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News: Nichts ist so ansteckend wie schlechte Laune. (Henri Stendhal)
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Autor Thema: Sandstein unter Erdschicht im Vorgarten  (Gelesen 2842 mal)

Kirsti

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Sandstein unter Erdschicht im Vorgarten
« am: 07. März 2010, 19:01:43 »

Hallo zusammen,

wir haben folgende Situation im Vorgarten: er liegt nach Süden, d.h. im Sommer wird er von jeder Menge Sonne beschienen (ausgetrocknet). Die Erdschicht ist ca. 20 bis 30 cm "dick" und darunter befindet sich Sandsteinfelsen/ -geröll. Wir haben vor zwei Jahren dort in die Rasenfläche vier Büsche gepflanzt (Felsenbirne, Holunder, Sommerflieder, Perückenstrauch) und sie mehr oder weniger regelmäßig gegossen. Alle Pflanzen fühlen sich bislang nicht wohl auf ihrem Platz. Müssen wir noch ein paar Sommer Geduld haben bis sie sich richtig "eingelebt" haben oder ist dieser Boden (also durchlässiger Sandstein) generell kein guter Grund für diese Büsche?
Wir hatten die Idee, den Rasen komplett durch Bodendecker (Cotoneaster) zu ersetzen in der Hoffnung, dass diese Pflanzen auf die Dauer das starke Austrocknen des Bodens verhindern (verzögern) können.
Ich würde mich über Ratschläge zu unserem Problem sehr freuen.

Freundliche Gartengrüße von Kirsti
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Danilo

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Re:Sandstein unter Erdschicht im Vorgarten
« Antwort #1 am: 07. März 2010, 23:09:32 »

Hallo Kirsti, willkommen bei pur :)

Zwei Jahre sind noch nicht wirklich repräsentativ, ich würde daher grundsätzlich abwarten, aber: 20-30 cm Wurzeltiefe sind für fast jeden Strauch ungeeignet. Da kann schon ein zu klein bemessenes Pflanzloch die Ursache für zögerliches Wachstum sein. Wenn der Unterboden steinhart und nicht durchwurzelbar ist, dann hilft alles nichts: Sträucher im Frühling rausnehmen und zwischenparken, dann das Felszeug so gut es geht ausheben und ein richtig tiefes Pflanzloch mit ordentlichem Unterboden auffüllen. Ich hebe für solche Fälle durchaus Löcher von einem Kubikmeter aus ;)
Ein Bild der Lage wäre hilfreich, auch um den Zustand der Sträucher einzuschätzen. :)
Alles Folgende kann bzw. sollte daher erst umgesetzt werden, wenn Wurzelraum entsprechend verfügbar ist.
Daß der Wasserhaushalt des Bodens nicht optimal ist, ist sowieso klar. Damit haben die genannten Arten aber nach Etablierung keine Probleme. Buddleja wächst ja sogar auf Bahndämmen zwischen groben Steinen in brütender Hitze.
Wie sieht denn ansonsten der Rasen aus? Muss unverhältnismäßig viel gegossen werden? Wie ist die Deckschicht beschaffen? Sandboden oder eher "Muttererde"?
Beschattende Bodendecker sind eine Möglichkeit. Aber solange die Sträucher jugendlich sind, würde ich eher auf eine Mulchschicht setzen, denn es sollte keine zusätzliche Konkurrenz entstehen. Auch eine niedrigere Pflanzung südlich der Sträucher kann sinnvoll sein, wenn es möglich ist. Dort plazierte Pflanzen könnten den Wurzelbereich der Sträucher beschatten, wo es deren Blattwerk noch nicht vermag. Die Wind-Austrocknung wird ebenfalls reduziert, falls dort eine Windschneise verläuft. Die Pflanzung muss natürlich in ordentlichem Abstand mit entsprechend robusten Pflanzen vorgenommen werden.
Wenn der Oberboden leicht ist, bietet sich eventuell eine Anreicherung mit lehmigem Boden an.
« Letzte Änderung: 07. März 2010, 23:42:10 von Danilo »
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freitagsfish

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Re:Sandstein unter Erdschicht im Vorgarten
« Antwort #2 am: 08. März 2010, 11:07:36 »

klingt nach einem idealen standort für mediterrane kräuter und stauden, die an solchen extremlagen angepaßt sind. ziel: nicht gießen zu müssen.

auf großflächigen einsatz von kriechendem cotoneaster würde ich verzichten, das sieht schnell wie friedhof oder öffentliche grünfläche aus...
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Treasure-Jo

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Re:Sandstein unter Erdschicht im Vorgarten
« Antwort #3 am: 08. März 2010, 13:58:18 »

Hallo,

ein solch trocken heißer Standort kann ein Fluch sein oder aber ein willkommener Segen, wenn man standortgerechte Pflanzen auswählt.

Einige Deiner 4 Gehölze sollten sich eigentlich besonders wohl auf Deinem Standort fühlen. Perückenstrauch und Schmetterlingsstrauch gehören auf jeden Fall dazu. Die Felsenbirne (Nomen est omen) kann damit auch zurecht kommen (dauert auf sandigem Boden etwas länger), insbesondere die Art Amelanchier ovalis hält Trockenheit, einmal etabliert, gut aus. Beim Holunder würde ich da schon größere Abstriche machen, denn der mag eher lehmige frische, nährstoffreiche Böden, wenn in voller Sonne oder Halbschatten. Sein traditioneller Lieblingsplatz in alten Garten war zurecht der Platz in der Nähe oder neben dem Komposthaufen.

Um so älter/größer ein Gehölz beim Pflanzen ist, so lange und schwierig ist manchmal das Anwachsen, insbesondere auf diesem Hitze-exponierten, trockenen Standort. Wenn dann manchmal noch Container-Ware mit Torfballen verwendet wird (wäre interessant zu wissen?), ist das Anwachsen mitunter sehr schwierig (Torfballen trocknet rasch aus und nimmt dann keine Feuchtigkeit mehr auf, verdrehte Wuzeln in Container...).

Wirklich schierig wäre auch, wenn die durchwurzelbare Schicht wirklich nur 30 cm betragen würde. Ich vermute aber, dass die Wurzeln in den gerölligen Sandstein eindringen können und dass die Pflanzen ihre Wasserversorgung längerfristig verbessern können.

Was auf jeden Fall hilft, ist Mulchen der Gehölzscheiben und richtiges Gießen, nicht täglich wenig, sondern wöchentlich richtig intensiv wässern.

Deine Entscheidung oder Überlegung den pflegeintensiven, durstigen Rasen zu opfern, halte ich für eine goldrichtige Wahl. Der Standort schreit geradezu nach einer Bepflanzung mit Gehölzen und Stauden, die auf diesem Standort nicht nur zurechtkommen, sondern ihn geradzu lieben.

Das können Stauden aus den Lebensbereichen trockene Freifläche (FR 1 so), Steppenheide (SH) oder gar Felssteppe (FS) sein. Mediterran angehauchte Bepflanzungen (siehe Vorschlag oben) bieten sich hier bei entsprechendem milden Klima auch an. Ich habe einen Link angehängt, der eine Auswahl sehr gut geeigneter (Kiesgarten-)Stauden enthält (da hatte auch Christian Kress alias Sarastro seine Hände mit im Spiel)

Eine kleine Auswahl weitere trockenheitsverträglicher Gehölze füge ich auch bei:

Amelnachier ovalis
Berberis ottawensis
Berberis thunbergii
Budleja
Colutea arborescens
Cotinus coggygria
Cotoneaster franchetii
Eleagnus in Arten und Sorten (z.B. E. angustifolius, E. ebbingei..)
Genista in Arten
Hippphae rhamnoides
Juniperus in Arten
Lespedeza thunbergii
Osmanthus heterophyllus
Perovskia
Pinus in Arten
Prunus spinosa
Rhus
Rosa gallica
Rosa glauca
Rosa pimpinellifolia
Salix repens argentea
Syringa
Tamarix

und viele mehr

Von der doch eintönigen Cotoneaster-Pflanzung (meine persönliche Meinung) würde ich Dir abraten. Eine Staudenfläche (Pflanzen siehe Liste) kombiniert mit einigen oben genannten Sträuchern ist doch bei weitem attraktiver und spannender als eine Monobepflanzung, sei es Rasen oder Bodendecker. Eine solche Staudenpflanzung ist kaum mehr pflegeintensiv (Fläche sollte unbedingt mineralisch gemulcht werden) und muß nach einer Anwuchszeit von einigen Monaten nur noch in sehr heissen Sommern, wenn überhaupt, gewässert werden.

Viele Grüße

Joachim


Liste mit trockenheitsverträglichen Stauden:
« Letzte Änderung: 09. März 2010, 09:18:01 von Treasure-Jo »
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Liebe Grüße

Jo

Treasure-Jo

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Re:Sandstein unter Erdschicht im Vorgarten
« Antwort #4 am: 08. März 2010, 14:10:56 »

..stelle mal ein Foto ein von Deinem bisherigen Rasen und Beet.

...bin mal neigierig? Sind Deine Pläne schon gereift?


Gruß

Jo
« Letzte Änderung: 11. März 2010, 17:08:50 von Treasure-Jo »
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Liebe Grüße

Jo
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