Jetzt zu Saisonende kann ich auch eine Zwischenbilanz meines kleinen Sichtungsexperiments ziehen. 15 Sämlinge von einer Pflanze sind vielleicht keine ausreichende statistische Grundlage aber die Ergebnisse sind in mancher Hinsicht schon aussagefähig.
Tiarellos Astilbenfindling stammt, wie bereits ausgeführt, aus einem Gärtnereibestand von Sämlingsvermehrten Asilbe chinensis var. pumila.
Vom Idealbild dieses Typus weicht er vor allem durch seine langen zartrosa gefärbten, leicht nickenden und nahezu ungestielten Blütenstände und seine Höhe von mehr als 60 cm ab. Die Einzeblüten stehen lockerer als bei typischen A. chinensis und die "Farbigkeit" wird nur durch rötlich gefärbte Kelchblätter und das rötliche Blüteninnere erzielt, während die Kelchblätter weiß sind.
Das Laub ist ist nur maximal dreimal dreifach gefiedert, groß und rundlich-eiförmig und damit "einfacher" bei dem Idealtyp. Die Laubabschnitte sitzen auf lackroten Stängeln.
Alles in allem, ein Astilbentyp, der in dieser Form so als Gartensorte noch nicht beschrieben wurde und dabei so attraktiv, dass ich mich damit einfach beschäftigen musste.
Die 15 Sämlinge dieses Typs aus dem Jahr 2014, wurden in diesem Frühjahr pikiert und in 9 cm Rundtöpfen weiterkultiviert.
Auffallend war zunächst, dass drei dieser Sämlinge gegenüber den anderen im Wachstum zurückblieben und dieses auch nicht aufgeholt haben. Zudem scheint das Laub der Winzlinge glänzender und gewellter zu sein.
Leider haben die drei Winzlinge in diesem Jahr noch nicht geblüht und ich muss wohl das nächste Jahr abwarten, was sich daraus weiter ergibt.
Von den restlichen 12 Sämlingspflanzen haben 9 dieses Jahr Blütenstände geschoben. Davon gleicht nur einer im Laubschnitt (dreifach dreigeteilt) und der zart hellrosa Blütenfarbe der Mutterpflanze.
8 Sämlinge haben bis heute nur einfach dreigeteiltes Laub ausgebildet und bis auf den weiß blühenden Ausreißer haben die anderen 7 Sämlinge eine kräftigere Blütenfarbwirkung als die Mutter, wobei auch hier die
Kronblätter weiß sind, die Blütenstängel, die Kelchblätter und das Blüteninnere jedoch noch kräftiger gefärbt sind als bei der Mutterpflanze.
Darunter sind jedoch mehrere Exemplare mit extrem schmalen und nicht standfesten Blütenrispen, die noch ein Jahr eine Chance erhalten sollen ansonsten jedoch auf den Kompost wandern.
Wie die Mutter zeigt jedoch bislang keiner der Nachkommen die typischen Merkmale von Astilbe chinensis var. pumila.
Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, das Tiarellos Findling eine Spontanhybride zwischen Astilbe chinensis var. pumila und einer anderen Gartensorte sein könnte. dann müsste das Original 'Tiarello' die F1-Generation sein. Aber müssten sich sich die F2-Generation sich dann nicht aufspalten und wenigstens einige Exemplare Merkmale von Astilbe chinensis var. pumila zeigen?
