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Autor Thema: Achtung: "Bienenseuche" Bienenstockkäfer in Portugal  (Gelesen 1107 mal)

Iris

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Achtung: "Bienenseuche" Bienenstockkäfer in Portugal
« am: 15. Oktober 2004, 00:41:26 »

Hallo.
Lange ist es her und es war auch ein anderes Forum, wo ich über dieses Thema einen Thread iniziiert hatte. Inzwischen ist es soweit. Ich möchte alle, die mehr zu diesem Bienenfeind wissen möchten über meinen Newsletter informieren. Hier ein Abdruck:

 
Zitat
13. Oktober 2004
 
Newsletter der Bienenstockkäfer Kampagne

Kleiner Beutenkäfer nach Portugal eingeschleppt!

am 13. Oktober 2004 hat das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft uns auf unsere Anfrage hin bestätigt, dass der kleine Beutenkäfer in Portugal gefunden worden ist. Damit wurde dieser Käfer erstmals in Europa festgestellt. Er hatte sich in den letzten Jahren von Afrika aus zunächst nach Nordamerika, Ägypten und Australien ausgebreitet. Die Einschleppung nach Portugal erfolgte über einen Bienenimport aus den USA. Die betroffenen Völker sind inzwischen abgetötet und der eventuell mit Käferpuppen verseuchte Boden ist desinfiziert worden. So bestehen Chancen, dass der erste Befallsherd in der EU beseitigt wurde.

Die Bestätigung des ersten Verdachts der vergangenen Woche erfolgte nach einer Diagnose im französischen Referenzlabor in Nizza. Der Bienenimport aus den USA hätte nach geltendem EU Recht überhaupt nicht stattfinden dürfen. Am 11.12. 2003 ist eine EU Verordnung in Kraft getreten, welche die Einfuhr von Bienen aus den USA in die EU hätte verhindern müssen. Die von Mellifera e.V. initiierte Bienenstockkäfer Kampagne hatte entscheidend dazu beigetragen, dass die Verordnung durchgesetzt wurde.

Dieses Ereignis zeigt, wie notwendig das Importverbot ist. Wir fordern eine strikte Umsetzung des Verbotes und eine qualifizierte Information der kontrollierenden Behörden. Von den Imkern muss eine rigorose Haltung gegenüber jeglichem Bienenimport eingenommen werden. Es bestehen weiterhin Gefahren durch Ausnahmen, wie zum Beispiel erlaubte Bienenimporte aus Hawaii. Auch Gesundheitszeugnisse aus Ländern in denen eine Anzeigepflicht besteht, sind nicht unbedingt sicher. Wenn im Radius von 30 km um die exportierende Imkerei keine Beutenkäfer gefunden wurden, ist ein Import in die EU erlaubt.

Wir hoffen sehr, dass die ersten Beutenkäfer in Europa abgetötet werden konnten und keine weitere Ausbreitung in Portugal erfolgt. Trotz der großen Gefahr durch den Beutenkäfer dürfen wir Imker nicht resignieren. Inzwischen gibt es Forschungsprojekte die sich mit der Biologie des Käfers und seiner ökologischen Behandlung befassen. Außerdem sind die Verhältnisse in Deutschland anders als in Südeuropa oder in den USA. Wir Imker hier führen in der Regel eine gut strukturierte Imkerei und sind nah an dem einzelnen Volk. Das ist nicht mit Großimkereien zu vergleichen die tausende Völker betreuen. Wir können bei einem Befall die besonders gefährdeten, schwachen Völker rechtzeitig erkennen.

Wie wäre die Situation heute ohne die Bienenstockkäfer Kampagne? Die Imkerschaft wäre noch weniger auf einen Befall vorbereitet. Ob behördliche Regelungen vorhanden wären ist fraglich. Der Befall wäre vielleicht länger nicht erkannt worden und eine Eindämmung dann aussichtslos. Vielleicht wären durch eine Fortsetzung der bis dahin üblichen Importpraxis im Jahr 2004 schon an mehreren Orten Europas Beutenkäfer eingeschleppt. Mellifera e.V. hat mit der Bienenstockkäfer Kampagne wesentlich dazu beigetragen, dass die Institute, Be­hörden und Imkerschaft nun besser vorbereitet sind.

Bitte informieren Sie sich. Weitere aktuelle Informationen werden wir jeweils unter www.bienenstockkaefer.de veröffentlichen. Verfolgen Sie die Publikationen in der Fach­presse. Bei Verdachtsmomenten wenden Sie sich an Ihre jeweiligen bienenwissenschaftlich­en Institute und Bienenzuchtberater. Über das Bundesministerium ist eine illustrierte Schrift über den Beutenkäfer kostenlos zu beziehen über:

Telefon: 0180-5221996
Telefax: 0180-5221997
 
Email: broschuerenbestellung@bmvel.bund.de

Ich wünsche eine gute Nacht.
Iris
« Letzte Änderung: 21. Oktober 2004, 19:05:59 von Iris »
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Wolfgang-R

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Re:Bienenstockkäfer in Portugal
« Antwort #1 am: 15. Oktober 2004, 08:40:38 »

Vielen Dank für die Info, Iris :)
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VG Wolfgang

Günther

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Re:Bienenstockkäfer in Portugal
« Antwort #2 am: 15. Oktober 2004, 13:21:22 »

>Ätzmodus on< Die armen Asylanten. In Afrika wurden sie verfolgt, in Amerika haben sie unter Verfolgung zu leiden, und in Europa weigert man sich, sie aufzunehmen. Sogar mit Giften werden sie bekämpft...
Dabei wollen die lieben Tierchen nur in Ruhe und ungestört sich ihres Daseins freuen, sich um ihre Familien kümmern können, nicht Hunger leiden, und die schöne Gegend genießen. Und schon schreien die bösen Bienenzüchter "Ausländer raus!"> Ätzmodus off< ::)

Die Varroa ist ja auch noch nicht besiegt...
Wie leben die Bienen in Afrika? Stellt sich dort ein Gleichgewicht ein, oder befällt der Käfer nicht alle Arten? Aber keine "Killerbienen" deswegen importieren.
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Iris

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Re:Bienenstockkäfer in Portugal
« Antwort #3 am: 16. Oktober 2004, 00:30:53 »

Ja, es ist ähnlich wie mit der Varroa. Die afrikanische Biene hat sich im Laufe der Zeit an den Käfer gewöhnt. Das heißt in dem Fall: sie erkennt ihn als Feind. Und dass mit Bienen nicht zu spaßen ist, wenn sie einen als Feind erkennen, das weiss man ja.
Die hiesigen Bienen "kennen", d. h. auch: erkennen, den Käfer nicht. Er kann quasi ungestört in der Beute Beute machen. Und die größte Dreistigkeit ist noch, dass er sich teilweise sogar von Bienen füttern läßt. Sozusagen der Wolf im Schafspelz!

Kann sein, dass auch hier komische Bienenzüchtungen oder -Importe von "resistenten" Bienen geplant sind. Aber totsicher nicht von Seiten der Bienenstockkäferkampagne!

Grüße
Iris
« Letzte Änderung: 16. Oktober 2004, 00:34:59 von Iris »
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Iris

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Re:Achtung: "Bienenseuche" Bienenstockkäfer in Portugal
« Antwort #4 am: 21. Oktober 2004, 19:07:49 »

Für alle, die es interessiert, hier Weiteres aus meinem Newsletter zur Bienenstockkäferkampagne (Link oben).
Ich habe übrigens die Überschrift jetzt etwas "reißerischer" gemacht, damit auch mehr Leute diesen Beitrag lesen. Ist ansonsten nicht meine Art, aber das Thema ist mir wichtig.
Varroa kannte auch erst "jeder", als sie schon hier war und alles zu spät ::) ::) ::).

Zitat
Nach unseren Recherchen handelte es sich bei den Importen „lediglich“ um
Königinnen, nicht um Bienenschwärme, die ungewöhnlich spät im Jahr aus
Texas versandt wurden. Der Import hätte nach geltendem EU Recht nicht
stattfinden dürfen. Am 11.12. 2003 ist eine EU Verordnung in Kraft
getreten, welche die Einfuhr von Bienen oder Königinnen aus den USA
hätte verhindern müssen. Der Import aus den USA ist generell verboten,
weil der Beutenkäfer dort verbreitet ist und keine Anzeigepflicht für
ihn besteht. Die portugiesische Behörde kannte diese Bestimmungen nicht
oder setzte sie wider besseres Wissen nicht um.

Bei einer großen Anzahl von Ländern ist der Import von Königinnen in die
EU zwar weiter erlaubt, unterliegt aber seit der genannten Verordnung
einem strengen Kontrollverfahren seitens der jeweiligen
Veterinärbehörde. Als Glücksfall ist zu bewerten, dass in Portugal wohl
eine derartige strengere Kontrolle anfänglich erfolgte. So wurde der
Befall letztlich festgestellt und gemeldet. Angeblich wurden Eier und
Larven in den Königinnen Versandkäfigen gefunden. Nicht zu verstehen
ist, dass die Königinnen erst in den Völkern eingesetzt, der Befall aber
erst später festgestellt worden sein soll. Nach dem neuen Verfahren muss
die Behörde die Versandkäfige und Begleitbienen vernichten und darf dem
Imker die Königinnen erst nach einer Kontrolle in neuen Käfigen
weiterleiten.

Das Ereignis zeigt zweierlei: Positiv ist, dass das neue Kontroll- und
Warnsystem wenigstens im Ansatz gegriffen hat. Erschreckend ist, dass
die zuständigen Behörden unzureichend aufgeklärt wurden oder die
Sachlage nicht ernst genommen haben. Dieses Ereignis zeigt wie notwendig
das Importverbot ist.


Grüße
Iris
« Letzte Änderung: 21. Oktober 2004, 19:08:09 von Iris »
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