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|19|12|Mit dem Glück ist es wie mit der Brille, man sucht sie und hat sie auf der Nase. (Unbekannt)

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Autor Thema: Terra Preta  (Gelesen 258100 mal)

Wild Obst

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Re: Terra Preta
« Antwort #1185 am: 14. Juni 2024, 10:41:21 »

Ich habe bei mir einmal auch selbst Pflanzen- bzw. Holzkohle gebrannt und in den Boden eingearbeitet. Einfach als Test und weil ich aus Sturmschäden viel Reisig und Äste hatte.
Ich habe die Kohle inspiriert vom folgenden yt video hergestellt. Es geht wirklich relativ einfach, das ganze praktisch rauchfrei zu machen. Sensorisch (nicht professionell getestet) hatte die Kohle keine Schadstoffe wie PAKs (rauchiger, schweliger Geruch) und war vollkommen geruchsfrei. Großteils ist die Kohle durch das Ablöschen schon von alleine in recht kleine Stücke zersprungen, meist <2cm und ich hatte auch mehr dünnes Holz als im verlinkten Video. Die Kohle habe ich nicht bewusst weiter zerkleinert.
Ich habe als Test mit der Kohle zwei Varianten gemacht: Ein Beet im Herbst mit Kohle und Kompost bedeckt. In einem anderen Beet die Kohle etwa bis auf Spatentiefe eingearbeitet und danach bzw. im Frühjahr Kompost bedeckt. In beiden Varianten waren es etwa 10% Volumen, also ca. 2-2,5cm Kohle auf 20-25cm Spatentiefe. Nach einigen Jahren jetzt und mit Bodenbearbeitung (Hacken, Pflanzen, Ernten usw.) sehe ich kaum einen Unterschied zwischen den Varianten, aber im Vergleich zur Kontrolle ohne Kohle einen etwas lockereren Boden. 10% Pflanzenkohle lockert einen tonigen Lehm schon recht gut auf und durch die (eher minimale) Bodenbearbeitung sind kaum noch gröbere Kohlestückchen zu finden. Extreme Wuchsunterschiede zwischen verschiedenen Beeten habe ich nicht feststellen können.
Ein bisschen habe ich auch mit Kohle in Topfsubstraten experimentiert um damit z.B. unstabile organische Komponenten ("Blumenerde") und Perlit zu ersetzen. Bis jetzt bin ich damit auch ganz zufrieden. Ähnlich wie bei Perlit ist auch bei Kohle in Topfsubstraten das Aufschwimmen bei zu starkem Gießen bzw. Extremregen ein Thema/Problem.
Aber ob ich noch mal Kohle brennen würde, weiß ich nicht. Die käuflich zu erwerbende Pflanzen-, Bio-, Was-auch-immer-Kohle ist mir, allerdings deutlich zu teuer, für die Effekte, die ich basierend auf meiner "Eigenproduktionskohle" erwarten würde, selbst wenn ich der professionellen Kohle deutlich bessere (5 fache?) Effekte zugestehen würde.
Einen vergleichbar lockereren Boden bekomme ich auch, wenn es mit der Gründüngung gut klappt. Ist eben jährliche Arbeit und muss vom Timing her stimmen, was im Zusammenspiel von Arbeit, Familie und Wetter nicht immer einfach ist.
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #1186 am: 14. Juni 2024, 10:47:51 »

Sensorisch (nicht professionell getestet) hatte die Kohle keine Schadstoffe wie PAKs (rauchiger, schweliger Geruch) und war vollkommen geruchsfrei.
Nur zur Erinnerung: die Mengen, um die es bei diesen Stoffen geht, liegen weit unterhalb der sensorischen Wahrnehmbarkeit. Also die Kohle kann nach nichts riechen, aber das ist kein Hinweis darauf, das sie unbedenklich ist.
Wir reden hier von tatsächlich potenten Stoffen und es ist nicht gesund, nur weils Bio oder selbstgemacht ist:
besonders besorgnis­erregend: krebs­erzeugend, erbgut­verändernd, fortpflanzungs­gefährdend (CMR), persistent, bio­akkumulativ und toxisch (PBT), sehr persistent und sehr bio­akkumulativ (vPvB)[4]
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Wild Obst

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Re: Terra Preta
« Antwort #1187 am: 14. Juni 2024, 10:51:29 »

Danke für den Hinweis, ich hätte es auch vielleicht deutlicher schreiben können. Ich habe allerdings ja auch nicht vor die Kohle zu essen.
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #1188 am: 14. Juni 2024, 11:02:49 »

Siehe den Beitrag davor auf Seite 79 unten.

Du drehst es beim Kompostieren ja auch im Kreis und es ist nicht auszuschließen, das in 20 Jahren evtl doch einmal Nahrungsmittel auf dem Boden angebaut werden.
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Wild Obst

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Re: Terra Preta
« Antwort #1189 am: 14. Juni 2024, 12:01:55 »

Gut, aber die Schwermetalle aus "meiner Kohle" stammen ja auch vom selben Grundstück, auf dem auch die Bäume vorher gewachsen sind, und somit hätte ich diese auch wieder im Boden, wenn ich die Äste einfach kompostiert hätte.
PAK Bildung kann ich natürlich nicht ausschließen. Aber diese ist, soweit ich weiß, sehr temperaturabhängig und irgendwo ab über 500°C +-100°C oder so werden keine PAKs mehr gebildet (so hatte ich das verstanden). In dem offenen System konnte ich ja die "Verkohlung" +- gut beobachten und die frische Kohle hat im Tageslicht sichtbar geglüht, was für mich auf Temperaturen von ca. 800°C oder mehr (aber wahrscheinlich unter 1000°C) schließen lässt. Am Grubenrand sind die Temperaturen aber sicherlich etwas niedriger gewesen, aber bei ca. 1m³ Glut dürfte auch der recht gut durcherhitzt sein. Kalksteine am Rand waren teilweise oberflächlich "gebrannt", was auch dort auf Temperaturen zumindest zeitweise um 800°C schließen lässt.
Ich habe schon mit Absicht keinen traditionellen Kohlemeiler gebaut, weil darin das Holz bei niedrigeren Temperaturen um 400°C verschwelt wird, was eher im Temperaturbereich für PAK-Bildung ist, und auch mein Ast- und Reisigmaterial dafür auch nicht geeignet gewesen wäre.
Trotzdem ist das alles natürlich keine Garantie für eine komplette PAK-Freiheit, weil es ja z.B. immer noch den Grubenboden gibt und deswegen (und auch wegen der Arbeit, die das Ganze macht, bei fraglicher Bodenverbesserung, was eigentlich mein Hauptpunkt im vorherigen Beitrag sein sollte), bin ich mir unsicher, ob ich das "Pflanzenkohlebrennen" noch einmal machen will.
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Natternkopf

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Re: Terra Preta
« Antwort #1190 am: 14. Juni 2024, 12:11:35 »

Sollte ich mehr besorgt sein?

Kohle mische ich immer wieder dazu.
Sie es meist via Kompost oder dann direkt in die Erdmischung.

Die Kohle nehme ich nach Hause vom Brotbackofen von der Arbeitsstelle.
Dienstag=Brotbacktag mit Kinder/Jugendlichen.

Nun ja, es ist konzentrierter weil ja einiges/vieles durchs Kamin weg ist.
Nein, ich denke nicht dass ich besorgter sein müsse.
Das Risiko schätze ich als überschaubar und relativ klein ein.

Als „strukturierendes“ Material habe ich das noch gerne in einigen Töpfen und Gartenbeeten.


Grüsse Natternkopf
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #1191 am: 14. Juni 2024, 12:16:03 »

Kohle hat eigentlich nur den Vorteil, dass CO2 aus der Atmosphäre entnommen und in einer beständigen Form dem Kohlenstoffkreislauf entzogen wird. Deswegen wird es ja auch so gehypt.

Für den Kübel gibt es besseres. Perlite oder Blähton, wenn es leicht sein soll, Ziegelsplitt und Lava wenn es schwer sein soll.
Im Beet würde ich alles nicht einsetzen, weil es dort nicht mehr rauskommt und Bodenverbesserung, wie Wild Obst schon schreibt, durch Gründünger besser zu erreichen ist.
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #1192 am: 14. Juni 2024, 12:32:02 »

Hier nochmal Feldversuchsergebnisse aus dem Projekt in Bayern:
https://www.lfl.bayern.de/iab/boden/055677/index.php
Zitat
Damit erfüllt die Biokohle weder die Hoffnungen im Hinblick auf eine bodenchemische noch eine bodenphysikalische Verbesserung in leichten bis mittelschweren Ackerböden in ertragsrelevantem Umfang. Die bisherigen humusanalytischen Ergebnisse weisen auf eine relativ schnelle Zersetzung der Biokohle hin, womit auch die Erwartungen im Hinblick auf eine langfristige Kohlenstoffsequestrierung nicht erfüllt werden.
Untersucht wurden HTC-Kohle, Pyrolysekohle und Buchenholzkohle auf trockenen, leichten bis mittelschweren Standorten. 
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Kürbisprinzessin

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Re: Terra Preta
« Antwort #1193 am: 14. Juni 2024, 12:43:38 »

Würdet ihr die Asche und Kohlereste, die nach dem Grillen übrig bleiben, auf den Kompost bzw ins Beet geben?
Ich frage, weil wir bald wieder grillen und ich mich dann jedesmal frage, ob ich es wegen der potentiellen Schadstoffbelastung in den Müll bringen müsste.
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elis

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Re: Terra Preta
« Antwort #1194 am: 16. Juni 2024, 21:28:59 »

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Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad von Bildung ersetzen,
aber keine Bildung den natürlichen Verstand.

Arthur Schopenhauer

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Re: Terra Preta
« Antwort #1195 am: 19. Juni 2024, 23:35:14 »

Zur Kohle und Schadstoffen:
Ich hatte letztes Jahr ein interessantes Gespräch mit jemand von der Uni Witzenhausen. Die haben Versuche zur Pflanzenkohle aus einem KonTiki-Meiler (also ein nach oben offener eher flacher Metallkegel mit zylinderförmiger Hitzeabschirmung nach aussen) gemacht. Der Mensch meinte es wäre überraschend schadstoffarm geworden, wenn man dafür sorgen kann, dass es durchgehend heiss bleibt.
Danach habe ich dann auch mit der Köhlerei in einem alten Milchkübel angefangen. Bisschen Nährstoffhaltefähigkeit würde meinem Sand guttun und ich dachte, selbst wenn (geringe Mengen) Schadstoffe entstehen, bleiben die vermutlich zu einem großen Teil an der Kohle adsorbiert und machen mir nichts.
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Microcitrus

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Re: Terra Preta
« Antwort #1196 am: 20. Juni 2024, 13:15:53 »

Zitat "Die bisherigen humusanalytischen Ergebnisse weisen auf eine relativ schnelle Zersetzung der Biokohle hin".

Welche Mikroorganismen zersetzen elementaren Kohlenstoff?

Interessant, auf jeden Fall.
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Microcitrus

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Re: Terra Preta
« Antwort #1197 am: 20. Juni 2024, 13:32:08 »

Sensorisch (nicht professionell getestet) hatte die Kohle keine Schadstoffe wie PAKs (rauchiger, schweliger Geruch) und war vollkommen geruchsfrei.
Nur zur Erinnerung: die Mengen, um die es bei diesen Stoffen geht, liegen weit unterhalb der sensorischen Wahrnehmbarkeit. Also die Kohle kann nach nichts riechen, aber das ist kein Hinweis darauf, das sie unbedenklich ist.
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Die "Biogradation of Benzopyren" durch Bodenpilze ist ja erforscht (Quelle)., ich würde mir da keine großen Gedanken über organische Restmoleküle in feinverteilter Form machen, wird alles mehrfach verdaut
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Wild Obst

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Re: Terra Preta
« Antwort #1198 am: 20. Juni 2024, 13:58:31 »

Naja, in der Studie wird Benzo(a)Pyren von dem Pilz ja nur so ein bisschen anverdaut/oxidiert. Ich würde mir schon Gedanken darüber machen, ob was in der Kohle ist oder nicht.
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #1199 am: 20. Juni 2024, 15:00:33 »

Es ist ja nicht nur Benzopyren. Polychlorierte Biphenyle und Dioxine und vieles mehr kommen ebenso vor.

Man kann natürlich auch seinen praktischen Fähigkeiten beim Feuer machen vertrauen. Aber wenn das Feuer dann doch anfängt zu rauchen, würde ich die Kohle bei mir nicht mehr einsetzen wollen.
Das was der Mann im Video vom BR macht ist spielen mit dem Feuer und überdüngen. Das Löschwasser sollte wie die Kohle Geschmacklos und Geruchlos sein, wenn die Kohle richtig hergestellt wurde. Ich glaube kaum, das das dort der Fall war.

Hier nochmal was zu den Vor- und Nachteilen des Kon-Tiki: https://keep-it-gruen.de/kon-tiki-test/
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