Vielleicht könnten die Fachleute mal sagen, ob das an dem angedachten Platz auch ginge.
Natürlich könnten sie das, aber das tun sie immer seltener.....
Die zunehmende Zurückhaltung ist kein böser Wille, sondern einfach eine Folge von Erfahrungen. Auf die Frage nach geeigenten Pflanzen unter mehr oder weniger vollständig beschriebenen Voraussetzungen erhalten die Fragesteller im Laufe eines Threads jede Menge Empfehlungen für mehr oder weniger geeignete Bepflanzungen. Viele Poster meinen, dass ihre (mehr oder weniger entsprechende) Lösung empfehlenswert ist.
Fachleute haben zwar auch individuelle Vorstellungen bzgl. der Verwendung von Kletterpflanzen, sollten und werden aber ihre Empfehlungen auf der Basis gewisser Standards aussprechen.
Diese Standards ("Stand der Technik" - technische Regelwerke usw.) sind für traditionelle Fassadenbegrünungen veröffentlicht. Dabei ist für Fassadenbegrünung mit Kletterpflanzen in Deutschland die aktuelle Ausgabe der FLL- "Richtliniie...." richtungsweisend und alle Fachliteratur und die Mehrheit informativer Internetseiten von Fachleuten lehnt sich an diese Empfehlungen an.
Die Pflanzenauswahl für Fassadenbegrünungen, bzw. für den Bewuchs von Klettergerüsten wird i.d.R. durch Tabellen unterstützt, denen man zahlreiche Merkmale entnehmen kann und die jedermann einen direkten Vergleich von Eignungskriterien erlauben. Diese Daten sind die zuverlässigsten, die ein Fragesteller finden kann, denn sie entspringen gründlicher und zeitaufwändiger ZUsammenarbeit eines recht großen Expertenkreises.
Es ist daher nicht nötig, zu jeder Frage zur Fassadenbegrünung, bzw. dem Umgang mit kletterndem Bewuchs "das Rad neu zu erfinden"! Ein Blick in Tabellen wie z.B.
diese macht langatmige Diskussionen über Eignungsaspekte überflüssig.
Da kann man sich leicht heraussuchen, welche Pflanzen in Wüchsigkeit und Kletterstrategie einem engen Gitter mit den Außenmaßen x und y im Schatten oder in der Sonne optimal entsprechen...
Wenn man mit den ausgewiesenen Möglichkeiten nicht zufrieden ist, muss man eben etwas weniger geeignetes heraussuchen und sich darauf einstellen, dass damit ein paar Nachteile verbunden sind. Diese reichen von "ein klein wenig mehr Arbeit" (mehr Aufwand für Leitung und Schnitt) oder Verzicht auf ein Wunschmerkmal (wie "immergrün + Blüte + ungiftig) bis hin zu der Erfahrung, dass man sich "ein Monster herangezogen hat".
Daran ändert eine Expertenempfehlung in einem Forum auch nichts, denn meistens wird diese ohnehin nicht beachtet. Empfehlungen unter strenger Beachtung der Eignungskriterien unter der Zielsetzung oprimaler Funktion und dauerhaftem Bestand bei geringstmöglichem Pflegeaufwand sind nun mal eben eherlangweilig.
Der Hobbygärtner experimentiert gerne und sieht sich i.d.R. als fit und kompetent genug, für ein wenig Rückschnitt an... Ob er es ist, erweist sich in einigen Jahren....
Expertenrat, der nicht ganz den eigenen Vorstellungen entspricht, wird gerne zur Kenntnis genommen, aber selten soweit beachtet, dass sich die Ausführung danach richtet.
Wozu sollen also Experten noch mehr Zeit für derartige Beratungen aufwenden? Ich meine, mit dem Vefassen von Literatur und der Bereitstellung leicht und kostenlos verfügbarer, "abgesicherter" Daten tun sie mehr als ihre "Pflicht" auch wenn sie sich in Diskussionen wie dieser (mehrheitlich allerdings auch in jeder Forenbeteiligung) zurückhalten.