Eine gezielte Bestäubung ist bei Phlox wegen der Vielzahl der kleinen Blüten mit schmalem Kelch schwierig und mit hoher Irrtumsquote behaftet. Ich hatte damals einen äußerst unprofessionellen Ansatz. Ich hatte bei knochentrockenem Wetter einfach zwei Blütendolden vom benachbarten paniculata (der 2006 annähernd gleichzeitig aufging) abgeschnitten und wie mit dem Staubwedel über die offenen Blütendolden von amplifolia von oben richtig feste drübergewuschelt, dann einfach ausreifen und selbst aussamen lassen. Richtig wäre es natürlich gewesen, mit einem minifeinen Haarpinsel Pollen zu stehlen und in die engen Kelche hinein zu tupfen. Meine Erwartungen waren entsprechend gering.
Ich kann anhand des Farbresultats im Nachhinein sagen, dass sowohl die weiße als auch die purpurfarbene Pollenpflanze erfolgreich waren, entweder durch mich oder eben doch durch Insekten. Es sind auch rein rosafarbene Sämlinge dabei, die sich nicht zuordnen lassen, insoweit auch Selbstbestäubung durch Insekten möglich. Ganz wie die Mutterpflanze sieht aber merkwürdigerweise kein Sämling aus, gerade das hätte ich bei einer solchen Wildart vermutet.
Wenn man den Zufall ausschließen will, müsste man die zu bestäubende Sorte vor und nach der Bestäubung mit einer Tüte schützen, was möglicherweise mehr Probleme bereitet als langweilige Sämlinge später auszumisten.
Ich habe das Staubwedelverfahren ein Jahr später bei Blue Paradise probiert, war völlig erfolglos: Er hat überhaupt keine Samen angesetzt. Aus der Erfahrung würde ich sagen: Einfach dicht neben einander pflanzen und gucken, was wächst.