Das Mysterium um eine der ersten Astilbe simplicifolia-HybridenIm Jahr 1910 wird die japanische Wildform Astilbe offenbar versehentlich als "Beifang" mit einer Lieferung anderer Stauden aus Japan an zwei Gärtnereien in Großbrtannien eingeführt.
Georg Arends berichtet in seinen Erinnerungen, das er von dem "befreundeten Landsmann" G. Reuthe aus England drei Sämlingspflanzen erhalten hat, von denen er eine mit verschiedenen A. japonica_Hybriden kreuzt. Da diese F-1-Generation noch nicht Erwartungen entsprochen haben, unternahm er weitere Rückkreuzungen mit "guten A. japonica Sorten".
Weiter schreibt er:
"So konnte ich 1923 erstmalig beschreiben und anbieten:
Astilbe simpl. hybriyda Alba, weiß
Carnea, zart fleischfarbig,
Rosea, schön hellrosa."
Nun findet man in der Zeitschrift The Gardener's Chronicle" aus dem Jahr 1922 jedoch einen Eintrag, dass in England bereits in diesem Jahr eine "Astilbe hybrida rosea" einen Award of Merritt erhalten hat, "shown by Mrs. G. Reuthe, Keston".
Gibt oder gab es etwa zwei verschiedene Hybriden unter diesem Namen und das auch noch gezüchtet von zwei Gärtnern, die sich untereinander kannten?
Die Beschreibung der in England gezeigten und prämierten Pflanze deckt sich übrigens mit dem bereits erwähnten
Herbarbeleg, der aus der niederländischen Universität Leiden aus dem Jahr 1969 stammt. Eine lebende Pflanze soll im Boga Edinburgh existieren.
In dem Onlineshop von Arends-Maubach sind die Fotos leider so undeutlich, dass man das Laub von Arends A. simlpicifolia-Hybride 'Rosea' nicht erkennen kann. Anja Arends-Maubach schreibt zu dieser Sorte, das dieser "wunderschöne Klassiker " bereits 1920 von der RHS ausgezeichnet wurde, was irgendwie nun überhaupt nicht zu den anderen Daten passt.
Alles sehr, sehr merkwürdig.