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Autor Thema: "New German Style" - was ist das?  (Gelesen 57846 mal)

raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #60 am: 15. Januar 2013, 20:53:00 »

Wenn man den Sonnenstauden-Bereich der ehemaligen IGA München 1983 von Rosemarie Weiße - die übrigens in dem langen Wiki-Artikel über diese Gartenschau im Gegensatz zu den Architekten der Bauten bezeichnender Weise gar nicht erwähnt wird - für den Begriff dazunimmt, wie die englische Quelle nahelegt, dann ist der Stil also schon dreißig Jahre alt. Rückimporte deutscher "Erfindungen" aus englischsprachigem Gebiet haben eine alte Tradition - so ist z.B. die englische Gothic novel, der Schauerroman des 19. Jahrhunderts wie etwa "Dracula", eine deutsche Schöpfung von E.T.A. Hoffmann (OT bitte hier erlaubt). Dass Re-Importe eine lukrative Einnahmequelle sind, wissen manche Bereiche unserer Wirtschaft recht gut...
« Letzte Änderung: 15. Januar 2013, 21:03:01 von raiSCH »
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RosaRot

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #61 am: 15. Januar 2013, 21:16:24 »

Jedenfalls vielen Dank für die Hinweise auf Rosemarie Weisse. Mir war sie bislang überhaupt kein Begriff. Eigentlich seltsam, dass man eher englische Gartengestalter kennt als deutsche.
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RosaRot

raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #62 am: 15. Januar 2013, 21:25:52 »

Jedenfalls vielen Dank für die Hinweise auf Rosemarie Weisse. Mir war sie bislang überhaupt kein Begriff. Eigentlich seltsam, dass man eher englische Gartengestalter kennt als deutsche.

Sie ist - ebenfalls nicht von ungefähr - in Deutschlandd kaum bekannt geworden, vielleicht, weil sie zu früh "dran" war und ihr Werk nicht propagandistisch ausschlachtete.
Trotzdem ist England (auch trotz Karl Foerster) nach wie vor Vorbild, was sicher auch an der nach wie vor unüberbietbarer Garten-Fachliteratur liegt (viel größerer Absatzmarkt, Verbindung von hoher Fachkenntnis mit lesbarem gutem Stil und einer Prise Humor bzw. Selbstironie).
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RosaRot

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #63 am: 15. Januar 2013, 21:31:02 »

Das wäre ja mal ein Grund, sie in der "Gartenpraxis" vorzustellen. Außer dem Westpark in München hat sie doch vermutlich noch mehr gemacht.
Das müsste nun wieder in den GP-Thread... ;)
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RosaRot

raiSCH

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #64 am: 15. Januar 2013, 21:41:03 »

Da wäre ich auch dafür. Noel Kinsgsbury und Penelope Hobhouse haben sie erwähnt, aber der Prophet (z.B. über Gräserverwendung in "Präriegärten") gilt bekanntlich nichts im eigenen Vaterlande.
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riesenweib

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #65 am: 16. Januar 2013, 08:58:07 »

zur ergänzung:

die Weisse pflanzungen im Münchner Westpark 2007 von mir in strömenden regen fotografiert. Zwar irgendwo im forum schon verlinkt, aber nicht in diesem faden.
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will bitte jemand meine tippfehler? Verschenke sie in mengen. danke ;-)

sarastro

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #66 am: 16. Januar 2013, 09:37:16 »

Jedenfalls vielen Dank für die Hinweise auf Rosemarie Weisse. Mir war sie bislang überhaupt kein Begriff. Eigentlich seltsam, dass man eher englische Gartengestalter kennt als deutsche.

Sie ist - ebenfalls nicht von ungefähr - in Deutschlandd kaum bekannt geworden, vielleicht, weil sie zu früh "dran" war und ihr Werk nicht propagandistisch ausschlachtete.
Trotzdem ist England (auch trotz Karl Foerster) nach wie vor Vorbild, was sicher auch an der nach wie vor unüberbietbarer Garten-Fachliteratur liegt (viel größerer Absatzmarkt, Verbindung von hoher Fachkenntnis mit lesbarem gutem Stil und einer Prise Humor bzw. Selbstironie).
Du hast es auf den Punkt gebracht. Die Zeit war noch nicht reif genug. Erst das Thema England hat den Stein der Stauden so richtig ins Rollen gebracht. Außer Rosemarie Weise gab es eine ganze Reihe anderer guter deutscher Staudenverwender, schon in den 70er-Jahren.

Man muss auch fairerweise sagen, dass es überhaupt die Deutschen waren, die das Nowhow der Staudenverwendung nach Lebensbereichen entwickelten und publik machten. Sie exportierten diese Idee - und die Engländer bzw. Amerikaner machten auf ihre Weise eine Erfolgsgeschichte daraus, siehe Beth Chatto oder andere.
« Letzte Änderung: 16. Januar 2013, 09:41:57 von sarastro »
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RosaRot

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #67 am: 16. Januar 2013, 09:40:49 »

Danke !Eine sehr natürlich (fast wild) und geschlossen wirkende Pflanzung.

Edith: bezog sich natürlich auf Riesenweibs Fotos.
« Letzte Änderung: 16. Januar 2013, 09:41:34 von RosaRot »
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RosaRot

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #68 am: 16. Januar 2013, 09:46:09 »

Jedenfalls vielen Dank für die Hinweise auf Rosemarie Weisse. Mir war sie bislang überhaupt kein Begriff. Eigentlich seltsam, dass man eher englische Gartengestalter kennt als deutsche.

Sie ist - ebenfalls nicht von ungefähr - in Deutschlandd kaum bekannt geworden, vielleicht, weil sie zu früh "dran" war und ihr Werk nicht propagandistisch ausschlachtete.
Trotzdem ist England (auch trotz Karl Foerster) nach wie vor Vorbild, was sicher auch an der nach wie vor unüberbietbarer Garten-Fachliteratur liegt (viel größerer Absatzmarkt, Verbindung von hoher Fachkenntnis mit lesbarem gutem Stil und einer Prise Humor bzw. Selbstironie).
Du hast es auf den Punkt gebracht. Die Zeit war noch nicht reif genug. Erst das Thema England hat den Stein der Stauden so richtig ins Rollen gebracht. Außer Rosemarie Weise gab es eine ganze Reihe anderer guter deutscher Staudenverwender, schon in den 70er-Jahren.

Man muss auch fairerweise sagen, dass es überhaupt die Deutschen waren, die das Nowhow der Staudenverwendung nach Lebensbereichen entwickelten und publik machten. Sie exportierten diese Idee - und die Engländer bzw. Amerikaner machten auf ihre Weise eine Erfolgsgeschichte daraus, siehe Beth Chatto oder andere.

Um so interessanter wäre es dann, die hiesigen älteren Spuren der Pflanzen bzw. Staudenverwendung aufzudecken und zu dokumentieren, nach Foerster bzw. in der Interpretation von Foerster, Hansen usw. Auch Pflanzungen von Dr. Simon wären da interessant. Da kenne ich auch zu wenig.
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hymenocallis

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #69 am: 16. Januar 2013, 10:21:02 »

Irgendwie begreife ich große Teile dieser Diskussion nicht.

Die Staude selbst definiert doch ihre Verwendung durch ihre Standortansprüche und ihre Wuchsform, egal um welchen Gartenstil es sich handelt. Ich kann mir nicht recht vorstellen, wie man eine Staude entgegen dieser Grundvoraussetzungen langfristig einsetzen kann, nur um einem Stil zu entsprechen.

Sinnvollerweise sucht man sich aus dem vorhandenen Staudensortiment brauchbare Stauden für die gedachte Verwendung/den geplanten Stil aus - oder umgekehrt ist man Pflanzenliebhaber und sucht Areale im Garten, wo man die gewünschte Staude erfolgreich kultivieren kann.

Mir klingt das hier zwischendurch so, als würde man Pflanzen wie Deko-Objekte in Innenräumen je nach Modetrend platzieren/arrangieren können. Wobei - machen kann man das sicherlich - ob eine solche Pflanzung Bestand hat, ist eine andere Frage. ::)

Ganz abgesehen davon, daß die Mehrzahl der Stauden ohnehin nicht in großen öffentlichen oder privaten Schaugärten oder Parks irgendeinem vorgegebenen Stil entsprechend ausgepflanzt wird - meist sind es eher die Trends in den Gartenzeitschriften und die Angebote in den Pflanzenmärkten, die bestimmen, welche Stauden wie verwendet werden. ist der 'New German Style' also bloß Marketing-Masche? Wird tatsächlich in diesem für mich nach wie vor etwas nebulosem Stil gepflanzt - in ganz normalen Gärten?

LG
« Letzte Änderung: 16. Januar 2013, 10:26:35 von hemerocallis »
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Mediterraneus

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #70 am: 16. Januar 2013, 10:45:52 »

Ich bin ja auch "Laie" in der Sache. "New German Style" hörte ich schon mal irgendwann von Dr. Simon. Ich bin mir nicht mehr sicher, aber ich meinte, er hat es so erwähnt, als hätten die Amis das im Nachhinein erfunden.

Vorher wurden Pflanzen wohl hauptsächlich "optisch" nach Farben und Formen kombiniert, auch in den englischen Rabatten (Rose neben Lavendel. z.B.)

Dr. Simon hat dagegen großen Wert auf die Herkunft der Staude und auf deren Standortansprüche gelegt, und auch "wild" aussehende Pflanzen der gleichen Lebensbereiche mit eingebaut. Da waren dann halt auch schon mal Gräser dabei, die kein normaler Mensch zur damaligen Zeit überhaupt beachtet hätte (Carex humilis "Hexe") oder etwa Doldenblütler z.b. Seseli etc.

Solche in sich stimmige Pflanzungen, wo auch die Gehölze dazupassen, wurden hier im eher traditionell ländlichen Raum eher gar nicht wahrgenommen, bzw. als "Unordnung" oder "Unkraut" beschimpft.

Erkannt hat man deren Wert wohl erst im Ausland.

Falls ich falsch liege, bitte verbessern.

Wer kann genau erklären, was den "new German Style" kennzeichnet? Würd mich sehr interessieren
« Letzte Änderung: 16. Januar 2013, 10:46:56 von Mediterraneus »
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LG aus dem südlichen Main-Viereck
Mediterraneus

Andere haben schließlich auch irgendeine Ahnung

RosaRot

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #71 am: 16. Januar 2013, 10:45:54 »

meist sind es eher die Trends in den Gartenzeitschriften und die Angebote in den Pflanzenmärkten, die bestimmen, welche Stauden wie verwendet werden.
LG

Wenn dies tatsächlich so wäre, wäre es schlicht gruselig.
Woher kommen denn die sogenannten "Trends"? Sind sie nicht die Verballhornung von Leistungen, die tatsächlich wissende, gebildete, künstlerisch begabte Gestalter einmal verwirklicht haben und die dann maher oder weniger geschickt kopiert und verwässert werden von Publikumszeitschriften, Produzenten, Vermarktern?
So mal ganz grob gesagt.
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RosaRot

RosaRot

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #72 am: 16. Januar 2013, 10:48:24 »



Wer kann genau erklären, was den "new German Style" kennzeichnet? Würd mich sehr interessieren

Post 48, dort in Kürze.
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RosaRot

sarastro

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #73 am: 16. Januar 2013, 10:53:44 »

"Mir klingt das hier zwischendurch so, als würde man Pflanzen wie Deko-Objekte in Innenräumen je nach Modetrend platzieren/arrangieren können. Wobei - machen kann man das sicherlich - ob eine solche Pflanzung Bestand hat, ist eine andere Frage. "

Genau dies ist es doch, was den Reiz ausmacht!

Ich sage immer, nicht die Lebensbereichsgeschichte als Dogma betrachten, sondern aufgrund unterschiedlich breiter Standortamplituden und persönlicher Ästhetik die Pflanzen in ihrer Verwendung und ihren Möglichkeiten regelrecht "auskitzeln". Dabei muss man trotz einiger vermeintlich vorgegebener Stilrichtungen natürlich wissen, dass ein Rittersporn oder Phlox im Burgenland keine lange Überlebenschance besitzt. Daher wird man auf andere Stauden zurückgreifen, ohne jetzt gleich eine Prärie zu kreiren, nur weil dies gerade modern ist.

Pflanzen besitzen im Garten immer eine Dekofunktion, sie sind niemals ausschließlich zweckerfüllend da, das wäre langweilig. Und warum sollten wir sie nicht auch nach diesem wichtigen Gesichtspunkt der Ästhetik verwenden?
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sarastro

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Re:"New German Style" - was ist das?
« Antwort #74 am: 16. Januar 2013, 10:59:01 »

Dieser Begriff "NGS" scheint tatsächlich von den Amis geprägt worden sein. Ich werde anlässlich der Staudentage in Grünberg mal Cassian konsultieren. Ich erinnere mich jedenfalls nicht, dass in den späten 80er und 90er-Jahren auch nur irgendwer von einem "New German Style" sprach! Dieser Begriff kam wirklich erst auf, als die Mischpflanzungen und Mainau publik wurde, denn warum ist heute etwas "New", wenn dies schon Anfang 1980 publik wurde?
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