du hast natürlich recht, knorbs.
allerdings wird der lehmboden hier bei austrocknung wie beton, und im weiteren verlauf reisst er dann auf und es entstehen richtige gräben. das geht natürlich gar nicht für so so manch zarte pflanzenwurzel. regnet es dann, verschlämmt alles erst recht, der boden kann den regen nicht aufnehmen.
nun habe ich überlegt, die beete richtig "aufzuplustern", denn eigentlich ist der boden ja nicht schlecht, nur eben zu dicht.
ich habe das lavagranulat gekauft......
Hi
Knorbs hat das Wichtigste bereits geschrieben.
Ich würde immer nur Parzellen-weise den Boden bearbeiten, je nachdem welche Art von Beet Du anlegen möchtest: hungrige und durstige Stauden oder Steingarten- und Prärie-Pflanzen.
Der Lehmboden ist eigentlich sehr, sehr gut für sehr viele Pflanzen - z.B. Rosen.
Jetzt im Herbst könntest Du zum Beispiel - falls Du noch Lust und Kraft hast - den Bereich, den Du im Frühjahr pflanzen möchtest - schonmal umgraben: spatenstichtief Scholle für Scholle umdrehen und so stehen lassen. Der Frost zersprengt den harten Lehm und dieser läßt sich im Frühjahr besser bearbeiten.
Andere Möglichkeit: mit der Grabegabel alle paar Zentimenter reinstechen bis zum Anschlag und die Gabel hin und her bewegen, so dass sich Löcher bilden. Den Boden nicht anheben und die gelöcherte Fläche nicht mehr betreten. Der Frost dringt auch so rein und spaltet den Lehm. Über diese Fläche kannst Du Gartenabfälle und Laub 10cm hoch schichten und mit Kompost-Beschleuniger überstreuen. Bis zum Frühjahr ist das Zeug weitestgehend verrottet, den Rest kannst Du im Frühjahr untermischen.
Auf noch nicht bepflanzten Flächen kannst Du auch Rindenmulch/Rindenhumus (ist eigentlich egal, Rindenmulch ist halt billiger) 5cm dick ausstreuen und darunter (!) sehr großzügig Hornspäne streuen. Dadurch verrottet der Rindenmulch schneller und hinterläßt auf dem Oberboten eine Humusschicht, die Du im Frühjahr nach dem Abrechen des übrig gebliebenen Rindenmulchs einarbeiten kannst. Rindenmulch entzieht bei der Verrottung Stickstoff, daher die Hornspäne. Klappt prima bei mir schon seit etlichen Jahren.
Erkundige Dich mal bei der Gemeinde oder im Internet, wo bei Euch die nächste Großkompostieranlage ist. Die größeren Gemeinden haben mittlerweile alle eine solche Anlage und geben Kompost an die Anwohner billig hab - undzwar Kubikmeterweise für sehr wenig oder gar kein Geld. Brauchst nur einen Anhänger, um den abzuholen. Anlieferung kostet extra. Diesen Kompost gibt es meistens in fein oder grob. Den feinen kannst Du bedenkenlos einarbeiten - bis 40cm tief. Der gröbere eignet sich hervorragend zum Mulchen bepflanzter Flächen. Ist in der Regel so heiß kompostiert, dass weitestgehend keine Unkrautsamen drin sind.
Groben gewaschenen Sand (am besten Quarzsand) oder Flusssand kriegst Du meistens in einem Zementwerk recht billig. Der abgepackte Sand im Baumarkt ist für große Flächen zu teuer. Der Sand muss mindestens 40cm (eher 50-60cm) tief eingearbeitet werden. Am besten während des Umgrabens im Herbst über die hochgehobenen Schollen großzügig streuen und im Frühjahr einarbeiten und einebnen. Man kann dazu Fräsen beim Bauer ausleihen.
Das ist ziemliche Sklavenarbeit - habe ich bereits hinter mir -
Regelmäßiges Mulchen (auch mit Rindenmulch!!!) ist das A und O bei Lehmboden. Dieser darf nie offen bleiben, muss immer mit abgestorbenem organischem Material bedeckt sein - insbesondere ab Frühjahr bis Herbst. Im Winter umgraben und offene Schollen lassen. Dadurch vermeidet man Rissbildung und Aushärtung im Sommer. Im Laufe der Jahre kriegst Du aber dadurch einen 1A-Boden, selbst für Steingartenpflanzen (für die mehr Sand und Split einarbeiten als sonst, der Boden darf keine Klumpen mehr bilden, wenn man ihn in der Faust zusammendrückt).
Eine feine Sache ist auch das Produkt "Fulhumin" von Neudorff. Das ist sehr feiner reiner Humus, den man oberflächig einstreut. Ideal für Lehmböden. Nach 2-3 Jahren wird dieser schwarz und krümmelig. Leider sehr teueres Produkt, wenn man es großflächig anwenden will.
LG