Nun zu den Gartensorten, die A. simplcifolia als Hybride zugeordnet werden.
Die ersten mit Namen 'Alba', 'Rosea' und 'Carnea' werden G. Arends (1924) als Kreuzung aus A. simplicifolia X A. japonica zugeordnet. Doch bereits 1922 hat in England eine "A. simplicifloia hybrida Rosea" einen Award of Merrit gewonnen. Von dieser Pflanze gibt es bei Tarouca/Schneider in der Ausgabe von 1923 offenbar sogar ein Foto.
Diese Pflanze sieht noch der Wildflorm A. simplicifolia recht ähnlich, auch wenn das Laub schon nicht mehr "simplicifolia" ist.
Arends hat diese Formen dann wieder mit A. Japonica-Hybriden gekreuzt, um bestimmete Pflanzeneigenschaften zu verstärken.
Dies hat einerseits zu früh blühenden Sorten geführt, die eigentlich überhaupt nicht mehr nach der Wildform A. simplicifolia ausschauen sondern mehr dem Typ "Astilbe japonica" ähnlich sehen. Beispiele sind 'Praecox Alba' aber auch die Pagels-Sorte 'Aphrodite' gehört für mich dazu.
Es gibt jedoch auch Sorten wie 'Bronce Elegans', spätblühend mit feinem glänzendem Laub und sehr feinen Blütenständen, die Alan Blooms 'Sprite' und Drakes 'Inshirach Pink' sehr ähnlich sind. Darüberhinaus besitzen die A. Crispa-Hybriden von Arends im zumindestens Laubschnitt Ähnlichkeiten mit diesen manchmal A. glaberrima zugeordneten Sorten. Hier scheint es nach den Ausführungen von G. Arends keine Anknüpfungspunkte mit einer Hybridisierung mit A. simplicifolia zu geben.
Ich frage mich in diesem Zusammenhang, ob die die "Zwergigkeit" im Wachstum, die Möglickeit filigranes Laub und Blütenstände hervorzubringen, nicht einfach im Genpotential von A. japonica (Wildform) enthalten ist, ohne dass hier eine Bastardisierung nötig ist.
Dazu habe ich heute noch eine PDF-Datei mit einer Doktorarbeit aus USA über die "Molecular and Morphological Investigation of Astilbe" gefunden. Die habe ich mir für Sonntag vorgenommen, weil das einmal wieder "schwere Kost" zu lesen gibt.