Als Faustregel gilt, dass der Wurzelraum eines Gehölzes etwa so ausladend ist wie seine Krone.
Jedes Gehölz, das einige Meter groß wird, wird bei der genannten vorgesehenen Beetgröße von 1 x 2 m mit seinen Wurzeln somit seitlich unter die Platten gehen, auch wenn es eine Pfahlwurzel ausbildet.
Das muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass nach wenigen Jahren dort die Platten angehoben werden, kann aber passieren, wenn der Baum mit den Jahrzehnten so richtig groß geworden ist.
Alternativen: Entweder ein Strauch, der sich mit weniger Platz begnügt. Das ist dann aber nichts zum drunter Sitzen. Oder nach Jahren, wenn einem ein ausgesuchtes schönes Solitärgehölz ans Herz gewachsen ist, mit Gelassenheit zur Kenntnis nehmen, dass es sich den Platz auch unterirdisch nimmt und ggf. die Platten neu verlegen, wenn es Stolperfallen gibt.
Zu den Linden: Nicht alle sind gleichermaßen "klebrig", sondern in erster Linie diejenigen, die stark von Blattläusen befallen werden.
Auf die Silberlinde (Tilia tomentosa), die Krimlinde (Tilia euchlora) oder auf Tilia henryana trifft das nicht zu. Insbesondere letzere ist ein sehr schöner Baum, der nicht zu schnell wächst. Allerdings müsstest Du wie bei allen anderen Linden mit verblühten herunterrieselnden Blüten rechnen. Die Beschaffung in Deutschland ist nicht ganz leicht, Wilken (siehe Banner unten) müsste sie haben (dort hast Du ja schon mal bestellt)
Catalpa wächst sehr flott, die wäre für so einen Standort aber nicht meine erste Wahl.
Unsere einheimischen Eichen (Qercus robur und petraea) werden mit der Zeit natürlich größer als 10 m.
Wenn es auch ein Nadelbaum sein darf: Kiefern gehen mit ihren Wurzeln eher in die Tiefe, sehr schön finde ich Pinus jeffreyi und P. ponderosa, ein Traum wäre P. bungeana. Alle erreichen aber irgendwann wie die von Dir angedachte Eiche Dimensionen, die erheblich über 10 m Höhe und 6-7 m Breite hinausgehen.
Falls eine Eiche sein soll, vielleicht lieber Q. x turneri 'Pseudoturneri'? Diese Sorte ist wintergrün und bleibt deutlich kleiner als Q. robur. Die Winterhärte dürfte ausreichen.
Oder vielleicht Sophora japonica, der Schnurbaum?
Cercidiphyllum? Kann man einstämmig bzw. hochstämmig ziehen. Du könntest dann im Herbst unter einem Baum sitzen, der zu der Zeit nach Kuchen duftet!
Ich sehe gerade, dass Du vor einiger Zeit einen solchen Baum gepflanzt und
hier angefragt hattest, was dem Bäumchen fehlt. Da hattest Du allerdings fälschlich geschrieben, es sei ein Cercis. Wie geht's es der Pflanze denn heute?
Carpinus caroliniana? Bleibt kleiner als unsere heimische Hainbuche und hat eine sehr schöne Herbstfärbung.
Was einheimisches? Sorbus domestica, der Speierling: Schönes Laub, schöne Früchte, bildet eine breite Krone, wird aber mit den Jahrzehnten auch recht groß, wenn auch nicht so groß wie eine Eiche.
Eine tief gehende Wurzel bildet
Sassafras. Der Baum hat wundervolles Laub und eine tolle Herbstfärbung, aber die Beschaffung (vor allem von größeren Exemplaren) ist ein Problem. Wenn Du aber Geduld aufbringst und ein kleines Exemplar setzt, wirst Du in einigen Jahren reich belohnt werden.
(Ach nee, vergiss den Sassafras: Wenn es ihm richtig gut geht, fängt er an, Ausläufer zu treiben.)
Manche Felsenbirnen (Amelanchier) lassen sich hochstämmig ziehen bzw. werden so angeboten. Dazu hatten wir mal einen Thread
hier, Nr. 10.
Mein Favorit wäre Tilia henryana.