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News: Auch Schlafen ist eine Art von Kritik, vor allem im Theater. (George Bernhard Shaw)
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News: Auch Schlafen ist eine Art von Kritik, vor allem im Theater. (George Bernhard Shaw)

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|10|1|Es ist auch ein relativ geringer Unterschied, ob es gar kein grünes Auto gibt oder ob man selbst es nicht hat. (Tara)

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Autor Thema: Re:Obstbäume (zurück)schneiden???? (Verjüngungsschnitt)  (Gelesen 17038 mal)

Trogi

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Re:Obstbäume (zurück)schneiden???? (Verjüngungsschnitt)
« am: 05. November 2004, 19:43:30 »

Hallo zusammen, ich bin neu hier in eurem Forum und hoffe das ihr mir helfen könnt.

 

Wir sind letztes Jahr in ein Haus mit sehr großem Garten gezogen. In dem Garten stehen drei Apfelbäume und zwei Kirschbäume die sehr verwachsen sind. Nun möchte ich in die Bäume grund rein bringen.

Zum einen möchte ich die Apfelbäume, die sehr schöne Äpfel getragen haben, über der Einfahrt komplett beschneiden da wir dort sonst kein Auto mehr parken können, und in der höhe soll auch ein Stück ab. Nun hab ich Angst, das wenn ich an den dicken Ästen schneide, der Baum schaden nimmt.

 

Den Kirschbaum möchte ich in der höhe drastisch einkürzen, da es kaum noch möglich ist an die Kirschen ohne Gefahr ranzukommen. Auch hier habe ich bedenken an der Spitze und den dicken Ästen zu schneiden.

 

Da ich beruflich in eine ganz andere Richtung tätig bin hab ich nicht sehr viel Ahnung von Bäumen.

 

So, hier der Kirschbaum

 



 

 

Und hier die Apfelbäume

 


« Letzte Änderung: 29. Juni 2005, 20:53:10 von Trogi »
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cimicifuga

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #1 am: 05. November 2004, 19:50:12 »

Am Kirschbaum würd ich nichts machen - der sieht doch gut aus. kirschbäume sind eben höher.

dem apfelbaum rechts schadet ein stärkerer rückschnitt nicht - du musst aber damit rechnen, dass der ertrag mal ein jahr sehr zu wünschen übrig lässt. den hauptleittrieb würde ich aber nicht radikal schneiden.
 
beim linken apfelbaum würd ich nichts machen - der sieht ja eh recht locker aus.
« Letzte Änderung: 05. November 2004, 19:51:19 von cimicifuga »
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Trogi

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #2 am: 05. November 2004, 19:54:01 »

Das ist kein Problem aber muss ich die frischen Schnittstellen mit etwas behandeln und wenn mit was ???

Danke für die schnelle Reaktion ;)
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cimicifuga

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #3 am: 05. November 2004, 19:54:44 »

Diesen Ast würde ich wegnehmen
Die Schnittstellen würde ich lassen wie sie sind. Das man sie verschließen muss ist eine überholte weisheit. ;)
Schnittzeitpunkt würde ich auf Ende März legen - bei frostfreiem wetter. kleinere äste können auch ausgelichtet werden.
« Letzte Änderung: 05. November 2004, 19:56:23 von cimicifuga »
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Trogi

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #4 am: 05. November 2004, 19:59:35 »

Ich dachte man soll Apfelbäume schneiden wenn alle Blätter ab sind, also in ca. zwei Wochen. Man lernt nie aus :o
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cimicifuga

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #5 am: 05. November 2004, 20:03:19 »

Im Winter wächst der Baum nicht und kann daher die wunde auch nicht verschließen. somit hat man den ganzen winter eine offene wunde am baum. das kann schon mal schlecht sein (je nach gesundheitszustandes des baumes)....neuere untersuchungen zeigen sogar, dass man eher im sommer schneiden soll, da dann die wunde schnell zuwächst, da der baum mitten im wachstum ist.

kompromiss: schneiden im zeitigen frühjahr - immer noch vor dem laubaustrieb, aber die wunde wächst dann ja bald zu .... ;)

aber eigentlich bin ich gar nicht der baumexperte hier 8) Es werden sich sicher noch einige richtige kenner hier melden. also, bleib am ball ;)
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Trogi

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #6 am: 05. November 2004, 20:12:13 »

Dafür haste mir aber gut und schnell weitergeholfen!! Danke
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bernhard

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #7 am: 06. November 2004, 02:38:59 »

hallo und herzlichen willkommen, trogi!

zum wundverschluß und schnittzeitpunkt: es geht ja nicht nur darum, dass der baum die wunder verschließt. das dauert bei größeren ästen ohnehin mehrere jahre. es geht auch darum, dass er im inneren abschotten (kompartimentieren) kann. einen stärkeren ast daher IN der vegetationsperiode entfernen.

wundverschluß würde ich bei größeren wunden schon anbringen. allerdings nur am äußeren rand der wunde. 2 - 3 cm randeinwärts. grund: das junge kambialgewebe (bildungsgewebe) soll dadurch vor austrocknung und frost geschützte werden. beim restlichen bereich ist es glaubenssache, meist wohl eher kontraproduktiv.

rein gefühlsmäßig würde ich bei den abgebildeten bäumen KEINE starkäste entfernen. allerdingswürde ich den rechten apfelbaum vor allem im oberen kronendrittel mal ordentlich auslichten. vor allem die wasserschosser (!?) in seinem linken kronenteil würde ich rausnehmen.
« Letzte Änderung: 06. November 2004, 02:41:45 von bernhard »
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Konstruktiven Gruß,
Bernhard

Re-Mark

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #8 am: 06. November 2004, 09:03:30 »

Ich stand und stehe vor dem gleichen Problem (alte Obstbäume auslichten und niedriger machen). Dieses 'Schneiden im Winter' stammt wohl noch hauptsächlichlich aus Zeiten, in denen man eben im Sommer rund um die Uhr mit anderen Arbeiten beschäftigt war. Außerdem sieht man das Astgerüst besser im Winter, aber wie oben schon gesagt: im Winter heilen Wunden schlecht.

Die verschiedenen Schnittzeitpunkte (vor Blattfall, nach Blattfall, vor Austrieb, nach Austrieb, nach dem Johannistrieb=Ende Juni, etc.) haben wohl auch verschiedenen Einfluß auf den folgenden Neuaustrieb. Manche regen den Neuzuwachs stärker an als andere.

Ich gehe davon aus, daß große Schnittwunden dem Baum auf jeden Fall langfristig schaden. Aber was solls, deshalb 20 Jahre lang nicht richtig ernten können und zusätzlich u.U. einen erhöhten Befallsdruck an Pilzkrankheiten erdulden, weil man zu Ernte und Pflege nicht rankommt?

Das äußere, lebendige Gewebe bestreicht man evtl. mit Wundverschluß, damit es nicht so weit zurücktrocknet und sich so besser erholt. Das innere bestreicht oft nicht mehr, weil es unter dem Wundverschluß eben auch für die Pilze geschützt und gleichmäßiger feucht ist. (und die Pilzsporen kommen schon bei Sägen da hin.)
Dummerweise ist jahrelang Regen und Wetter auf der Schnittfläche auch nicht so toll. Das Optimum wäre sicher, jeder großen Schnittwunde, wenn sie nicht sowieso senkrecht liegt), ein kleines Dach aus Dachpappe o.ä. zu machen, aber mit einem Abstand, so daß Luft durchzieht. Habe ich leider aus Zeitmangel bei meinen Bäumen nicht gemacht, aber besser wäre es wohl gewesen.

Deine Kirsche dürfte ein Problem sein, ich sehe nicht, wie man sie schonend in Erntehöhe bringen könnte. Wenn man das täte, dann würden ja nur noch wenige dicke Hauptaststücke stehen, ohne Seitenäste, Verzweigungen und Blätter. Das habe ich neulich bei einem Pflaumenbaum gemacht, aber Süßkirschen vertragen solche Schnitte soweit ich weiß wesentlich schlechter als Pflaumen. Vielleicht könntest du wenigstens die am höchsten reichenden Äste zurück bis zum Leitast absägen. Zeig uns doch noch ein Bild, auf dem der komplette Kirschbaum zu sehen ist.

Die Apfelbäume würde ich wahrscheinlich bis auf die vierfache Höhe dieser kleinen Trittleiter die daneben steht zurücksägen. Hast du vielleicht noch ein aktuelles Bild dieser Bäume ohne Laub? Dann könnte ich mal versuchen, die Schnitte einzuzeichnen.
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brennnessel

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #9 am: 06. November 2004, 11:06:37 »

Hallo Trogi!
Auch von mir erst mal ein herzliches Willkommen hier :)!
Unser Nachbar hat voriges Jahr seine beiden inzwischen schon zu hoch gewordenen Kirschbäume "geköpft" - mit gutem Erfolg: Die Bäume trugen dieses Jahr besonders reich und waren endlich weniger gefahrvoll zu beernten. Ob er Wundverschluss angebracht hat,weiß ich nicht - eher schon,weil er ein alter Obstbaumschulgärtner ist, der das seinerzeit so gelernt hat und nie umdenken würde .... ;)!
LG Lisl
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Trogi

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Re:Obstbäume beschneiden????
« Antwort #10 am: 07. November 2004, 11:20:03 »

@ RE-Mark:
Hallo, ich habe die Bilder oben nochmal aktualisiert.
Gruß Trogi.
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Iris

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Re:Obstbäume (zurück)schneiden???? (Verjüngungsschnitt)
« Antwort #11 am: 07. November 2004, 21:15:28 »

Unser Nachbar hat voriges Jahr seine beiden inzwischen schon zu hoch gewordenen Kirschbäume "geköpft" - mit gutem Erfolg: Die Bäume trugen dieses Jahr besonders reich und waren endlich weniger gefahrvoll zu beernten.

Himmel, da wird mir ganz schlecht! Habe mit solchen "geköpften" Kirschbäumen drei Jahre leben müssen. Wie Re-Mark schon gesagt hat: die wachsen danach um so mehr in die Höhe. Und aus jedem geköpften Starkast kommen zig Schosse, die du in der Höhe dann ständig wieder ausreißen oder abschneiden kannst. Dann doch lieber in der Höhe ernten und keinen verstümmelten Baum mit jahrelanger Nacharbeit!
Die drei alten Kirschbäume, die so geschnitten wurden, waren übrigens nach 5 Jahren wieder wesentlich höher als vor dem Schnitt und mit einer wesentlich häßlicheren, unausgewogeneren Krone. Sie hatten mehr Gummifluß als vorher (bei alten Kirschen sowieso häufig ein Problem, welches durch große Schnittwunden sicher nicht besser wird...) und die Kirschen schmeckten sicher nicht mehr so gut, weil mehr Blattmasse und mehr Schatten am Baum war, durch die vielen Schosse. Wenn du dennoch unbedingt einkürzen willst, dann tue das, aber sorge in den Folgejahren dafür, dass die Wasserschosse stark ausgedünnt und eventuell abgeleitet werden.
Warnung: einmal Schnitt bei so einer alten Kirsche: immer Schnitt ::).

Ich weiss, was ich nicht täte...

Liebe Grüße und viel Erfolg!

Und natürlich herzlich Willkommen!

Iris

P.S.: Habe den Titel geändert. Bin da etwas empfindlich, was "beschneiden" anbelangt ;).
« Letzte Änderung: 07. November 2004, 21:17:05 von Iris »
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Re-Mark

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Re:Obstbäume (zurück)schneiden???? (Verjüngungsschnitt)
« Antwort #12 am: 08. November 2004, 07:43:23 »

Ich habe versucht, etwas im Kirschbaumfoto herumzuskizzieren. Hatte leider grad kein Grafikprogramm installiert, deshalb hat die Bildqualität 'etwas' gelitten... :(

Natürlich sollst du die dicken Äste nicht einfach irgendwo 'köpfen', sondern immer an einer Astgabel absägen, so daß der andere Ast in der Gabelung in Zukunft die Verlägerung bildet, nur eben flacher. Dummerweise entsteht dabei meist eine nach oben zeigende Schnittfläche. Ich glaube, du solltest doch Wundverschluß in Erwägung ziehen oder ein kleines Dach drübernageln.

Außerdem solltest du viel Sorgfalt in den Zeitpunkt legen. Vielleicht nach dem ersten Austrieb? Ich weiß es jetzt nicht, da sollten Experten was zu sagen. Gummifluß kann bei Süßkirschen ein Problem werden. Von Mondkalendern halte ich normalerweise nicht so besonders viel (schon allein deshalb, weil es verschiedene gibt), aber evtl. wäre das eine gute Gelegenheit, mal zu sehen, ob doch irgendwas dran ist (mußt dir halt einen Zeitpunkt suchen, in dem sich alle einig sind)...

Die unerwünschten Wasserschosse frühzeitig wegbrechen/-reißen und die brauchbaren in die richtige Richtung und Neigung biegen.

Der Baum wird von alleine nur noch höher werden, etwas sollte man auf jeden Fall wegschneiden. Nur über das 'wieviel' wäre zu diskutieren.
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Iris

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Re:Obstbäume (zurück)schneiden???? (Verjüngungsschnitt)
« Antwort #13 am: 08. November 2004, 08:54:14 »

Zitat
Der Baum wird von alleine nur noch höher werden, etwas sollte man auf jeden Fall wegschneiden. Nur über das 'wieviel' wäre zu diskutieren.
Das habe ich anders gesehen. "Meine" Kirschbäume waren über 40 Jahre alt und sind nach dem Schnitt innerhalb von 5 Jahren doppelt so hoch geworden wie die 35 Jahre vorher. Aber wie gesagt: ohne Nachpflege.
Bei einem Schnitt, der wie der von Re-Mark skizzierte die Krone um ca. die Hälfte einkürzt, wird die Kirsche ohne Ende ausschlagen und man kann jahrelang rumschnippeln.

Falls die Kirschen (dennoch) geschnitten werden sollen, würde ich das im Sommer machen.

Grüße
Iris
« Letzte Änderung: 08. November 2004, 08:55:26 von Iris »
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brennnessel

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Re:Obstbäume (zurück)schneiden???? (Verjüngungsschnitt)
« Antwort #14 am: 08. November 2004, 09:03:03 »

Iris, ich werde den Nachbar und seinen Baum im Auge behalten ;)....Ich glaube, er hat das aber schon irgendwie überlegt gemacht und nicht einfach irgendwo geköpft! Hab mich da dumm ausgedrückt!
Ich kann mich aber daran erinnern, dass der Nachbar selber sehr skeptisch über den zu erwartenden Erfolg war und sagte, dass er den Baum im Falle des Misslingens halt roden müsse, weil er viel zu groß geworden wäre . So war das Köpfen halt ein Versuch, ihn doch halten zu können.
LG Lisl
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