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Autor Thema: Mespilus germanica - Mispel  (Gelesen 40983 mal)

Sven92

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #180 am: 09. November 2019, 18:14:01 »

Wollte ich euch nicht vorenthalten ;) wunderschön die Mispel im Herbstkleid.
Die Sorte ist Westerveld.
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Sven92

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #181 am: 18. November 2019, 20:07:37 »

Wie sind eure langzeit Erfahrungen mit den Unterlagen der Mispeln?
Wuchs und Pflanzengesundheit würde mich am meisten interessieren.

Quitte,Weissdorn oder doch einen Mispelsämling als unterlage?

Ich habe 3 Mispeln und alle stehen auf Weissdorn, ebenso alle Bäume die ich kenne. Auch bekannte Baumschulen mit denen ich verkehre veredeln sie alle auf Weissdorn.
Danke für eure Feedbacks.
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cydorian

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Wild Obst

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #183 am: 18. November 2019, 20:26:49 »

Ich habe einige Mispeln auf Weißdorn selbst veredelt und eine als "Holländische Großfrüchtige" auf Weißdorn veredelt gekauft. Ich bin allerdings nicht sicher, ob es wirklich die Sorte ist.

Die "Holländische Großfrüchtige" wächst recht kräftig, nach stärkerem Rückschnitt ca. 50-100 cm Jahrestriebe, nachdem sie jahrelang durch einen Wühlmausschaden dahinvegetiert ist. Meine selbstveredelten Mispeln auf Weißdorn wachsen schwächer bis ähnlich stark. Ich vermute, dass die Unterschiede eventuell auch auf die initiale Wurzelmasse des Weißdorns und den Standort zurückzuführen sein könnten. Anfangs stärkere geben auch ein stärkeres Wachstum.

Auf Quitte habe ich keine, aber ich habe öfter welche in Baumschulen gesehen, zumindest initial ein recht starkes Wachstum mit >1cm dicken Trieben mit weit über einen Meter Länge. Wie es langfristig aussieht, weiß ich natürlich nicht.

Was ich auch noch habe ist eine "Spaßveredlung" auf Vogelbeere. Die ist noch nicht so alt, von 2018, hat aber dieses Jahr schon geblüht und zwei Mispeln produziert. Vegetatives Wachstum war dieses Jahr recht gering, aber ich habe den Baum auch dieses Frühjahr verpflanzt, da will ich jetzt noch keine endgültigen Schlüsse ziehen. Außerdem habe ich da, es ist ja ein Testbaum, auch noch diverse andere Arten aufveredelt, Quitte, Aronia und Crataegus.

Auf einem Mispelsämling habe ich auch verschiede Sorten (Oder zumindest verschiedene Klone) veredelt und ein paar habe ich parallel auch auf Weißdorn.  Ich sehe keinen auffälligen Unterschied in der Wuchsstärke. Nach den ersten "richtigen" Erträgen ist der Wuchs inzwischen deutlich schwächer als initial und an manchen Ästen hatte ich dieses oder letztes Jahr gar keine neuen Langtriebe. Der Baum hat inzwischen etwa 3m Höhe und Durchmesser. Der Mispelsämling wächst jedoch deutlich schwächer in der Dicke als die "Sorten", abgesehen von der Sorte "Apyrena" bzw. "Kernlose". Vielleicht ist mein Sämling auch an sich ein relativ schwachwüchsiger Sämling. Die "Holländische Großfrüchtige" auf Weißdorn macht trotz beginnender Erträge bei der selben Größe (noch) nicht schlapp.

Die Sorte "Apyrena" bzw. "Kernlose" wächst allgemein jedoch sehr schwach, an der ist alles irgendwie nur etwa ein Drittel so groß wie bei "normalen" Mispelsorten: Blätter bis etwa 8 cm Länge, Früchte bis etwa 1,5 cm Durchmesser und Triebe bis 20-30 cm Länge und 3-4mm Durchmesser maximal.
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Sven92

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #184 am: 18. November 2019, 20:48:21 »

Danke für eure Antworten, die Links habe ich bereits gekannt aber die konnten meine Fragen nicht ganz befriedigen....
Also wächst die Mispel gründsätzlich auf Weissdorn gut-sehr gut fruchtqualität ist gut jedoch wird die Unterlage wurzelschosse bilden und ist anfällig auf Pilzkrankheiten. Aber das ist ja die Quitte auch.... wo gibt es Mispel Unterlagen? Die meisten Sämlinge die angeboten werden sind ja schon grösser. Selber ziehen wäre natürlich eine Variante
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Wild Obst

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #185 am: 18. November 2019, 21:13:24 »

Ich habe noch nie erfolgreich Mispeln ausgesät. Aber ich habe es auch nach einigen Fehlschlägen nicht mehr mit viel Ehrgeiz versucht, auch weil ich genug wilde Weißdorne herumstehen habe, die ich einfach veredeln kann.
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cydorian

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #186 am: 18. November 2019, 22:30:01 »

die Links habe ich bereits gekannt aber die konnten meine Fragen nicht ganz befriedigen....
Also wächst die Mispel gründsätzlich auf Weissdorn gut-sehr gut fruchtqualität ist gut jedoch wird die Unterlage wurzelschosse bilden und ist anfällig auf Pilzkrankheiten.

Wie in den Links beschrieben, finde ich nicht dass sie auf Weissdorn gut wächst. Die Mispel im Link ist mittlerweile tot, erst sind Äste der Krone abgestorben, dann alles. Währenddessen hat die Unterlage weiter fleissig grausig stachelige Stammschosser geschoben. So viele Baumschulen veredeln nicht mehr auf Weissdorn. Ritthaler ist einer davon, auf Crataegus monogyna. Das macht er auch gern mit seinen Quitten und auch damit habe ich keine gute Erfahrungen gemacht. Nachteilig für die Baumgesundheit.

Meine Mispeln stehen auf Quitte und Mispelsämling. Quitte wächst etwas schwächer, ich weiss allerdings nicht welche genau es ist. Quitte C würde sicher keine grosse Wuchskraft bringen. Die ökologische Anbaubreite der Mispelunterlage ist besser, die Trockenverträglichkeit und vor allem die Kalkverträglichkeit.

Der einzige Vorteil von Weissdorn: Er lässt sich auch als Stammbildner verwenden und der Baum sieht dann geordneter und dekorativer aus, hat einen geraden Teil bis zur Veredelungsstelle. Mispel wächst dagegen oft krumm, bogig, verzweigt unschön, manchmal schwierig in Form zu bringen.
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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #187 am: 18. November 2019, 23:28:57 »

Ich würde die "Kropfbildung" bei Veredelung auf Weißdorn durch unterschiedlich schnelles Dickenwachstum auch noch in die Waagschale werfen, das sieht doof aus - wobei meine Mispel gut auf ihrem Weißdorn wächst und gedeiht, der macht bei mir, vielleicht auch dadurch geschuldet, das er sehr von der Eibenhecke beschattet wird, keine Stockausschläge:



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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #188 am: 19. November 2019, 17:43:04 »

Aus dem Französischen Sprachraum weiß ich, dass eben auch zu Unverträglichkeiten zwischen Mispel und Weißdorn kommen kann. Es ist eben wie mit der Kirschpflaume und kulturpflaumen. Kann klappen, muss aber nicht. Das Problem ist bei der Mispel, dass man eben keine Erfahrungen hat. Wie auch? Es gibt keine Unterlagsweißdornkulturen, wie es bei der Quitte eben gibt. Daher greifen Baumschulen eben lieber auf Quitten zurück, da man die Unverträglichkeiten zwischen den einzelnen Sorten kennt.

Die Frage ob jetzt Mispel auf Weißdorn gut wächst, kann somit nicht beantwortet werden. Wenn du nun veredelst, kannst du Glück oder aber auch Pech haben. Ähnlich, wie du einen eigenen Klon auf eine bekannte Unterlage veredelst. Die Unterlage die bei einem Klon/Sorte klappt, brauch nicht bei der nächsten Sorte klappen.
« Letzte Änderung: 19. November 2019, 17:46:23 von Rib-isel »
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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #189 am: 19. November 2019, 17:45:51 »

ich habe gerade denn baum der nachbarin geerntet, die früchte sind bestimmt 3 mal so gross wie die von meinem baum, wie kleinere äpfel
schwer auch, die steige hat sicher 40 kg
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Wild Obst

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #190 am: 19. November 2019, 17:52:11 »

Stimmt! Ich habe auch einen Weißdorn, auf dem Mispeln irgendwie nicht richtig wachsen wollen wie auf den anderen.

Hast du eine Quelle für deine Aussagen zu Mispel-Weißdorn-Unverträglichkeiten, Rib-isel? Liegt es vielleicht daran, dass es viele verschiedene Weißdornarten und -hybriden gibt und vielleicht die selteneren nicht mit Mispeln (allen Mispelsorten?) so gut verträglich sind? Oder vielleicht liegt es auch wie bei Birnen-Quitten-Verträglichkeiten auch zumindest teilweise an Virenbefall? Ich nehme aber an, dass es zum Virenbefall von Weißdorn und Mispeln relativ wenig Untersuchungen gibt ...
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Rib-isel

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Re: Mespilus germanica - Mispel
« Antwort #191 am: 19. November 2019, 18:32:01 »

Nach der Quelle muss ich noch mal nach gucken. Kann aber nicht sagen ob ich es wieder finden werde.

Mein Beispiel mit der Kirschpflaume und der Kulturpflaume wählte ich vor dem Hintergrund, dass es sich herausgestellt hat, dass die Gattung "Mespilus" in dem Sinne nicht gibt und die Mispel selber, ein Weißdorn (Crataegus) ist.[1] Analog zur Prunus-Prunus-Veredelung meines Beispiels, reden wir hier von einer Crataegus-Crataegus-Veredelung. Nun ist die Crataegus-Gattung groß und ich glaube nicht, das unsere drei heimischen Weißdörner, hier zu näheren Verwandtschaft mit gezählt werden kann. Heißt aber dennoch für mich, dass bei unbekannten Sorten oder Klonen ich lieber auf Weißdorn veredeln würde, als auf Quitte.

Auf der anderen Seite scheint der Tribus der Kernobstgewächse innerhalb so ähnlich zu sein, dass man in der Lage ist, die wildesten Veredelungen zu unternehmen, immer mit der Gefahr, das Klone und Sorten sich nicht miteinander vertragen. Sorbus, Mespilus, Crataegus, Malus, Pyrus, Chaenomeles, Amelanchier, Aronia etc. sind alle in einem gewissem Maße kombinierbar. Manche klappen in einem gewissem  Maße so gut, dass Bäuerliche Kulturen sich entwickelt haben, die auf solche Kombis setzten. So wurde in Polen hier und da gerne Apfel auf Weißdorn gesetzt. Vogelbeere ist eine bekannte schwache Unterlage für die Birne usw. In einem größeren PDF über die Mispel in der Schweiz, wird ein alter Baum auf Mehlbeere (Sorbus aria) gezeigt. Selbst ich hatte einen kleinen Erfolg mit Mispel auf Eberesche (verstorben - sah aber vielversprechend aus).

[1]
Eugenia Y. Y. Lo, Saša Stefanovič, Knud Ib Christensen, Timothy A. Dickinson: Evidence for genetic association between East Asian and western North American Crataegus L. (Rosaceae) and rapid divergence of the eastern North American lineages based on multiple DNA sequences. In: Molecular Phylogenetics and Evolution. 51, 2009, 157–168, doi:10.1016/j.ympev.2009.01.018.
« Letzte Änderung: 19. November 2019, 18:37:26 von Rib-isel »
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