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Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio) (Gelesen 1805 mal)

Einjährige, Zweijährige, mehrjährige Stauden, Farne, Gräser, Zwiebelpflanzen ...

Moderatoren: Nina, Phalaina, AndreasR

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Danilo
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Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

Danilo »

Noch ein Pflänzchen, das ich noch nicht zu bestimmen vermochte. :-[ Blühend etwa 8cm hoch, Blüte Ende März bis April. Sieht sukkulent aus, steht jedenfalls gern trocken im Schotter. Hat jemand eine Idee?
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knorbs
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Re:Noch eine Unbekannte

knorbs » Antwort #1 am:

tippe auf centaurea pumilio. steht die bei dir im alpinum, also unter glas? solltest du von der mal samen gewinnen können, wäre ich sehr interessiert. zum tauschen wird sich sicherlich was finden 8)
sapere aude
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Phalaina
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Re:Noch eine Unbekannte

Phalaina » Antwort #2 am:

Ich stimme knorbs zu. ;) Ich kenne Centaurea pumilio von Kreta, wo sie zusammen mit Pancratium maritimum auf Sand in Küstennähe wuchs.
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Re:Noch eine Unbekannte

Phalaina » Antwort #3 am:

P.S.: Woher hast Du die Pflanze?
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Re:Noch eine Unbekannte

knorbs » Antwort #4 am:

jedenfalls eine begehrenswert schöne centaurea. 8) wenn auch nur im gewächshaus kultivierbar bei der herkunft.
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Danilo
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Re:Noch eine Unbekannte

Danilo » Antwort #5 am:

P.S.: Woher hast Du die Pflanze?
Ich hab sie leider auch "nur" im Urlaub gesichtet. Entschuldigt, ich wollte keine falschen Hoffnungen wecken. :-\Die Pflanze ist auf Zypern recht verbreitet gewesen, und da sie bis zu den schneebedeckten Berghängen aufsteigt, müsste sie durchaus auch ein paar Grad Frost abkönnen, für Freilandkultur wirds vermutlich nicht reichen.
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila

knorbs » Antwort #6 am:

dann muss deine was anderes sein. centaurea pumilio wird 1. als endemisch auf kreta beschrieben und 2. als eine pflanze der "Salzvegetation der Sandstrände und Dünen": In einer Flugsandzone wachsen ..., in Kreta mit den endemischen Flockenblumen Centaurea aegialophila und C. pumilio... (quelle).im april 2000 veranstaltete der verein für naturforschung und landespflege (kaiserslautern) eine botanische exkursion nach zypern. in den pflanzenlisten wird eine centaurea aegialophila ("strandliebende" ägäis-flockenblume) mit dem fundortzusatz "Areal Tombs of Kings; sandige Biotope; dort häufig;" erwähnt.das ist sie auch wie auf diesem foto und nochmal als ganze pflanze hier zu sehen. also doch nicht endemisch auf kreta. ;Dwenn die nach deinen beobachtungen bis in die berge hochgeht, wäre sie in der tat einen versuch wert fürs alpinum. wer dort hinfliegt...bitte ausschau halten!!! 8)
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

Phalaina » Antwort #7 am:

Unter Umständen müsste eine Centaurea aegialophila (ja, sie ist es, denn die Hüllblätter des Körbchen sind bei C. pumilio am oberen Rand nicht so glatt) aus dem Gebirge tatsächlich sogar im Freiland überleben, vermutlich mit etwas Nässeschutz. Arum creticum von den höheren Lagen Kretas und die meisten Kroken aus den griechischen Gebirgen sind bei uns ja auch gut hart.
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila

Danilo » Antwort #8 am:

im april 2000 veranstaltete der verein für naturforschung und landespflege (kaiserslautern) eine botanische exkursion nach zypern. in den pflanzenlisten wird eine centaurea aegialophila ("strandliebende" ägäis-flockenblume) mit dem fundortzusatz "Areal Tombs of Kings; sandige Biotope; dort häufig;" erwähnt.
Eine interessante Liste! Ich habe ebenfalls den Westen der Insel erkundet, und in den meisten für mich relevanten Gattungen stimmen meine Ergebnisse in etwa überein. In einigen Gattungen konnte ich sogar weitere Arten vorfinden als die von den Pfälzern genannten. Jedoch hatte ich den Vorteil, eine von einheimischen Fachkundigen organisierte Tour mitzumachen, die mich auf die eigenen Unternehmungen gut vorbereitet hat, da ich etliche Gattungen nicht mal namentlich kannte.In dem genannten Areal im Südwesten hab ich die Centaurea ebenfalls vorgefunden, welches in der Tat ein küstennahes Plateau ist, aber die Flora hat dort nicht viel mit Strandvegetation gemein und besteht nicht nur aus halophilen Pflanzen. In unmittelbarer Wassernähe hab ich die Pflanze nicht angetroffen/nicht gesucht.Ich denke, dass die höchsten Gebirgsbereiche (2000m ü. NN) durchaus mit klimatisch günstigen Lagen in Deutschland vergleichbar sind. Schon die Tatsache, daß sich Schnee auf der sonst sonnenverwöhnten Insel in den Bergen bis April hält, spricht für erhebliche klimatische Unterschiede, was Kultivierungsversuche mit dort vorkommenden Pflanzen durchaus lohnenswert machen könnte.So hoch hab ich diese Flockenblume nicht finden können, auch weil der interessanteste Bereich, der Gipfel des höchsten Berges Zyperns, leider Sperrgebiet ist, aber ich hab von Funden dieser Art in Gipfelnähe gelesen, was für eine gute Frosthärte spricht.
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

knorbs » Antwort #9 am:

geh doch mal deine zyprischen kontakte an (tourenführer) + bitte ihn von dieser centaurea samen zu sammeln von möglichst hochgelegenen standorten. wir sind dankbare abnehmer und umsonst muss er das auch nicht machen. 8)
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

Danilo » Antwort #10 am:

Ich dachte eher an eine erneute Zypern-Exkursion meinerseits, auf der ich dann Saatgut sammeln werde. Finanziert wird das ganze durch Spenden von allen interessierten Forumsmitgliedern. 8) Bankverbindung ist per PN zu erfragen. Und nicht zu geizig sein, denn ich bevorzuge gut möblierte Zimmer mit Meerblick. :P
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

knorbs » Antwort #11 am:

erst will ich ergebnisse sehen, dann rede ich über geschäfte 8) ;)
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

Phalaina » Antwort #12 am:

Ich habe mal hier und dort nachgeschaut. Sowohl Centaurea pumilio als auch C. aegialophila sind typische Küstenbewohner und dürften daher kaum bei uns kultivierbare Klone aufweisen. C. pumilio ist im übrigen kein kretischer Endemit, sondern kommt gleichermaßen in Küstengebieten der Cyrenaika, Ägypten und Israel vor, scheint also insgesamt die milderen Klimate im Mediterranen zu bevorzugen. Es gibt aber eine dritte, ähnliche Art, C. raphanina, und die wächst auch in Garriguen und geht hoch ins Gebirge. Ich hatte sie schon einmal in Kultur (ich glaube, die Pflanze war vom Bernd Wetzel oder Armin Kilian), und sie hat im Freiland ein paar Winter durchgehalten, ähnlich wie Carduncellus rhaponticoides, allerdings unter damals noch suboptimalen Bedingungen und ohne nach dem Kauf wieder zu blühen (jedenfalls nach meiner Erinnerung). Bei guter Drainage und an einem bevorzugten Standort jedoch sollte ein Hochlandabkömmling also durchaus zu etablieren sein! ;)
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

Danilo » Antwort #13 am:

Ich habe mal hier und dort nachgeschaut.
Die Zeiten in denen ich an alles glaubte was in sogenannten Fachbüchern steht, sind lange vorbei. Vieles davon ist doch oft von Autor zu Autor nur abgeschrieben und jeder dichtet ein bißchen dazu oder entfernt Passagen. Ich glaube erst recht nicht, daß die Verfasser jeden in ihren Büchern aufgeführten Standort selbst in Augenschein genommen haben. Wie dem auch sei, die von mir abgelichtete Art steigt definitiv die Hänge des zypriotischen Troodos-Gebirges hinauf. Und augenscheinlich handelt es sich nicht um C. raphanina, sondern um eine der beiden anderen genannten Arten, oder gar um eine weitere, deren Nichtauffinden durch die Autoren wiederum am Informationsgehalt dieser Bücher zweifeln ließe.
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Re:Noch eine Unbekannte => Centaurea aegialophila (nicht pumilio)

Phalaina » Antwort #14 am:

Es ist nicht ganz falsch, dass die floristische Kartierung im Mittelmeerraum nicht vergleichbar ist mit der Situation in Deutschland, wiewohl gerade die Inseln, insbesondere Kreta, häufig von Botanikern und botanisch Interessierten bereist werden, und auch Einheimische sich zunehmend mehr beteiligen. Dementsprechend weisen die Florenwerke auch bedeutende Lücken auf (besonders so allgemein das mediterrane Gebiet behandelnde wie die Schönfelder'sche Mittelmeerflora), zumal kein Autor selbst alle diese Standorte bereist haben kann. Nichtsdestoweniger sind und bleiben solche Bücher wichtig (insbesondere Regionalfloren), denn wie würde man sonst einen Ansatzpunkt finden, um sich dort floristisch zurecht zu finden?Ich denke, solche zusätzlichen Informationen, wie Du sie über die (Höhen-)Verbreitung der Centaurea gefunden hast, sind wichtig und sollten entsprechenden Stellen auch mitgeteilt werden. ;)
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