Zur Sache kann & will ich nix wirklich Neues beitragen. Aber manches kann man, glaube ich, nicht oft genug sagen:
- "Naturidentisches" Gärtnern ist Kokolores. Bei "naturidentischem" Gärtnern gäb's hinter jedem mitteleuropäischen Haus erstmal Ruderalvegetation, nach ein paar Jahren Kraut- und Strauchfluren, schließlich Wald (jeweils mit regionalen/lokalen Varianten) - na, ob das sonderlich spannend wäre und der Artenvielfalt förderlich... "Natur" kann ich jenseits des Gartenzauns haben. Reichlich. Warum also diesseits dasselbe nochmal

?
- "My garden is my castle": Da entscheide ich und sonst niemand, ich bin so frei

.
Gesellschaften bilden sich aus den zusammengewürfeltsten Pflanzen, wenn sie dieselben Bedingungen mögen ... Funktionierende Pflanzengesellschaften kriegt also nicht nur die Natur hin, sondern auch jeder halbwegs unbedarfte Gärtner.
- Jede/r Gärtner/in, die/der halbwegs bei Sinnen ist, wird's genau so machen: Pflanzen zusammen setzen, die jeweils gleiche Anforderungen an den Standort stellen, nur so kriegt man sie schließlich zum Weiterwachsen. Alles andere ist gärtnerische Entscheidung, Geschmackssache, Frage persönlicher Vorliebe - egal, wie man's nennt.
- Debatten um "heimische" oder "nicht-heimische" Gewächse, um "natürlich" oder "künstliche" Pflanzengesellschaften sind allemal fruchtlos. Pflanzen wandern ein, wandern aus; "Natur" verändert sich, das ist der Lauf der Dinge. "Kultur" bedeutet dabei keine fundamental andere Qualität der Veränderung, sondern allenfalls, dass "natürliche" Prozesse einen etwas anderen Drall oder ein etwas anderes Tempo kriegen. Wo wollte man auch die Grenze zwischen "einheimisch" und "fremd" ziehen? Beim Jahr 1492, Columbus in Amerika? Dabei, ob zufällige Pflanzen-Verbreitungen ohne menschliches Zutun (Samenverbreitung durch Wasser, Vögel etc.) oder mit menschlichem Zutun (z. B. Samenverbreitung durch Waren-Transporte oder durch verwilderte Kulturen) geschehen? In jeder Abgrenzung steckt Willkür.
- Also bekenne ich mich freimütig zur Gärtner-Willkür. Das ist wenigstens ehrlich. (Welche Kriterien ich anwende, um die eigene Willkür wieder einzuschränken, ist dann meine Privatangelegenheit.)
Und beim nächsten Fundi-Thread werd' ich wohl einfach den "Ignorieren"-Button anklicken; hab' derlei Diskussionen seit bestimmt 20 Jahren "live" so oft geführt/ führen müssen - ohne wesentlichen Erkenntnis-Zuwachs -, dass ich's, nur weil's mittlerweile das WWW gibt, nicht unbedingt im virtuellen Raum nochmal brauche

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Schöne Grüße
Querkopf