen soliden Typ, der sich in dieser deutschen Tradition in einem Familienbetrieb am längsten behauptet hat.

Alle sind gekennzeichnet durch die Substanz ihrer Arbeit und die Inhalte, die sie vertreten. Ihnen reicht das. Sie haben die Aufträge, die sie brauchen offenbar. Sie brauchen keine weiteren Labels! Vor allem keine leeren Hülsen.
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Krümel

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #96 am: 03. Februar 2013, 08:48:28 »

Gestern war ich bei einem Vortrag von Cassian Schmidt über eben diesen "Style". Er selber ist ja auch eher unglücklich über den Begriff, aber "heute muss halt alles einen Namen haben", wie er grinsend und augenrollend meinte.
Seine Definition fand ich jedenfalls einleuchtend und abgrenzbar:

Naturalistische Pflanzungen unter Berücksichtigung der Lebensbereiche nach Hansen. Naturalistisch, nicht naturnah, da die gestaltende Hand des Gärtners durchaus ersichtlich sein soll.
Gräser sind dabei wichtig, aber auch Wildarten und Zuchtformen mit Wildcharakter.
Reduktion (nur wenige Arten/Sorten, die aber wiederholt, als dominante Aspektbildner) auf grossen Flächen.
Weiter handelt es sich um dynamische, selbstregulierende Pflanzungen, die trotzdem in ihrer Gesamtheit bzw. Gerüst "nachhaltig" sind. Der Pflegeaufwand lässt sich dadurch sehr minimieren (besonders interessant fürs öffentliche Grün).

Meins ist es nicht wirklich, reizen könnte es mich allerhöchstens, wenn mein Garten etwa zehnmal so gross wäre. Trotzdem gaben mir einige Staudenkombinationen nette Inspirationen und Lust, diesbezüglich was Neues auszuprobieren.

Rückimporte deutscher "Erfindungen" aus englischsprachigem Gebiet haben eine alte Tradition - so ist z.B. die englische Gothic novel, der Schauerroman des 19. Jahrhunderts wie etwa "Dracula", eine deutsche Schöpfung von E.T.A. Hoffmann (OT bitte hier erlaubt).
Die Gothic Novel hat ihren Anfang in England und dies im 18. Jahrhundert. Hoffmann hatte damit nix zu tun. Wenn schon, dann so: Hoffmann beeinflusste Edgar Allan Poe. (OT bitte hier auch erlaubt)
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sarastro

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #97 am: 03. Februar 2013, 09:05:10 »

Ich hab manchmal den Eindruck, dass der NGS Begriff herumgeworfen wird aus einem gewissen Minderwertigkeitsgefühl - so nach dem Motto - "He Leute, schaut mal, wir Deutsche können auch Garten". Es ist ja trotz vieler toller, innovativer Gartengestalter in Deutschland so, dass wir International (z.B. in GB) in der breiten Gärtner-Öffentlichkeit wenig wahrgenommen werden. Aaußer von den Cracks, die unsere Cracks kennen...

Zudem zeichnen sich "unsere Cracks" überwiegend durch Bescheidenheit und Understatement aus. Da "vermarkten" sich andere, ausländische Cracks weit intensiver und offensiver.

Muss ich dies wirklich? Genau anscheinend deswegen ist dieser Begriff "NGS" entstanden. Aus Zugzwang, sich in der kleiner werdenden Welt der Staudenverwender international zu behaupten?

Der Witz des Ganzen ist nämlich, dass genau dieser Stil nun gar nicht so neu ist, sondern seit den späten 80er-Jahren getätigt wird. Dieser deutsche Stil wird nämlich mehr und mehr von Engländern und Amerikaner übernommen, weil er eben auf Pflegeleichtigkeit ausgerichtet ist. Und diesen "New German Style" jetzt allein auf die Mainau oder auf Cassian Schmidt zu fokusieren, ist ganz einfach falsch.

Vermarkten kann man den Enthusiasmus und sein Fachwissen. Die Tätigkeit selbst wirkt für sich. Das ist nun meine Ansicht, kann sein, dass ich wieder mal nicht zeitgemäß bin. Aber Pagels und Foerster agierten so. Mit Bescheidenheit und Begeisterung!
« Letzte Änderung: 03. Februar 2013, 09:07:33 von sarastro »
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oile

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #98 am: 03. Februar 2013, 09:15:54 »

Ich verweise nochmal auf den Beitrag von Gartenpraxis - nicht dass wir hier nochmal die ganze Diskussion aufrollen:
"New German Style" ist von Stefan Körner für seine prachtvollen Staudenpflanzungen auf der Mainau belegt worden. Nach dem herausragenden Beispiel des Kreisels in Kassel. Bis zu dem Zeitpunkt gab es den dutch style in der angloamerikanischen Literatur und kein Bedarf in der deutschen Literatur einen Kunstbegriff aus der englischen Sprache zu verwenden. "New German Style" ist sozusagen das "Handy" und der "Bodybag" in der deutschen Gartenszene. ;D

Für mich hat die Pflanzung auf der Mainau sehr wenig mit New German Style zu tun.

Ich habe mit den Begrifflichkeiten wenig Probleme, wenn man sich über deren Herkunft bewusst ist. Mitte der 1990er Jahre (bis ca. 2000) gab es relativ klare, voneinander abgrenzbare Strömungen, die mehr oder wenig paralell existierten (New German Style etwas eher, Dutch Wave etwas später). Da diese von englischsprachigen Personen betitelt wurden, habe ich damit kein Problem:

New American Garden:
Hauptvertreter: Oehme & van Sweden, Petra Pelz; im gewissen Umfang auch Denis Dujardin (B)
Inspiriert durch: Roberto Burle Marx (Brasilien), Karl Foerster
Höhepunkt: 1990-2000
Merkmale: großflächige Einsatz von Staudenmonokulturen; kräftige, farblich teils sehr intensive Wirkungen; die in Frage kommenden Pflanzen sind stark eingeschränkte, da sie über eine lange Phase in der Vegetationsperiode gut aussehen müssen

Dutch Wave:
Hauptvertreter: Piet Oudolf, Henk Gerritsen, Ton ter Linden
Inspiriert durch: Niederländische Naturgartenbewegung, traditionelle Staudenverwendung in NL, D und GB
Höhepunkt: 1995-2005
Merkmale: Struktur und Texturreiche Staudenpflanzungen, die Farbigkeit ist eher zurückhaltend (tendeziell eher rote, rosafarbene und violette Töne, weiß, blau und ganz besonders gelb sehr zurückhaltend), Samenstände werden in die Gestaltung mit einbezogen, artenreich, üppig (viele Hochstauden), eher gärtnerisch-ästehtischer Ansatz

New German Style:
Hauptvertreter: Rosemarie Weise, Hans Simon, Urs Walser
Inspiriert durch: Friedrich Hansen, Willy Lange, sicherlich auch etwas durch Karl Foerster und Reinhold Tüxen
Höhepunkt: 1983-1995
Merkmale:Relativ konsequente Umsetzung der Lebensbereichs-Theorie von Friedrich Hansen, bekannt sind insbesondere Steppenartige Pflanzungen, der "reife Garten" stellt ein Idealbild dar, da hier eine gewisse Artenvielfalt bei überschaubarer Pflege existiert.


Nach 2000 haben sich diese Strömungen zunehmend vermischt bzw. neue entwickelt, die aber noch nicht so genau beschreibbar sind, dies gilt auch für einzelne Protagonisten, die sich zum Teil stark weiterentwickelt haben (z.B. Oudolf und Pelz).
Sicherlich gibt es bei den Präriepflanzungen von Cassian Schmidt oder den Mischpflanzungen des Arbeitskreises Pflanzenverwendung ihrer Wurzeln auch im "New German Style", jedoch sind diese auch sehr stark durch Grimes Ansätze beeinflusst bzw. orientieren sich starl an natürlichen Pflanzengemeinschaften (Schmidt).

Die Mainau-Staudenpflanzung enthält alle drei Strömungen, zusätzlich aber auch sehr tradionelle Elemente, die man schon von Karl Foerster kannte. Ich würde sie nicht als innovativ bezeichnen, sondern eher dem Publikum angemessen. Das ist durchaus positiv gemeint, da Bepflanzungen nicht immer auf diejenigen zugeschnitten sind, die sie auch nutzen (sollen).

PS. Ein kleines Kuriosum stellen die berühmten "Salbei-Felder" von Piet Oudolf dar (z.B. in Enköppping oder Chicago), die eher dem "New American Garden" ähneln. Allerdings bestand Oudolf darauf, dass die Samenstände nach der ersten Blüte nicht zurückgeschnitten werden und somit kein zweiter Flor "provoziert" werden sollte. Da gab es damals mit den Pflegekräften wohl einige Diskussionen (zumindest in Enköping).

PSS. Deshalb finde ich den Untertitel von Mascha Schachts Buch (von Karl Foerster bis New German Style) auch etwas unzutreffend, da Sie ja die (Leute hinter der) Staudenverwendung von 1900 bis heute und nicht nur bis 1995 beschreibt.
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Ich habe Besseres zu tun!

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pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #99 am: 03. Februar 2013, 14:38:32 »

sehr gut! :D
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Mediterraneus

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #100 am: 27. Dezember 2013, 11:03:01 »

Ich traute meinen Augen kaum: Mein Schöner Garten hat einen Extra-Teil über den New German Style mit drinnen.
Gewohnt knapp an Informationen, aber immerhin.
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Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung

pearl

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #101 am: 27. Dezember 2013, 13:19:19 »

 ::)
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Mediterraneus

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #102 am: 28. Dezember 2013, 16:10:41 »

ja wie jetzt?

Ich finde, das bringt die Zeitschrift in meinen Augen wieder um Meilen nach vorn. Hätt ich nicht erwartet. (Ok ich erwarte von denen eigentlich ja gar nix, man liests halt nebenbei mit, weils Mama abonniert hat)

Sogar Hans Simon ist abgebildet (ob er davon wohl wusste?) :D
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Henki

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #103 am: 28. Dezember 2013, 16:18:00 »

Ich finde, das bringt die Zeitschrift in meinen Augen wieder um Meilen nach vorn.

Danke für den Lacher des Tages. :-X
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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #104 am: 28. Dezember 2013, 16:45:21 »

Ich finde, das bringt die Zeitschrift in meinen Augen wieder um Meilen nach vorn.

Danke für den Lacher des Tages. :-X

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