Im Laufe der Jahre hat sich bei mir ein ähnliches System wie von June beschrieben entwickelt. Das hat für mich wesentliche Vorteile:
- Säuberung direkt nach der Blüte fördert die Nachblüte und die abgeblühten Stängel stehen nicht so gagelig in der Gegend rum

- Rückschnitt im Frühjahr lässt im Winter ein wenig Schmuck im Beet und vor allem haben sich hier einige Vögel vor den garstigen Winden dieses Winters zurück gezogen.

Es gibt aber auch Nachteile: Der Schnitt nach der Blüte, jedenfalls so wie ich es mache (Ausschneiden der abgeblühten Stiele, ohne die frischen Triebe der Nachblüte zu arg zu dezimieren), ist doch ganz schön aufwändig.

Und in diesem Frühjahr habe ich wohl zu spät (!) zur Schere gegriffen (Mitte März, Klimazone 8a); es war so kalt, dass ich noch gar nichts im Garten gemacht habe.... An einigen Stellen gab es dann schon so starke Austriebe, dass ich nicht wirklich schneiden wollte und wo ich geschnitten habe, kommen erst sehr spärliche Triebe.

Ich finde es sehr interessant, wie kontrovers wieder einmal die Erfahrungsberichte sind! Ich habe mit dem Garten einige ältere und wohl nie stark beschnittene Büsche übernommen. In jedem Winter gingen davon einige "über die Wupper" - trotz meines starken Rückschnitts (in´s Holz aber nur soweit wie noch grüne Triebe kommen). Die nach- und neu Gepflanzten scheinen mir robuster. Eine Nachbarin empfahl mir übrigens beim Rückschnitt immer ein paar Stecklinge zwischen die Büsche zu stecken, quasi zur rollierenden Erneuerung. Ich werde das beim nächsten Schnitt probieren!
Ach so, das noch: mein Schopflavendel ist wieder einmal komplett tot - da kommt auch nix mehr. Und zu kaufen habe ich noch nix gefunden.

Ich überlege wirklich, ob ich an dieser Stelle nach was anderem suche!
Lavendelduftige Grüße, Carlo