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24. Mai 2019, 01:23:51
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|24|2|Wer sich selbst treu bleiben will, kann nicht immer anderen treu bleiben. (Christian Morgenstern)

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Autor Thema: Terra Preta  (Gelesen 119187 mal)

Nemesia Elfensp.

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Re: Terra Preta
« Antwort #870 am: 16. Mai 2019, 12:56:31 »

Das kann man noch weiterspinnen wenn man möchte. Wie hoch ist die nutzbare Feldkapazität von Holzkohle?
oh ha! ....so nennt sich das also: Feldkapazität

Daszu fand ich dieses hier:
Zitat
SG Beregnung, Angela Riedel  02/2015
Fachverband Feldberegnung, 03. Februar 2015

1: „Auf Petrus ist kein Verlass“
2:  Böden als Wasserquelle – mit großen Unterschieden
3:  Potentiale kennen, verbessern und nutzen
4:  Erkennen, wann das Wasser knapp wird

und dieses:
Zitat
Gilt für
Humusgehalt
(Hg) < 1 %.
Zuschläge für höhere Hg, z.B.
1-2 Vol.% nFK bei 1,5 % Hg,
2-4 Vol.% nFK bei 3 % Hg,
3-7 Vol.% nFK bei 6 % Hg

Humus erhöht die Wasserspeicherkapazität
je nach Bodenart um ca. 1 Vol% nFK je % Humus
(grober Schätzwert)
.................so weit so gut. Aber Holzkohle ist ja nicht direkt Humus.
Mach doch mal bitte einen Vorschlag, wie man die Wasserspeicherkapazität von Holzkohle auf die FK. umlegen/rechnen könnte.
Also für meinen Boden stellt sich mir die Frage:
Wieviel "Eimer" Holzkohle, Humus/Kompost, Pflanzenhackschnitzel, Bentonit/Lehm pro m² braucht es, bis sich die FK. deutlich spürbar verbessert?





Edit hat noch fix den vergessenen link eingefügt.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2019, 13:13:55 von Nemesia Elfensp. »
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #871 am: 16. Mai 2019, 13:04:36 »

Wenn du Bröselsand hast hat der viele große Poren, die das Wasser schlecht halten, aber gut ableiten. Einziger Vorteil, du hast genug Luft im Boden. das ist das was dem Ton von b-hörnchen fehlt. Der hat viele kleine Poren, die das wasser so gut festhalten, dass es die Wurzeln nicht aufnehmen können.

Guter Boden braucht die Mischung aus kleinen, mittleren und groben Poren. Ich kann mir vorstellen, das die Porosität/Porengröße je nach Herstellung und Ausgangsmaterial der Holzkohle varriert. Einfach mal die getrocknete Kohle wiegen, nass machen, gut abtropfen lassen und nochmal wiegen. Wenn in 10 Liter Holzkohlegrieß 5, 10 oder 15 Liter Wasser reingehen ist das ja schon kein kleiner Unterschied.
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Wurmkönig

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Re: Terra Preta
« Antwort #872 am: 16. Mai 2019, 13:06:12 »

Also die Beimengung von echter Kohle (Leonardit) wird vom Gartenfachhändler meines Vertrauens für Topfpflanzen empfohlen. Lt. seiner Aussage wachsen die Topfpflanzen dann kompakter und man kriegt sie auch leichter über den Winter.

Bei 3 Stück (1 Cyca und 1 Guave und 1 Zitrone) hat sich die Überwinterung deutlich verbessert. Wachsen tun sie allerdings kaum noch, aber sie bleiben schön grün und machen keinen Blattabwurf mehr.
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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #873 am: 16. Mai 2019, 13:13:50 »

Wurmkönig, ist halt die Frage was man will.

Mit konkreten Mengen würde ich etwa so anfangen: auf einem m² soll bis auf 30cm Tiefe die Wasserhaltefähigkeit und Nährstoffspeicherung plus biologische Aktivität verbessert werden. Wir reden also von 300 Litern Boden, darin sind vielleicht 100 Liter feste Bestandteile, habs gerade nicht im Kopf.

einmalig: 5Liter Holzkohle, 1,5 Liter Bentonit, 3Liter feine Hackschnitzel (holzig), 1,5 Liter Kompost, 3 Liter Rasenschnitt. Gucken, wie es nach 3 Jahren mulchen und Gründünger mit in der Erde verbleibenden Wurzeln aussieht. Nach dem ersten Jahr evtl kalken.
« Letzte Änderung: 16. Mai 2019, 13:15:30 von thuja thujon »
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Wurmkönig

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Re: Terra Preta
« Antwort #874 am: 16. Mai 2019, 13:31:14 »

Im Freiland habe ich es auch ausprobiert an 2 Zwetschgen, 1 Mirabelle und einigen Beerensträuchern. Die wachsen jetzt auch "schön kompakt", also fast gar nicht. Ich würde deshalb noch etwas Stickstoffdünger empfehlen.
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Nemesia Elfensp.

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Re: Terra Preta
« Antwort #875 am: 16. Mai 2019, 13:53:56 »

Einfach mal die getrocknete Kohle wiegen, nass machen, gut abtropfen lassen und nochmal wiegen.
;D warum kompliziert, wenn es auch einfach geht!  ;D da hatte ich ein echtes Brett vor dem Kopf ;D

Zitat
Wenn in 10 Liter Holzkohlegrieß 5, 10 oder 15 Liter Wasser reingehen ist das ja schon kein kleiner Unterschied.
stimmt.
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b-hoernchen

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Re: Terra Preta
« Antwort #876 am: 16. Mai 2019, 21:38:34 »

Wobei sich mir nicht erschließt, wie in 10 Liter Holzkohle 15 Liter Wasser reingehen sollen-?

Das mit der Stickstoffdüngung bei Holzkohle ist ein sehr wichtiger Punkt.

Deshalb lösche ich normalerweise (wenn ich keine gravimetrischen/volumetrischen Versuche mache) die Holzkohle bereits mit einer Harnstofflösung und gebe alsbald weiteren Sickstoffdünger zu (kaputte, verquirlte Eier, Ammoniumsulfat).

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt:
Trotz Stickstoffdüngung  m u s s  die Holzkohle erst kompostiert werden! Das hatte ich letztes Jahr nicht beachtet (ganz einfach, ich wollte mir nicht erst ein Jahr Zeit dazu nehmen, sondern den Baum gleich setzen und hab' die Kohle dazu getan (danach ist's zu spät für eine tiefgründige Bodenverbesserung) - ca. 200 Liter stickstoffbeladene Holzkohle auf eine pi x Daumen 2m³ fassende Pflanzgrube). Ergebnis - wunderbar lockere Erde, gegen Ende des Jahres kamen die Würmer in Scharen, aber zuerst einmal ganz grobe Wachstumsstörung. Und ich hatte wahrlich nicht mit Ammoniumsulfat beim Wiederauffüllen der Pflanzgrube gespart.

Heuer habe ich jetzt erst einmal eine Kompostmiete extra für Terra Preta angesetzt: Ca 700 Liter Inhalt, davon ca. 150 - 200 Liter Kohle, der Rest sind Kaffeesatz (auch locker 200 Liter), Rasenschnitt, gehäckselte (mit dem Rasenmäher überfahrene) Küchenabfälle, Obstschalen etc., auch ein bisschen Sand . Das Ganze hat eine Heißrotte par excellence hingelegt und ist im Moment gerade am Abkühlen.

Ich rechne für meinen Boden, dass ich vom fertigen "Terra Preta"- Kompost locker ein Teil auf ein bis zwei Teile Tonboden, Tonboden-Sandgemisch brauche, um einen idealen, lockeren Krümelhumus zu bekommen.

Mit homöopathischen Dosen ist bei der Bodenverbesserung wenig zu erreichen. Bodenverbesserung heißt dicke Bretter bohren und da ist die Schubkarre die kleinste Maßeinheit des Gärtners (gilt natürlich nicht für Dünger).
« Letzte Änderung: 16. Mai 2019, 21:41:42 von b-hoernchen »
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Re: Terra Preta
« Antwort #877 am: 16. Mai 2019, 21:55:26 »

Wobei sich mir nicht erschließt, wie in 10 Liter Holzkohle 15 Liter Wasser reingehen sollen-?
Wenn sie etwas plattig ist und irgendwas quellfähiges in den Ritzen wächst könnte ich mir das unter Umständen vorstellen. Die Frage ist ja auch, wie fein/grob muss die Kohle sein, was bringen 1cm große Stückchen noch?
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spider

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Re: Terra Preta
« Antwort #878 am: 16. Mai 2019, 22:00:01 »

Ich finde das alles hier äusserst interessant, obwohl ich nicht die Hälfte
davon verstehe. ;D
Da merke ich immer wieder, wie wenig Ahnung ich von Düngung habe. Ich sollte mich wirklich mal tiefgründige mit diesem Thema befassen. Mein mistiger Sandboden wirds 's mir danken.
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Nemesia Elfensp.

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Re: Terra Preta
« Antwort #879 am: 17. Mai 2019, 00:44:37 »

Ich finde das alles hier äusserst interessant, obwohl ich nicht die Hälfte
davon verstehe. ;D
Da merke ich immer wieder, wie wenig Ahnung ich von Düngung habe. Ich sollte mich wirklich mal tiefgründige mit diesem Thema befassen.
eine gesunde Portion Neugierde ist sicherlich hilfreich.
Dann ergäbe sich auch sehr schnell die Erkenntnis, das es hier beim Thema Terra Preta eigentlich um das Thema Bodenhege geht.
Düngung und Bodenhege sind nicht das selbe.

Zitat
Mein mistiger Sandboden wirds 's mir danken.
nichts für ungut..................aber was ist mit all den Vorzüge eines Sandbodens?  (m.M.:  ::) also "mistig" ist so ein Boden mitnichten)
  • Sandboden erwärmt sich sehr schnell im Frühjahr. Wenn Gärtner mit schweren Böden noch auf die wärmeren Bodentemperaturen warten müssen, können wir auf unserem Sandboden schon pflanzen.
  • Sandboden ist leicht zu bearbeiten, klebt nicht am Gartenwerkzeug. Deshalb ist er sehr rückenfreundlich :)
  • Sandboden kann gut mit Humusmaterial genährt werden und kann so recht willig zu einer fruchtbaren Boden überführt werden.

Was ich mir wünschen würde:
Wie wäre es schlicht mit einer positiveren Sicht auf den zur Verfügung stehenden Boden? Er würde es Dir sicherlich schon sehr bald danken :)



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Nemesia Elfensp.

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Re: Terra Preta
« Antwort #880 am: 17. Mai 2019, 01:05:48 »

Im Freiland habe ich es auch ausprobiert an 2 Zwetschgen, 1 Mirabelle und einigen Beerensträuchern. Die wachsen jetzt auch "schön kompakt", also fast gar nicht. Ich würde deshalb noch etwas Stickstoffdünger empfehlen.
Ich bin der Meinung, dass der Wachstumsstillstand auch auf eine pH-Wertverschiebung zurück zu führen sein könnte. Schliesslich kann Pflanzenkohle eine ph-Wert von 6-10 haben.
Zitat
– die pH-Werte schwanken zwischen 6 und 10
Quelle Wiki

Bei solchen pH-Werten dürfte die Nährstoffaufnahme nicht so ideal sein, so das ein Nährstoffangebot wohl wenig nützen würde.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt:
Trotz Stickstoffdüngung  m u s s  die Holzkohle erst kompostiert werden! Das hatte ich letztes Jahr nicht beachtet (ganz einfach, ich wollte mir nicht erst ein Jahr Zeit dazu nehmen, sondern den Baum gleich setzen und hab' die Kohle dazu getan (danach ist's zu spät für eine tiefgründige Bodenverbesserung) - ca. 200 Liter stickstoffbeladene Holzkohle auf eine pi x Daumen 2m³ fassende Pflanzgrube). Ergebnis - wunderbar lockere Erde, gegen Ende des Jahres kamen die Würmer in Scharen, aber zuerst einmal ganz grobe Wachstumsstörung. Und ich hatte wahrlich nicht mit Ammoniumsulfat beim Wiederauffüllen der Pflanzgrube gespart.
auch hier würde ich vermuten, dass die Kompostierung dem Material eine gewisse Zeit gibt, um den pH-Wert der unterschiedlichen Materialien aus- und anzugleichen. Erst dann konnten die Regenwürmer Einzug halten.

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thuja thujon

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Re: Terra Preta
« Antwort #881 am: 17. Mai 2019, 08:22:00 »

Es gibt mistige Sandböden und kompostige Sandböden.  ;)
Lehmige Sandböden erfordern Bentonit, bringen aber deutlich mehr Wuchs und sind weniger hydrophob.
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Re: Terra Preta
« Antwort #882 am: 17. Mai 2019, 11:04:32 »

Ich bin der Meinung, dass der Wachstumsstillstand auch auf eine pH-Wertverschiebung zurück zu führen sein könnte. Schliesslich kann Pflanzenkohle eine ph-Wert von 6-10 haben.
Zitat
– die pH-Werte schwanken zwischen 6 und 10
Quelle Wiki

Bei solchen pH-Werten dürfte die Nährstoffaufnahme nicht so ideal sein, so das ein Nährstoffangebot wohl wenig nützen würde.

Frische Pflanzenkohle nach dem b-hoernchen-Prozess hat einen pH-Wert von ca. 10 (habe mir gerade die kohlereiche Asche eines befreundeten Ofenbesitzers geholt, da dürfte er eher bei 12 liegen).
Das pH gleicht sich aber innert weniger Wochen durch Auswaschung an die Umgebung an, sonst müsste ich Wachstumsstörungen an vielen Stellen beobachten, wo ich mit Holzasche dünge - tue ich aber nicht.

Ich vermute eher wachstumshemmende Substanzen aus dem Verkohlungsprozess, die erst abgebaut werden müssen.

Aber vermuten kann man natürlich vieles und alles bleibt darüber liegen. Lieber gehe ich jetzt in den Garten, siebe die Kohle aus der eben geholten Ofenasche, tränke sie in meiner Jauche aus Harnstofflösung/kaputten Eiern und schaue, dass ich bald ich bald einen weitere Kompostmiete bekomme... .
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Re: Terra Preta
« Antwort #883 am: 17. Mai 2019, 20:07:18 »

Du bekommst eine Kompostmiete. Coole Sache.
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spider

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Re: Terra Preta
« Antwort #884 am: 18. Mai 2019, 22:21:47 »

#Nemesia, meine Sicht ist durchaus etwas anders, das sei mir gestattet. Mein Sandboden ist so schlecht, dass man ab 20 cm Tiefe Sandkästen füllen kann. Auch nach 8 Jahren intensiver Kompostwirtschaft kann ich stellenweise die Regenwürmer noch persönlich begrüßen.Da helfen mir auch die so oft zitierten Vorzüge nichts.Wenn ich etwas grössere s pflanzen will, Pfingstrosen o.aehnliches, geht das kaum ohne Bodenaustausch.Und Bodenpflege und Düngung liegen für mich nicht soweit auseinander, beide dienen der Fruchtbarkeit.
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