Hallo, Susanne,
Auf der Packung steht "frische, schwarze Trüffel (Tuber indicum)". ...
dann hast du ein faires Angebot erwischt: Chinatrüffel laufen mitunter unter falscher Flagge, nämlich als Périgordtrüffel - Betrug, denn der Marktpreis für die Schwarzen aus dem Fernen Osten liegt bei weniger als einem Zehntel dessen, was man für Périgordtrüffel berappen muss. Die Preisdifferenz hat gute Gründe: Das Aroma der Périgord-Pilze ist (mindestens!) 15mal kräftiger als das der China-Dinger. Und (mindestens!) 20mal feiner...
Aber deine Chinatrüffel hatten einen korrekten Preis, das ist okay.
Wenn du z. B. Nudeln - pur, nur mit ein etwas gutem Olivenöl beträufelt - trüffeln willst, reicht es bei Périgordtrüffeln, wenn du pro Portion zwei, drei Mal mit dem Pilz über die Reibe fährst. Die wenigen Krümel entwickeln unglaublich intensive Würze, und eine einzige Trüffel (10-15 g) genügt für eine riesige Tischgesellschaft. Bei Chinatrüffeln musst du richtig energisch reiben. Bei entsprechender Krümelmenge schmeckt es dann auch ganz nett. Aber so delikat wie bei Périgordtrüffeln wird's nie.
Wenn du trotzdem was übrigbehältst von den schwarzen Knubbeln, kannst du sie auch in ein (möglichst kleines) Glas legen, mit gutem Olivenöl auffüllen und fest verschließen. Hält sich im Kühlschrank locker 2-4 Wochen und liefert nebenbei ein paar Löffel aromatischen Öls, das sich vielseitig einsetzen lässt.
Périgordtrüffel sind - im Gebrauch - letztlich nicht teurer als die China-Dinger, weil man da nie und nimmer 100 g benötigt, sondern mit einem einzigen, federleichten Knubbelchen schon sehr weit kommt

. Weiße Trüffel, Gipfel des Luxus (vom Preis her), mögen noch einen Tick feiner und intensiver sein; aber das Aroma ist m. E. nicht so viel grandioser als bei guten Schwarzen, dass man unbedingt zum Allerteuersten greifen müsste.
Schöne Grüße
Querkopf