Wir sind doch hier
nicht in Australien! In Europa gab es doch nicht nur Völkerwanderungen, sondern Pflanzeneinwanderer. Schon immer.
Und in Australien ist durch Schafzucht so viel zerstört worden, dass eine Gartenbepflanzung dort mit einheimischen Gehölzen und Stauden sehr, sehr lobenswert wäre.
Hier aber stellen sich die Tiere doch schnell um oder ein auf Neuzugänge. Ich habe z.B. die Nachtkerze, die ja ursprünglich aus Amerika kommt. Lockt unglaublich viele Nachtfalter.
Für irgendeine einheimische, die dies auch täte aber auf meinem überdüngten Boden nicht gedeiht, reiße ich mir kein Bein aus. Für wen denn auch?

Ich dachte auch, dass diese Welle NUR EINHEIMISCHE Pflanzen versickert sei.
Hier in NL wollten sie vor einiger Zeit alle "amerikanischen" Eichen (Quercus rubra) aus den Wäldern heraushauen. "Gehört nicht hier hin!"
Vielleicht profitieren
nur 200 Insektensorten von der AMi-Eiche und bei der einheimischen sinds 500 Sorten.
Wenn aber unter den 200 immerhin 5 Sorten dabei sind, die von einer verschwundenen einheimischen Pflanze sich auf die Ami-Eiche umgestellt haben.
Hat diese Eiche dann keine Funktion mehr?
Genauso im Garten natürlich.
Dabei dachte ich auch mal wie Fisalis und pflanzte am Anfang brav eine Hecke mit einheimischen Gehölzen.
Eine riesige Leyland-Zypresse war mir ein Dorn im Öko-Auge und ich wollte sie gnadenlos umsäbeln, weil sie mich an öde Vorgärten erinnerte.
Als dann im Winter in diesem Riesenbaby (10m hoch)
3 Waldkäuzchen ihren Schlafplatz fanden, tja wurde mein blinder Ökoeifer etwas gedämpft.
Manche Leute sehen ihren Garten aber nicht so wie die meisten hier: etwas Lebendiges sich ständig veränderndes Ganzes, in dem Platz für Mensch und Tier ist.
Sondern als verlängertes Wohnzimmer, wo gerade eben KEIN Leben stattfinden soll, sondern es muss aufgeräumt aussehen.
Eine Pflanze im Garten, von der kein Tier was hat
gibts nicht. Zumindest eines kann sich noch freuen:
der nackerte Affe.