Ich habe noch einmal darüber nachgedacht, woher mein Unbehagen gegenüber Büchern als substantielle Planungshilfe bei der Neuanlage bzw. radikalen Umgestaltung alter Gärten kommt.
Es liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass in keinem Buch, das ich kenne, vermittelt wird, dass ein Garten nie ein fertiges Produkt sein kann.
Für mich ist ein Garten ein ständiges Projekt, das sich mit der Gartenleidenschaft und den Erfahrungen der Gartenbesitzer entwickeln muss und ständig verändern wird.
Ich kann diesen Prozess in besonderer Weise an einem Garten beobachten, den ich vor gut 15 Jahren mit und für Freunde auf einem Neubaugrundstück angelegt habe und der sich inzwischen zu einer Oase entwickelt hat.
Dies liegt nicht etwa an meiner "genialen" Planung, die letztlich nicht mehr als eine Grundausstattung war, bei der ich zunächst Angst hatte, dass die Bepflanzung meinen Freunden durch großzügige Pflanzabstände von Gehölzen bei eher kleinen Verkaufsgrößen als zu dürftig erscheinen könnte und die Kosten für Staudenpflanzungen und Bodendecker vergleichsweise zu hoch sein könnten.
Inzwischen sind die geplanten Hecken, Bäume und Ziersträucher herangewachsen. Die Grundzüge unserer gemeinsamen Planung sind zwar immer noch erkennbar.
Der Garten trägt aber inzwischen die eindeutige Handschrift der Gartenbesitzerin, die sich in den Jahren von einem Gartenneuling zu einer versierten Gartenliebhaberin entwickelt hat, die ihre Inspirationen sicher nicht allein nur aus Büchern holt, sondern vor allem auch an "learing by doing" und "try and error" gewachsen ist.