Hallo allerseits,
hier ein paar sommerliche Beobachtungen und Überlegungen.
Nach wie vor füttere ich (bin immer noch neugierig

). Allerdings mit verändertem/ reduziertem Angebot:
- Amseln, Rotkehlchen, Rotschwänzchen & Co. haben sich seit etwa Anfang Juli kaum noch für Vegetarisches interessiert. Sie finden offenbar ausreichend Insekten, sind auch "durch" mit dem Brutgeschäft. Also gibt's kein Weichfutter am Boden mehr.
- Meisenknödel sind dauergefragt. Aber bei Sommerwärme werden die Dinger verflixt weich, es entsteht fies klebriges Gekrümel plus allerlei Keimerei am Boden. Nachdem der Vorrat verfüttert war, habe ich ihn erstmal nicht wieder ergänzt; Knödel gibt's erst wieder, wenn es deutlich kühler wird.
- Körner sind ebenfalls dauergefragt. Und nicht hitzeempfindlich. Also gibt es weiter einen Mix aus Sonnenblumenkernen, Getreide und kleinen Sämereien. Eine gut 500 Gramm fassende Futtersäule ist stets nach 24 Stunden leer.
- Erdnüsse waren im Winter und Frühling kein Hit. Aber Vögel lernen: Inzwischen haben Meisen, Spechte, Kleiber und Co. die Gitterspender für sich entdeckt, sie schnäbeln jetzt eifrig Nüsse weg.
Aktuelle Futtergäste: Kohl-, Blau-, Sumpf-, Tannenmeisen, Haussperlinge, Kleiber, Buntspechte, ein Mittelspecht (? – der Verdächtige ist immer noch nicht klar identifiziert

...), Girlitze, Gimpel, Grünlinge (Letztere nach ein paar Wochen Abstinenz wieder da), ein Baumläufer.
Amseln, Rotkehlchen, Rotschwänzchen, Zaunkönige, Heckenbraunellen, (Mönchs-?)Grasmücken sind präsent, kommen aber momentan nicht futtern. Stare, zeitweilig scharenweise da und sehr gierig, lassen sich nur noch vereinzelt blicken. Auch Stieglitze, Buchfinken und Schwanzmeisen habe ich schon eine Weile nicht mehr gesehen.
Aktueller Futterverbrauch: je 3-4 kg Körner und Erdnüsse pro Woche, also ca. 25 kg Futter pro Monat.
Positiv: Immer noch keine einzige Blattlaus an Rosen und Stauden und nahezu kein Raupen- und Lilienhähnchenfraß.
Negativ: Runtergefallenes keimt, und zwar in enormem Tempo. Extra-Jätepflichten kann ich aber nicht gebrauchen.
Abhilfe
(meine bisherigen Ideen, Weiteres wird dankend entgegengenommen
!) :
- Als Hochsommer-Fettfutter gibt's statt Meisenknödeln Erdnüsse.
- Die Körner-Futtersäule fülle ich nur alle 2 Tage auf – zwischendurch sollen die Geierlein bitteschön abräumen, was sie auf den Boden gekrümelt haben. Tun sie auch brav, so hält sich das Auskeimen in Grenzen.
- Beim nächsten Körnermischen verzichte ich auf Fertigmixturen, verwende nur reinen "Rohstoff". Potenziell Unangenehmes/ Jätepflichtiges bleibt dabei draußen, z. B. Raps, Kanariengras, Kardi (=Färberdistel). Dann sind nur noch ein paar Sonnenblumen-, Hafer- oder Leinpflänzchen zu erwarten; damit kann ich gut leben.
Auffällig: Das "Sozialverhalten" der Vögel hat sich verändert. Aggressionen und gegenseitiges Wegscheuchen sind weniger geworden, an der Körner-Futtersäule und den Gitterspendern picken jetzt stets mehrere Geierlein friedlich nebeneinander (an den Gitterspendern sitzen oft sechs, sieben Vögel gleichzeitig – unlängst haben es zwei kleine Meisen sogar gewagt, sich zu einem Specht zu gesellen, der sich minutenlang an den Nüssen vergnügt hat). Andererseits zeigen sich die Flieger wieder "wilder" gegenüber Menschen, ihre Fluchtdistanz ist erheblich größer geworden als noch im Frühjahr.
Schöne Grüße
Querkopf