Hallo,
ich habe ja vor einigen Wochen einen nagelneuen Blaumeisenkasten mit Spitzdach aufgehängt. Diesen habe ich auf 1,50 Meter Höhe an einer Gebäuderückseite angebracht und warte seitdem darauf, dass sich etwas tut.
Gleich am nächsten Morgen öffnete ich den Kasten einmal probehalber, denn die Front lässt sich mittels einer Schraube leicht entfernen um im Herbst altes Nistmaterial zu entnehmen und ich wollte sichergehen, dass dies auch problemlos funktionieren würde.
Was sah ich da? In der unteren linken Ecke in Richtung "Tür" befand sich ein kleiner brauner Haufen. Diese Masse war fest und sah aus wie mit Speichel zusammengeklebt.
Ich dachte an einen Parasiten und habe den Brocken entfernt, da in meinem Garten noch nie Blaumeislein gebrütet haben und alle anderen Kästen mitsamt den Einflugslöchern scheinbar zu groß sind - diese werden nicht angenommen.
Nachdem ich den Kasten diese Woche vom Fenster aus ständig im Auge hatte, musste ich leider feststellen, dass sich nichts weiter getan hat und keine Meise das neue Fertigteilhaus inspiziert hat.
Also bin ich hin und habe ihn aufgeschraubt, um zu sehen, woran das liegen könnte - und siehe da: Wieder ein hellbrauner, fest verklebter Haufen in der unteren linken Ecke, diesmal aber schon wesentlich größer!
Bei abgenommener Vorderseite kann man gut die offene Rückwand des "Nestes" erkennen - dieser Brocken ist in drei kleine Einzelkammern eingeteilt (wahrscheinlich werden es später noch mehr), und in jeder von ihnen befindet sich ein transparentes, reiskorngroßes Ei. Umgeben wird das Ei von knallgrünem Blütenstaub oder Ähnlichem.
Ich stehe vor einem Rätsel und vermutete zunächst Mauerbienen hinter dem Werk. Diese haben das ebenfalls neue Insektenhotel ein Stück weiter gut angenommen und anfangs nur zwei, inzwischen aber alle Röhren verklebt.
Das sieht dann aus wie auf diesem Foto, das ich im Internet gefunden habe:
http://www.mauerbienen.com/Bilder/gr/P_voll.jpgIn Bezug auf Farbe und Konsistenz sieht die bräunliche Masse im Meisenkasten exakt identisch aus, allerdings habe ich gelesen, dass Mauerbienen nur in Hohlräumen brüten.
Also wer steckt dahinter? Können das vielleicht auch Ameisen sein?
Leider konnte ich gestern kein Foto machen, ich werde aber heute abend daran denken. Falls die Insekten dort noch zugange sind, bauen sie tagsüber und ich möchte sie auf keinen Fall stören.