"Viola labradorica"... gehört wahrscheinlich sämtlich zu Viola riviniana in einer dunkel-laubigen Variante. ...
diese Erkenntnisse sind nicht neu, nur setzen sie sich verdammt zäh durch, also eher gar nicht.
Die Staudengärtner könnten ja ganz vorsichtig anfangen, das Ding Viola "Labradorica" zu nennen. Das wäre immer noch falsch, aber behauptet keinen falschen Artnahmen. Gleich ganz brutal riviniana dran zu schreiben, wäre vermutlich absatzschädigend
Sowas hält sich leider wirklich ewig.
In diesen Dingen bin ich ganz brutal und übernehme die neuen botanischen Namen, wenn sie sich einigermaßen etabliert haben und wissenschaftlicherseits begründbar sind. Die Kollegen liegen mir allerdings noch heute in den Ohren, weil ich recht bald kritiklos alle Cimicifuga zu Actaea geschlagen habe. Das hat den Absatz der Silberkerzen nicht geschmälert!
(Denn wir haben immer noch den deutschen Namen, dem ich eine immer größere Bedeutung zumesse, wenn ich mir meine Kunden anhöre. Bei uns wird deswegen sukzessive die Etikettierung in den Quartieren umgestellt, der deutsche Name zuerst und fett, dann erst der korrekte botanische Name!)
Wenn aber Unterarten aus Patriotismus zur reinen Art auserkoren werden, bin ich eher skeptisch. serbicus, croaticus, bosniakus, macedonica oder thessalica etc.pp. (Nur Helleborus croaticus ist eindeutig als reine Art identifizierbar!)
Aber nur, weil das Dingen immer schon Viola labradorica hieß, ist das kein Argument und so kann es von mir aus auch V. riviniana heißen. Die Kunden gewöhnen sich sehr viel schneller daran, als man glaubt. Nur der Herr Gärtner will manchmal nicht mit der Zeit gehen.
Dabei müssen wir uns jährlich mit Gesetzesnovellen und Updates herumschlagen. Das finde ich viel schlimmer.