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News: Solange man nach Wollmäusen noch suchen muss, lohnt das Putzen nicht wirklich. (Fromme-Helene)
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19. August 2019, 07:49:04
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News: Solange man nach Wollmäusen noch suchen muss, lohnt das Putzen nicht wirklich. (Fromme-Helene)

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|20|10|Bis auf eine Brunette, die halbseitig vertrocknet ist, sahen die Sachen bei Ankunft glücklicherweise gut aus... (Zitat aus einem Fachthread)

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Autor Thema: Terra Preta  (Gelesen 123342 mal)

555Nase

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Re: Terra Preta
« Antwort #855 am: 13. April 2019, 03:45:44 »

"Früher", als alles noch viel besser war, wurde Holzkohle zur Desinfizierung der fäulnisanfälligen Kakteenwurzeln in die Kakteenerde nebst verwitterten Lehm gemischt.
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Gruß aus Karl-Chemnitz-Murx

roburdriver

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Re: Terra Preta
« Antwort #856 am: 13. April 2019, 19:49:03 »

Der Nutzen des ganzem Aufwands liegt aber offensichtlich im Promillebereich, zumindest für meine lehmhaltigen Lössboden sehe ich darin keinen Sinn.
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Rieke

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Re: Terra Preta
« Antwort #857 am: 13. April 2019, 20:21:26 »

Oder du nimmst die Probemengen bei einer Kübelpflanze - ich hatte damals schon den Eindruck, daß es da einen Nutzen hatte.
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Nemesia Elfensp.

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Re: Terra Preta
« Antwort #858 am: 13. April 2019, 20:23:37 »

Der Nutzen des ganzem Aufwands liegt aber offensichtlich im Promillebereich, zumindest für meine lehmhaltigen Lössboden sehe ich darin keinen Sinn.
Zum Thema TeraPreta-Kompost ist mir irgendwann mal die Aussage über den Weg gelaufen: Je schlechter der Boden, um so grösser der Nutzen solcher Spezialkomposte.

Ich mag meinen Sandboden sehr, weil er so leicht zu bearbeiten ist. Unser Boden ist mit 19-24 Bodenpunkte beurteilt und deshalb wird er wohl - sofern die obige Aussage stimmt - von den zusätzlichen Inhaltsstoffen meiner Kompostbereitungen profitieren.
Ich habe mir etliche unbehandelte Palettenrahmen günstig einkaufen können und diese nun mit unterschiedlichen Kompostmischungen (z.B. mit und ohne Holzkohle, einige mit Lehm als Zusatz, oder Bentonit) befüllt. Alle Versuchsbeete sind nun mit Erdbeerfrigopflanzen bepflanzt.
Mal schauen, ob ich einen Unterschied feststellen kann.

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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #859 am: 13. April 2019, 22:26:07 »

Bin gespannt. Ich denke da sieht man deutliche Unterschiede, bei allen Varianten.
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roburdriver

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Re: Terra Preta
« Antwort #860 am: 15. April 2019, 16:53:22 »

Ja bei Sand bringt vieles etwas an Plus. Bei mit sind 70 Bodenpunkte auf dem Acker, selbst das Grünland(Flutwiese) hat über 50. Da wird das wohl wirklich den Aufwand nicht lohnen.

Gruß Robin
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Nemesia Elfensp.

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Re: Terra Preta
« Antwort #861 am: 15. April 2019, 22:33:18 »

Hallo Robin,
Bei mit sind 70 Bodenpunkte auf dem Acker, selbst das Grünland(Flutwiese) hat über 50. Da wird das wohl wirklich den Aufwand nicht lohnen.
bei so einem Boden wären Zwischenfrüchte möglicherweise sinnvoller als Holzkohle, so meine bescheidene Meinung.
Kürzlich sah ich dazu den Vortrag von M. Henne
Zukunftsfähiger Ackerbau
Symposium "Aufbauende Landwirtschaft" 2018

Zitat
Henne verfolgt einen innovativen, pflanzenbaulich konsequenten Bewirtschaftungsansatz mit 100%iger Direktsaat. Er setzt neue Impulse für den Ackerbau durch das System „grün in grün“ als langfristiges Low-Input-System mit permanentem Zwischenfruchtanbau.
Auch wenn der Vortrag 51 Min. lang ist, ich fand ihn sehr spannend.
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b-hoernchen

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Re: Terra Preta
« Antwort #862 am: 05. Mai 2019, 14:18:41 »

Wenn man keinen guten Boden hat und ihn nicht gut pflegt, dann ist Holzkohle auch keine Lösung. Sowieso nicht.
Dann war also die Terra Preta der Indios offenbar keine Lösung für die verdichtete, "schlechte" Tonerde im Amazonas?
Wenn das die Indios gewusst hätten! Sehen offenbar auch moderne Gärtner anders, die so wild auf die Terra Preta sind, dass sich der Abbau der alten Schichten lohnt... .
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michaelbasso

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Re: Terra Preta
« Antwort #863 am: 05. Mai 2019, 14:45:28 »

hat das jemand gelesen?
"Im  Vergleich  zur  gedüngten  Kontrollvariante  lieferten  die  gedüngte  Biokohlesubstratvariante bei Höhenzuwachs, Blattzuwachs und oberirdischer Frischmasse zu 53 % und die ungedüngte Biokohlesubstratvariante  zu  33 %  signifikant  bessere  Ergebnisse.
 Zwischen  den  gedüngten  und  ungedüngten  Biokohlesubstratvarianten  konnten  für  die  Biomasse  bis  auf  Kalanchoe keine signifikanten Unterschiede in den erhobenen Pflanzenparametern festgestellt werden."
Seite 103

anstatt der immer gleichen Glaubensdiskussion à la "ich glaubs" und "ich glaubs nicht", wäre es vielleicht ganz hilfreich sich mit der Studie auseinanderzusetzen.
Damit meine ich nicht das alles einfach hinzunehmen, aber eine kritische Hinterfragung der Ergebnisse ist ergiebiger, als die x-te Variante der immer gleichen Glaubensdiskussion.
« Letzte Änderung: 05. Mai 2019, 14:47:44 von michaelbasso »
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b-hoernchen

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Re: Terra Preta
« Antwort #864 am: 15. Mai 2019, 21:49:38 »

b-hoernchen hat mal die Massen- und Klimabilanz der Terra Preta-Hertsellung interessiert und ist unter die Köhler gegangen.

Eingesetzt werden Holzabfälle, die bei der kommerziellen Brennholzherstellung bei einem Bauern anfallen, also ein Mix aus Sägemehl und allem, was die automatische Spaltmaschnine auswirft: Rindenmulch, Holzhäcksel und Hackschnitzel; Laub und Nadelholz bunt gemischt.

Aus 2,5 Liter Holzabfällen, entsprechend etwa  800 - 1000 Gramm (konservativ gerechnet entspricht das Volumen ca. 1/3 des Gewichtes von Wasser), werden nach vollständiger Verkohlung ca. 200 - 250 Gramm Holzkohlegries und -pulver, ca. 1/4 der eingesetzten Masse.

Da zur Verkohlung nur Bioenergie (Brennholz) eingesetzt wird, kann ich die annähernd die in der Holzkohle enthaltene Menge Kohlenstoff als dauerhaft der Atmosphäre entzogen betrachten. Würden die Holzabfälle nicht verkohlt, könnte ich damit im Garten mulchen oder der Bauer fährt sie in den Wald, wo sie verrotten.

Die aus 1 kg Holzabfällen gewonnene Menge von ca. 200 - 250g Holzkohle entspricht (bei einem C-Gehalt von annähernd 100%) ca. 700 - 900g fixiertem CO2.

Nach Löschen mit Wasser beträgt das Abtropfgewicht der Kohle ca. das Dreifache des Trockengewichts, Wasseraufnahme folglich ca. 200%. Das Rüttelgewicht liegt bei ca. 0,25g/ml (Edit: eher knapp darunter, also 0,2-0,25g/ml), also ca. ein Liter oder 200-250g Kohle aus 2,5 Liter Holzshnipseln/Sägemehl-Mischung.

Edit zum Wasserhaltevermögen:
Das war eine konservative Widergabe des Ergebnisses eines ersten Versuchs - der wirkliche Wert (nach Abtropfen im Sieb über Nacht) war ein Feuchtgewicht vom 3,6-fachen des Trockengewichts. Dieser Wert konnte durch einen zweiten Versuch genau reproduziert werden, also beträgt die Wasseraufnahme (bereits nach wenigen Stunden Wässern) 260% vom Trockengewicht. Bezogen auf das Schütt-/Rüttelvolumen beträgt das Wasserhaltevermögen knapp 500-600Gramm/Milliliter Wasser je dm³ Kohle, also 50 - 60 "Volumen%".
« Letzte Änderung: 16. Mai 2019, 12:26:31 von b-hoernchen »
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Nemesia Elfensp.

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Re: Terra Preta
« Antwort #865 am: 16. Mai 2019, 00:14:37 »

Danke b-hoernchen!
Sehr informativ.
......
Nach Löschen mit Wasser beträgt das Abtropfgewicht der Kohle ca. das Dreifache des Trockengewichts, Wasseraufnahme folglich ca. 200%. Das Rütteldichte liegt bei ca. 0,25g/ml, also ca. ein Liter oder 200-250g Kohle aus 2,5 Liter Holzshnipseln/Sägemehl-Mischung.
und dieser Punkt ist für mich und meinen Sandboden, ganz besonders wichtig!
Den grobes Pflanzenmaterial, aktuell Miscanthushackschnitzel (demnächst zusätzlich Silphie- und Sidahackschnitzel), sowie Lehm und eben Holzkohle sind bei mir im Gemüsegarten seid letzem Jahr die Zuschlagstoffe um die Wasserspeicherkapazität des Sandbodens zu verbessern.
Ich bin gespannt, wann sich eine Verbesserung des Bodens zeigen wird.
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #866 am: 16. Mai 2019, 01:43:06 »

Das kann man noch weiterspinnen wenn man möchte. Wie hoch ist die nutzbare Feldkapazität von Holzkohle?
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555Nase

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Re: Terra Preta
« Antwort #867 am: 16. Mai 2019, 02:52:48 »

...Ist doch ganz einfach. ;D >>>

Feld-Wasserkapazität, Speicherfeuchte, Wasserkapazität, wichtiger Parameter des Bodenwasserhaushalts, kennzeichnet die durch Kapillar- und Adsorptionskräfte hervorgerufene, maximale Wassermenge im Boden, die entgegen der Gravitation in einem freidränenden Boden in ungestörter Lagerung oberhalb des Grundwasserspiegels haften bleibt. Die Höhe der Feldkapazität ist in erster Linie abhängig von der Korngrößenverteilung, dem Bodengefüge und dem Gehalt an organischer Bodensubstanz und wird konventionell angegeben als Wassergehalt zwei bis drei Tage nach ausreichender Wassersättigung. Die Wasserspannung bei Feldkapazität schwankt in etwa zwischen pF-Werten von 1,8 und 2,5. nutzbare Feldkapazität.
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lerchenzorn

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Re: Terra Preta
« Antwort #868 am: 16. Mai 2019, 07:24:21 »

Dass die Kohlepartikel die Sorptionsfähigkeit und Wasseraufnahme leichter Sandböden verbessern können, denke ich schon. Ich halte für entscheidend, dass die so behandelten Böden, auch bei Zugabe von terra-preta-artigen Kohle-Kompost-Gemengen, nicht wieder austrocknen. Bei Durchtrocknung dürften die im erdfeuchten Zustand gut stützenden und wasserhaltenden Substrate ins Rieseln kommen. Die Kohle- und Humuspartikel werden, wie auch sonst im Sandboden, hydrophob und der hohe Benetzungswiderstand muss allmählich wieder verringert werden. Feuchtigkeit halten mit Mulch und weitere, regelmäßige Humuszufuhr, wie bei Nemesia E., sind sicher sinnvoll.

An Dauerhumus aus Kohle glaube ich unter den trockenen Klimabedingungen, z. B. hier im östlichen D, nicht so recht.

In Braunkohle-Rekultivierungsgebieten wird Asche zur Grundmelioration eingesetzt, um Basengehalte zu verbessern und Benetzungswiderstände zu verringern. Im Garten würde ich mir vorher ein paar Gedanken über die Qualität der Asche machen. (Auch für den Einsatz in Land- und Forstwirtschaft gibt es Regeln und Empfehlungen.)
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b-hoernchen

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Re: Terra Preta
« Antwort #869 am: 16. Mai 2019, 12:24:22 »

Zitat von: lerchenzorn link=topic=34707.msg3290369#msg3290369 date=15Dass die Kohlepartike57984261
... für entscheidend, dass die so behandelten Böden, auch bei Zugabe von terra-preta-artigen Kohle-Kompost-Gemengen, nicht wieder austrocknen. Bei Durchtrocknung dürften die im erdfeuchten Zustand gut stützenden und wasserhaltenden Substrate ins Rieseln kommen. Die Kohle- und Humuspartikel werden, wie auch sonst im Sandboden, hydrophob und der hohe Benetzungswiderstand muss allmählich wieder verringert werden.
Die Kohle ist staubtrocken, wenn sie frisch geglüht aus dem Reaktor kommt. Trotzdem saugt sie sich problemlos innert weniger Minuten bis Stunden mit Wasser voll.
Ist die Kohle erst einmal kompostiert dürften eventuell noch vorhandene hydrophobe Reste von teerartigen Verbindungen abgebaut sein und Biofilme in den Poren wachsen. Wiederbenetzung ausgetrockneter Böden sollte kein Problem sein.

Für mich mit meinem anaeroben Tonboden besonders wichtig - die Porosität des Materials belüftet auch den Boden. Gleiches dürfte auch der Hauptvorteil im Amazonasgebiet sein, wo weite Gegenden aus reinem, tiefgründigem und völlig luftdichtem Tonboden bestehen.
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