ich scheine hier (klein-)klimatisch wirklich begünstigt gärtnern zu können. Astilben schätze ich, weil sie Farbe in den hochsommerlichen Schattengarten bringen und weil die die Vielfalt der verschiedenen Formen so groß ist.
Ich muss auch bei über 30 ° C zusätzlich wässern aber ich habe festgestellt, das sie hier am besten wachsen und blühen, wenn sie ausreichend Licht (aber keine Mittags- oder Nachmittagssonne) bekommen und nicht unter Wurzeldruck zu leiden haben. Wasser- oder Wasserrandnähe scheint ihnen allen am besten zu bekommen.
Ja, sie bringen definitiv Farbe und Vielfalt. Außerdem finde ich auch den Duft bemerkenswert, "unüberiechbar" und trotzdem irgendwie subtil.
Der alte Pflanzplatz den ich hatte, lag in der ehemaligen Aue, in fast unmittelbarer Nähe zum begradigten Neckar. Dies hat sich sicherlich auch positiv ausgewirkt.
Jetzt haben sie weniger mit Licht und Wasser ein Problem, sondern mit Hitze . Meine Hostas und Rodgersien (sie tun sich sonst leichter als viele Astilben) ziehen zur Zeit ein. Obwohl sie schattig stehen und bei der anhaltenden Trockenheit sogar ich gegossen habe. Es ist hier (Stuttgart) nicht unmöglich Astilben zu kultivieren, allerdings eben nicht jede Sorte an jedem Platz. Es bestätigt sich hier die alte Erfahrung, dass Chinensis-Sorten insgesamt toleranter gegenüber Trockenheit und hohe Temperaturen sind als andere. Und eben Astilbe biternata, was aber Zufall sein kann. Von den Arendsii- und Japonica-Sorten, welche ich eigentlich attraktiver finde schaffen es leider nur wenige dauerhaft, darunter beispielsweise leider keine rote.
Die sogenannten A. simiplicifolia/glaberrima-Typen sind mir immer noch ein Rätsel. In vielen Sortenbeschreibungen findet sich etwas von "ungeteilten" Grundblättern. Aber das habe ich noch bei keiner Sorte feststellen können, die diesem Sortenkomplex zugeordnet werden.
Komischerweise findet sich diese Merkmal bei Sämlingen einer Astilbe, die Purler "Tiarello" aus einem Gärtnereibestand von Sämlingen von Astilbe chinensis var. pumila herausgefischt hat. Die Mutterpflanze, wie auch einige der Sämlinge werden in den nächsten Tagen aufblühen.
Das mit den Simplicifolia-Sorten hat mich auch schon grübeln lassen. Du weist es sicher, laut Schacht-Jelitto sind die Sorten Hybriden mit Arendsiis. Letztere ist ja bekanntermasen schon ein buntes Gemisch aus diversen Arten, ich finde es nicht nachvollziehbar, dass diese Sorten der Art A. simplicifolia zugerechnet werden. Zumindest viele der Alten wie `Atrorosea´ oder `Praecox Alba´ sind für mich eher kompakte Arendsii/Japonica.
Ich habe es eh schon lange aufgegeben, die Zuordnung der Sorten der beiden großen Hybridgruppen verstehen zu wollen. Nachvollziehbar ist für mich eher was nicht zu einer der beiden gehört, d. h. Chinensis- und Crispa-Hybriden, vielleicht noch die durch einen deutlich überhängenden Blütenstand hervortretenden Thunbergii-Hybriden.
Zu den ungeteilten Grundblättern fällt mir ansonsten nur ein, dass manche der im Umlauf befindlichen generativen `Pumila´ diese im Jugendstadium auch zeigen? Die Auslese hat diese vielleicht im Alter behalten, ich finde sie auf jeden Fall interessant, da sie farbliche Abwechslung bringt und nicht das blaustichige Chinensis-Rosa zeigt.
Abgesehen davon, dass Vieles was als pumila läuft wenig bis nichts mit dem Ursprungstyp zu tun hat, ist dies oft auch noch in sich nicht homogen. Ich habe schon einen blühenden Bestand gesehen, der alle möglichen Chinensis-Erscheinungsformen beinhaltete, daneben auch noch offensichtliche Hybriden. Darunter waren übrigens auch weißlich erscheinende, allerdings in diesem Fall nicht wirklich schön.