Die Bepflanzung eines Gartens ist genauso von dem (u.U. von Ideologien, Moden oder In-Groups - und nicht zuletzt dem Geldbeutel

- beeinflussten) Geschmack des Besitzers abhängig wie die Einrichtung einer Wohnung.
Die Gärten oder Wohnungen, in denen ich mich am liebsten aufhalte, weisen natürlich in der Einrichtung eine gewisse Deckungsgleichheit mit meinen eigenen Präferenzen auf.
Es würde mir aber nie einfallen, Leute, deren Wohnungen oder Gärten mir nicht gefallen, weil sie meinen Vorstellungen nicht entsprechen, umerziehen zu wollen. Lieber würde ich sie einfach meiden

Genauso ungern möchte ich selbst ja umerzogen werden, auch nicht unter dem Deckmäntelchen eines hehren Ziels wie Naturidentität.
Beschreib doch einfach, was du magst, fisalis, und belass es bei deinem Beispiel ohne anderen das Gefühl zu vermitteln, dass du auf sie runterschaust. Welche Formulierungen in deinem Text zur Herstellung dieses Inferioritätsgefühls (und der berechtigten Auflehnung dagegen) beitragen, kannst du an meinem Fettdruck in dem Zitat aus deinem Eingangstext sehen.
Immer wieder stört mich, wenn Gärten allein nach der äusseren Erscheinung, fast ohne Rücksicht auf einigermassen naturidentische Pflanzengemeinschaften gestaltet werden. Da gibt es gelbe, blaue und weisse Beete, zusammengewürfelt aus Pflanzen, die sich in der Natur nie vergesellschaften würden. Einige hassen ja gar orange generell . Viele sind auch darauf bedacht, immer Blüten im Garten zu haben, und machen sich diesbehufs aufwändige Pflanzpläne, die den Wunsch meist erfüllen. Schliesslich gibts noch die Ordnungsliebenden,die alles Verblühte gleich wegschneiden und im Herbst "unansehnliche" Stauden ruckzuck kürzen und mit Koniferengestecken aufpeppen, damit der Garten vorzeigbar bleibt.
Für die Abschätzigkeit des Tons gibt es leider keine Markierungsmöglichkeiten.
Deine Ideen finde ich oft durchaus gut und zum Nachdenken angetan. Aber stell sie doch einfach dar, ohne andere dabei indirekt anzugreifen.