Natürlich würden die Rosen-Verantwortlichen vor Ort, in Sangerhausen und anderswo, keine seltenen Rosen zugunsten von Neuzüchtungen rauswerfen.
Es könnte aber passieren, daß die jeweiligen
Träger von Rosarien sowas tun um z.B. Unterhaltungszuschüsse zu bekommen oder weil sie als Fachfremde glauben, mit "robusteren" modernen Rosen weniger Pflegeaufwand betreiben zu müssen etc pp.
Träger sind ja meist keine Liebhaber und Experten sondern Städte, Arrondissements oder sonstige öffentliche Stellen.
Diesen Politikern und Verwaltungsbeamten zu vermitteln, daß Rosen-Raritäten eine Lobby haben, die notfalls auch öffentliche Kontroversen initiiert ist nach wie vor wichtig. - Am besten b e v o r wieder irgendwo irgendwas gerodet wird.
Zumindest hat es in letzter Zeit Verluste gegeben: In Dortmund findet man so gut wie keine alten Tee Hybriden und Tee Rosen mehr, wie mir glaubhaft versichert wurde sind - warum auch immer - in Uetersen die Albas verschwunden und auch sonst hört man
Bedenkliches.
Die 3 x 3 x 3 Formel (sie stammt übrigens von Jedmar

ist auf jeden Fall eine sehr gute Zusatzsicherung von Sorten: Einzelexemplare in Rosarien sind keine Überlebensgarantie.
Was Sangerhausen betrifft war die Bereitschaft, Raritäten möglichst breit zu streuen, in der Vergangenheit nicht durchgehend so ausgeprägt wie erfreulicherweise wohl jetzt.
Natürlich ist gewissenhaftes Reiserschneiden, Etikettieren und Verschicken eine arbeitsintensive Sache, aber grade dadurch kann ja auch Geld in die Kasse kommen das dann der Sammlung als solches nützt.
Es gibt sicher genug Sammler die durch entsprechende Spenden für Raritäten-Reiser zumindest während der Saison eine Zusatz-Arbeitskraft finanzieren würden oder - wenn sie in der Nähe wohnen - sogar kostenlos während ihrer Semesterferien u.a. dabei mithelfen würden.
Herr Hawel ist nun auch tatsächlich auf mein Angebot, Marie de St. Jean- Reiser nach Sangerhausen zu schicken, eingegangen. In den ganzen Jahren zuvor hab ich u.a. darauf nie eine Antwort bekommen. Für mich ist die Aussage, alles wieder anpflanzen zu wollen, was dort verloren gegangen ist, dadurch jetzt endlich glaubwürdig und es freut mich natürlich sehr

Was besagte bedrohte Sammlung in England betrifft habe ich mich schon im Winter darum bemüht (und sogar schon Helfer und ein Wohnmobil organisiert), die Pflanzen notfalls sofort auszugraben.
Dann hieß es aber, sie könnten nun doch dort stehen bleiben. Die Bitte, dann im Sommer Reiser schneiden (lassen) zu dürfen, wurde leider nicht beantwortet.
Extra dafür wurde das zweite Bourbon-Beet größenmäßig verdoppelt. Nun haben wir den Platz, aber wohl leider nur die zweitbesten Beziehungen

Wenn der Erhaltungsgedanke aber der Hauptantrieb der Duplizierung ist werden die Reiser ja hoffentlich von Anfang an (an verschiedene spezialisierte Rosenschulen) gestreut. Dann werd ich die Plätze also weiterhin frei halten und erlebe es vielleicht noch, sie auch bei uns zu sehen.