Ekel empfinde ich vor Blattläusen auch nicht, ebenso kann ich Spinnen ganz gut ertragen, wenn sie sich nicht gerade direkt über meinem Kopf abseilen.

Blattläuse können zwar lästig werden, aber man darf ihre Bedeutung in der Nahrungskette auch nicht unterschätzen. Es hat ja meist einen Grund, warum sich Tiere so massenhaft vermehren. Sie werden halt gern gefressen. Bei uns sind es die oben schon erwähnten Florfliegen, Marienkäfer und auch Gallmücken.
In unseren Breiten gibt es etwa 800 verschiedene Blattlausarten. Sehr bekannt sind sicherlich die grünen Blattläuse und auch die schwarzen Bohnenläuse, die sich auch viel auf Kapuzinerkresse aufhalten.
Charakteristisch für die meisten Arten sind zwei Rückenröhren, so genannte Siphonen. Am Kopf der Laus befinden sich zum Stechen und Saugen geeignete Mundwerkzeuge.
Hier einmal etwas zu der wirklich interessanten
Entwicklung der Blattläuse:
Den Winter überdauern viele Blattläuse gern auf Gehölzen. Im Frühjahr findet dann ein Wirtswechsel statt und die Läuse leben den Sommer über meist auf z.T. krautigen Pflanzen mit weichen Blättern. Sie vermehren sich durch Jungfernzeugung (Parthenogenese) und Lebendgeburten (Viviparie). Das bedeutet, dass die Weibchen zunächst ausschließlich weibliche Nachkommen zur Welt bringen, und zwar ohne Befruchtung. Sie sind ungeflügelt.
Wenn sich die Lebensbedingungen verschlechtern, z.B. wenn eine Pflanze von Läusen überbevölkert ist, beginnen die Weibchen, geflügelte Läuse hervorzubringen. Diese schwärmen dann aus und suchen sich eine andere Pflanze. Dort bekommen sie wieder ungeflügelte Läuse. Über den Sommer können so bis zu 50 Generationen entstehen.
Im Herbst beginnen die Weibchen dann, sich auf geschlechtliche Vermehrung umzustellen. Gleichzeitig entwicklen sich geflügelte Männchen, die sich mit den Weibchen paaren. Die Weibchen legen Eier ab, die sich aber zunächst nicht weiterentwickeln, sondern auf den Wirtspflanzen den Winter überdauern. Sie schlüpfen erst im Frühjahr.
Dann kommt es zur explosionsartigen Vermehrung. Blattläuse bringen pro Tag sechs voll ausgebildete Läuse zur Welt. Bevor sie ausgewachsen sind, häuten sie sich viermal. Die kleinen, weißen Hüllen (Exuvien) kann man häufig auf den Pflanzen entdecken. Die kleinen Läuse bleiben meist dicht bei der Mutter. Häufig findet man daher auf Blättern Läusekolonien mit Tieren der unterschiedlichsten Größe. Allerdings entwickeln sie sich sehr schnell. Schon nach sechs Tagen kann eine Blattlaus Nachkommen hervorbringen.
Ein paar Blattläuse schaden einer Pflanze nicht. Wenn man nicht zu sehr eingreift und ihren Fressfeinden gute Lebensbedingungen schafft, spielt sich ein Kreislauf von Fressen und Gefressen werden ein.
Wenn es mir allerdings zu dolle wird, schneide ich auch schon einmal einen mit Blattläusen übervölkerten Rosenzweig ab

. Dort sitzen sie bei mir am meisten. Bei Zimmerpflanzen ist es allerdings etwas anderes. Sollten sich dorthin Läuse verirren, muss man schon aufpassen. Denn selten findet sich im Zimmer auch ein passender Fressfeind ein.
LG Silvia