Hi,
Die Beeren sind weich genug gewesen, um sie mit der Hand zu zerdrücken. Deutlich weicher wie Weissdorn!
Sie sind nicht hart, das stimmt, aber über 6kg mit der Hand zerdrücken, da wünsche ich mir doch eine mechanische Hilfe.
Ich habe nur geschüttelte oder von selbst heruntergefallene Früchte verwendet.
Ich habe gepflückt, aber es fielen auch etliche dabei von alleine ab, sie waren also reif. Die Reife scheint bei diesem Obst an einem Strauch relativ gleichzeitig stattzufinden.
Oder Mus mit der Hand-Passiermühle herstellen. Je nach Ergebnis kann man auch zweimal mit unterschiedlichen Lochgrössen durchstreichen, wenn beim ersten Mal irgendwelche Rest im Mus landen. Sehr feines Mus hab ich ebenfalls mit dem Handpressbeutel hergestellt, die Maische muss dazu aber mit etwas Wasser verdünnt werden. Erst durch ein grobes Lochblech streichen, dann das Ergebnis mit dem Beutel.
Für meinen Geschmack lohnt sich der Aufwand jedenfalls :-)
Heute bzw. gestern abend (also Dienstag abend bis nacht

) habe ich mich endlich an die Verarbeitung machen können. Zunächst habe ich die Küchenmaschine (Kitchenaid) in Betrieb genommen: Gemüseraspel hat unschöne Knackgeräusche gemacht, wegen der Kerne, sofort wieder aufgegeben.
Passieraufsatz, mit dem ich auch schon Johannisbeeren entsaftet habe: anfangs trat aus dem Sieb ein heller Schaum aus, der Trester schien noch einiges Fruchtfleisch zu enthalten, aber wie schon früher beobachtet nimmt die Ausbeute zu, weil der Trester Gegendruck erzeugt, woraufhin mehr Saft/Fruchtfleisch durch die Sieblöcher gedrückt wird, wodurch wiederum der Trester trockener wird und noch mehr Gegendruck erzeugt... Bei Johannisbeeren stellte sich früher irgendwann ein stabiler Zustand ein, aber diesmal haben die harten Kerne den Auswurf irgendwann ganz zugesetzt, der Maschinenantrieb rutschte durch. Vorher war der Druck offenbar so groß, dass Kerne zerdrückt wurden und teilweise mit dem Fruchtmus aus den Sieblöchern austraten. Mein Fruchtmus ist also etwas körnig und mehlig geworden.
Die Ausbeute: 500 g Trester und 1500 g Fruchtmuß! 75% Ausbeute, leider aufgrund zerdrückter Kerne...
Die Extruderschnecke des Pürieraufsatzes ist stark beschädigt (Kunststoffoberfläche im Endbereich von den harten Kernen verschlissen), und das Zerlegen hat eine halbe Stunde gedauert, weil steinharte Trestermasse alles zusammenbetoniert hat.
Und nun der Clou: das kalt ausgepresste Scharlachdornfruchtmus gelierte bereits in der Auffangschale. Ohne Zucker, ohne Erhitzen, es wurde so fest wie Sülze!
Ich wollte aber Marmelade, also 750 g Zucker dazu, einen Teelöffel Zitronensäure und mit dem Pürierstab vermischt, weil sich die schnittfeste Masse anders nicht mit dem Zucker vermischen ließ.
Das erhitzen war eine Qual, weil das Mus auch warm zu dick war. Trotz heftigen Rührens (mind. 2 Umdrehungen pro Sekunde mit dem Kochlöffel) blubberte und spritzte es immer wieder, und die Temperatur stieg nur sehr, sehr langsam. Ich weiß nicht, ob es wirklich heiß genug war, als ich es in Gläser abfüllte, vermutlich sollte ich die vollen Gläser besser nochmal nachsterilisieren. Wir hatten früher bereits schlechte Erfahrungen mit anderem Mus. Und außerdem habe ich normalen Zucker verwendet, im Gegensatz zu Gelierzucker ist da kein Konservierungsmittel dran.
Weitere Technik ausprobiert: Dampfentsafter. In den unteren Teil 2 Liter Wasser, in den Fruchtkorb 3,1 kg Scharlachdornbeeren, 1 Stunde kochen lassen. Zur Halbzeit 2 Esslöffel Zucker oben draufgestreut. Ergebnis:
1400 g Saft. Unten befand sich nur noch 1 Liter Wasser, also besteht der Saft wohl zu zwei Dritteln aus Wasser, und so schmeckt er leider auch.
Fazit: offenbar ist die Methode von Thomas, die Beeren von Hand zu zerquetschen und mit Pektinase einzumaischen die bisher beste Lösung.
Ein paar Kilo Beeren habe ich noch, und eine zweite Hecke ist in der Reife erfreulicherweise 1 Woche hinterher, es gibt also noch Material zum experimentieren.
Grüße,
Robert