Hallo Sassafras-Albidum-Freunde,
habe mich hier extra eingeklinkt , da mich dieses Gewächs schon immer interessierte, sein Wuchs, die Farben im Herbst und der sehr spezielle Geruch. Das möchte ich gerne teilen, da ich denke, es wird einigen helfen.
Ich denke, es war im Herbst 2004, habe ich mir ein paar einjährige Triebe in Michigan, USA im Wald abgestochen, wegen Zoll und Einfuhrbestimmungen kpl. vom Erdreich befreit und eingekürzt, aber es hat keiner gefragt und ich habe bei der Einreise nichts gesagt. Das sah am Wurzelwerk so elend aus, daß ich niemals geglaubt habe, daß das was wird. Aber egal ! In Deutschland angekommen im Garten (4000 m²) im recht mageren Boden gepflanzt nach dem Motto, friß oder stirb. Frühjahr: Als erstes, und das passiert bei jeder Umpflanzaktion, stirbt der Haupttrieb ab, da die wichtigen Wurzelverbindungen gekappt sind. Aber er schlägt unten wieder neu aus, also Draht um die "Pflänzchen", da wir Rehe, Kaninchen usw. im Garten haben, 50 % meiner Pflanzen haben sie mir "vernichtet".
Um es abzukürzen, der größte Trieb ist heute ca. 5-6 m. hoch und hat einen Stammumfang von 30 cm. Treibt kräftige Wurzeln und die ersten Ableger kommen in ca. 4 m. Entfernung aus dem Boden. Sie wachsen im ersten Jahr bis zu 1 m, im zweiten Jahr auf ca. 1,6m.
Sassafras hat ein eigenartiges Wurzelwerk, die einen sehen aus wie abgestorbenes Haar, dazwischen sind aber wenige extrem lange Wurzeltriebe die in der Konsistenz ähnlich wie Karotten sind, eben nur weiß und Bleistiftdick. Wenn die gekappt sind und das läßt sich nicht vermeiden, fängt die ganze Pflanze von vorne an, daher niemals größere Sassafras umpflanzen. Das wird nix, da die Pflanze schon zu groß ist und die Wurzel nicht so schnell wachsen kann. Ach so, wichtig, alle im Topf gehaltenen Pflanzen sind nach der Zeit X eingegangen. Dieser Baum ist freiheitsliebend.
Ich arbeite jeden Tag 12 Std., aber ich lasse es mir nicht nehmen, jeden Tag einmal nachzusehen, zur Not mit Taschenlampe, das ist schon Ritual und erfreut mich jedes Mal.
Laßt Euch nicht entmutigen, die Anwachsgewährleistung bei diesem Gehölz kann keiner geben, weil mehrmaliges Umpflanzen und die Aufzucht im Topf meist das Todesurteil ist. Wichtig ist, junge Triebe abstechen, Wurzelwerk einfach vernachlässigen, es bildet sich neu, wenn nichts schief läuft, Geduld bewahren.
Warum gibt es so wenig natürliche Nachzucht, die Triebe kommen in einiger Entfernung sehr sehr unscheinbar über Wurzeltriebe zum Vorschein und fallen in deutschen Gärten und Parkanlagen meist ungesehen dem Rasenmäher zum Opfer und bei mir ist das eben anders. Meine Bäume blühen zwar, tragen aber leider noch keine Saat, zumindest bis jetzt.
Ich will gerne einige Pflanzen abgeben, wenn der Bestand eine nach meinem Ermessen ausreichende Größe hat, werde das dann hier auch gerne mitteilen, aber erst möchte ich die Region damit verseuchen !!! Irgendwo in Holland soll es eine ältere und größere Kolonie geben, dort wären sicherlich diverse Ableger zu erhaschen, aber ..... Wer suchet, der findet.
Meine Bitte, versucht nicht, diese Pflanze in Pötten oder eingeengt zu ziehen, sie braucht viel Platz, insbesondere unterirdisch, ich habe die Wurzeln in 8 m. Entfernung gefunden, und meine Bäume sind nicht sehr alt. Nichts für den Kleingärtner, eher für Park- und Anlagenbesitzer die bereit sind, diesen Baum Zeit und Platz zu geben.
Übrigens, ich wohne in Schleswig-Holstein, da ist das Klima nicht zimperlich und bei mir ist der Boden kalkhaltig und sch ....., ich glaube nicht, daß es in Deutschland eine Region gibt (außer Zugspitze), wo der Sassafras Albidum nicht wächst.