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Rosenduft - Wahrnehmung (Gelesen 10388 mal)

A rose is a rose is - Erfahrungen, Pflege und Schnitt von Rosen
Historische Rosen, Strauchrosen, Kletterrosen, Wildrosen ...

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Windsbraut
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Rosenduft - Wahrnehmung

Windsbraut »

Hallo,ich habe hier im Forum schon öfter gelesen, dass der eine oder andere bestimmte Rosendüfte eher wahrnimmt als andere. Also, der eine riecht eher den Myrrhe-Duft der Austin-Rosen, der andere ist empfänglich für den typischen Alte-Rosen-Duft. Zumindest habe ich es so verstanden, dass es tatsächlich so ist, dass man bestimmte Düfte weniger als andere wahrnimmt, ganz individuell.Mich würde dazu mehr interessieren; ich habe mal im internet gesucht, aber nichts Wesentliches gefunden. Falls es einen ähnlichen Thread hier schon gibt, bitte ich den Moderator, die beiden zusammenzufügen. Ich habe aber mit der Suche keinen gefunden.Ich habe dieses Jahr von Austin den William Morris, den James Galway und den Abraham Darby gekauft. Alle drei werden als stark duftend beschrieben. James Galway und William Morris haben für mich allenfalls einen Hauch von Geruch - von stark keine Rede. Der Abraham Darby duftet herrlich. Nehm' ich da jetzt nur etwas nicht wahr - oder duften sie wirklich nicht? Anders gefragt - duften sie überhaupt bei jemandem?Weiß jemand etwas zur individuellen Wahrnehmung von Rosendüften?Herzliche Grüße,Stefanie
Herzlichst, Windsbraut

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Max Frisch
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Rosenfee
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Re:Rosenduft - Wahrnehmung

Rosenfee » Antwort #1 am:

Hallo Stefanie,vor ca. zwei Jahren wurde Rosen Wiki angefangen. Es hatte den Hintergrund, dass die Düfte der Rosen auf verschiedenen Böden, an verschiedenen Standorten benannt werden sollten. Schau doch mal rein ;)
LG Rosenfee
Windsbraut
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Re:Rosenduft - Wahrnehmung

Windsbraut » Antwort #2 am:

Oh - das ist ja toll. Das kannte ich noch nicht! Danke!Ich würde mich aber dennoch freuen, wenn es hier auch die eine oder andere Schilderung gäbe. Vor allem interessiert mich, ob es wirklich unterschiedliche Wahrnehmung von Düften gibt. So, wie ich die Einträge in Rosen-Wiki verstehe, wird da Wirkung von Boden auf Duft behandelt. Wie ist es mit dem Zusammenwirken von Duft und menschlicher Nase?
Herzlichst, Windsbraut

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casa

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

casa » Antwort #3 am:

Die Unterschiede stelle ich bei jedem Gang mit Gästen durch meinen Garten fest. Während ich Gerüche meistens intensiv wahrnehme, riechen manche Menschen wenig bis gar nichts. Das kann am Alter liegen, ob Raucher oder Nichtraucher, aber auch daran, ob man generell ein "Nasentier" ist oder nicht.Auch die Düfte werden unterschiedlich wahrgenommen. Während ich "Gertrude Jeckyll", "Felicité Parmentier" und "Rose de Resht" (meine Lieblings-Dufter ;)) unterschiedlich wahrnehme, ist das für andere einfach nur Rosenduft. Gerade "Felicité Parmentier" beschreiben Gäste von "fruchtig" über "parfümig" bis "schwülstig". Ein alter Freund behauptet sogar, die Rose "stinkt nach Alte-Frauen-Parfüm". Die einzige Rose, deren Duft von allen als angenehm empfunden wird, ist "Westerland". Offenbar trifft deren Geruch den olfaktorischen "Mainstream". Das Ganze ist so individuell, dass ich nicht glaube, dass man da Gesetzmäßigkeiten erkennen kann.
Windsbraut
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Re:Rosenduft - Wahrnehmung

Windsbraut » Antwort #4 am:

Auch die Düfte werden unterschiedlich wahrgenommen. Während ich "Gertrude Jeckyll", "Felicité Parmentier" und "Rose de Resht" (meine Lieblings-Dufter ;)) unterschiedlich wahrnehme, ist das für andere einfach nur Rosenduft. Gerade "Felicité Parmentier" beschreiben Gäste von "fruchtig" über "parfümig" bis "schwülstig". Ein alter Freund behauptet sogar, die Rose "stinkt nach Alte-Frauen-Parfüm".
Gertrude Jeckyll's Duft kenne ich nicht - die Felicité Parmentier duftet für mich genauso, wie eine Rose duften sollte - wunderbar typisch nach Rose mit einem kräftigen Hauch Zitrone. Die Rose de Resht riecht für mich auch herrlich, aber deutlich anders als die Felicité.Der James Galway soll auch nach Alten Rosen riechen - kann ich nicht feststellen ..... Der Abraham Darby duftet dagegen sehr schön nach Rose mit einem Hauch Pfirsich. Und der Troilus duftet gar nicht nach Rose, eher nach sanften Gewürzen wie Anis.Ich habe den Eindruck, ich bin empfänglich für "typischen" Rosenduft mit einem Hauch Frucht, oft Zitrone. Auch die Heritage duftet zitronig.Und die Rosa primula heißt nicht zu Unrecht auch "Weihrauchrose".
Herzlichst, Windsbraut

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Max Frisch
Conni

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

Conni » Antwort #5 am:

Während ich Gerüche meistens intensiv wahrnehme, riechen manche Menschen wenig bis gar nichts. Das kann am Alter liegen, ob Raucher oder Nichtraucher, aber auch daran, ob man generell ein "Nasentier" ist oder nicht.
Die Fähigkeit zur Duft- oder generell Geruchswahrnehmung ist auch nach meiner Erfahrung sehr unterschiedlich ausgeprägt. Und ich würde vermuten, dass es mit Alter oder Raucher/Nichtraucher nicht so viel zu tun hat, mit dem "generellen Nasentier" aber sehr viel. Es gibt Leute, die sind mit der Nase ausgesprochen blind und andere, die extrem feinfühlig mit der Nase sind, was bestimmt nicht immer ein Vorteil ist. Die Vorlieben für den einen oder anderen Duft stehen noch mal auf einem anderen Blatt - mein Lieblingsbeispiel ist Muskatellersalbei, den die eine Hälfte himmlisch findet, während die andere Hälfte der Riechenden einfach nur das Weite suchen möchte. (Ähnlich bei der Rebsorte Scheurebe: die eine Hälfte nimmt Cassisnoten war und schaut ganz schwärmerisch, die anderen riechen Katzenpisse und wenden sich mit Grausen.)Dass Rosen ganz unterschiedlich duften, ist ganz sicher so. Und ebenso sicher ist, dass manche das wahrnehmen und andere nicht. Warum das so ist, weiß ich leider auch nicht, aber es gibt auch Leute mit guten Augen und Leute mit weniger guten Augen (wofür es dann x verschiedene Gründe gibt) - warum sollte das mit der Nase anders sein?
casa

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

casa » Antwort #6 am:

Ich rieche extrem gut - also, mein olfaktorisches Empfinden ist stark ausgeprägt. Und, nein, das ist nicht immer ein Vergnügen, gerade jetzt im Sommer nicht.Was ich interessant finde, sind die Beschreibungen, die man oft liest. Vor allem, der viel beschworene "Myrrhe-Duft". Selber weiß ich nicht, wie Myrrhe riecht, und ich denke, das geht auch den meisten anderen Menschen so. Trotzdem schwärmen viele Rosenmenschen von diesem Duft.Das ist ähnlich wie bei Weinen, denen von Connaisseuren oft Geschmacksnuancen angedichtet werden, die der Winzer noch nicht mal geahnt hat, als er die Reben beschnitten hat ;)Deshalb beschränke ich mich bei Rosendüften auf einfache, nachvollziehbare Beschreibungen: Frisch, fruchtig, parfümig, schwer. Und das in leicht oder stark. Den meisten Menschen genügt das.
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mame
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Re:Rosenduft - Wahrnehmung

mame » Antwort #7 am:

Ein spannendes Thema, das gibt mindestens einen zwanzigseitigen thread ;DIch betreue für verschiedenen Gärtnereien die Stände auf Ausstellungen und Märkten. Wenn da einige hundert Leute an den Pflanzen vorbeilaufen kann man diese unterschiedliche Wahrnehmung prima beobachten. Bei den Rosen ist der Duft so entscheidend, da gehen die Leute wirklich mit der Nase zuerst hin. Wenn sie dann nicht gleich was riechen, ist die Pflanze schnell uninteressant. Bei Gruppen entbrennt immer eine Diskussion, nach was das nun riecht, ob es überhaupt riecht usw. Oft sind die einen total begeistert von einem Duft und der Begleiter sagt dann, er riecht gar nichts.Ich habe auch mal gelesen, dass man immer nur einen Geruch wahrnehmen kann, also wenn noch ein anderer, stärkerer Duft vorhanden ist, kann es sein, dass der Rosenduft überhaupt nicht mehr bemerkt wird. Das würde auch erklären, warum sich die Rosen auf einem hiesigen Hoffest, wo es ziemlich nach Stall riecht, ganz schlecht verkaufen. Ich merke das auch, wenn wir einen Standplatz neben der Gastronomie haben, dass die Leute sagen, die Rosen duften nicht. Das Wetter spielt natürlich auch eine Rolle und die Blüte sollte auch ganz geöffnet sein, wenn man das volle Dufterlebnis haben möchte.Dann ist mir noch aufgefallen, dass besonders die schweren Düfte sehr unterschiedlich bewertet werden. `Chartreuse De Parme´ ist z.B. so eine Rose deren Duft von "wunderbar" bis "igittigitt" bezeichnet wird. Die fruchtigen Düfte werden allgemein für gut befunden.
Windsbraut
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Re:Rosenduft - Wahrnehmung

Windsbraut » Antwort #8 am:

Ja, ich denke auch, dass die Nase stark beeinflusst wird von allem, was sie so umweht. Bei Stallgerüchen noch unterschiedliche Rosendüfte herausfiltern, dürfte mancher Nase schwerfallen.Nicht umsonst soll man ja auch beim Parfum-Aussuchen nur um die drei Sorten probieren - sonst weiß die Nase gar nichts mehr.(Ach so - nur nebenbei, die Duftbeschreibung "parfümig" finde ich absolut nichtssagend ....... bei der Vielzahl der Parfums - was soll ich mir da vorstellen?)Was ich halt seltsam finde, ist, dass bei manchen Rosen ein starker Duft angegeben wird - ich aber gerade mal einen Hauch rieche, während ich andere Duft-Rosen sehr wohl kräftig wahrnehme. Manche Rosen riechen ja auch zu bestimmten Tageszeiten stärker oder gar nicht. Habe ich alles ausprobiert - manche der angeblich "stark duftenden" duften für mich zu jeder Zeit allenfalls schwach - für meinen Mann ebenso. Wir haben im Übrigen bei allen Rosen übereinstimmende Wahrnehmungen, so ganz individuell kann das also dann wieder nicht sein.Duftet nun z.B. William Morris also tatsächlich kaum? Ist der von den Anbietern beschworene starke Duft ein Verkaufsschwindel? Gibt es jemanden, der bei dieser Rose (die ich mal exemplarisch auswähle), den zitierten starken Duft wahrgenommen hat?Und wenn nicht - wie zuverlässig sind also Duftangaben bei Rosenanbietern und -beschreibungen?
Herzlichst, Windsbraut

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Max Frisch
casa

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

casa » Antwort #9 am:

Die Duftangaben der Rosenanbieter sind ähnlich zuverlässig wie deren Angaben über Wuchshöhe, Krankheitsresistenz, Regenfestigkeit der Blüten und Frostbeständigkeit der Pflanzen.Papier ist geduldig.Man muss es im eigenen Garten ausprobieren.
SWeber

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

SWeber » Antwort #10 am:

Was ich interessant finde, sind die Beschreibungen, die man oft liest. Vor allem, der viel beschworene "Myrrhe-Duft". Selber weiß ich nicht, wie Myrrhe riecht, und ich denke, das geht auch den meisten anderen Menschen so. Trotzdem schwärmen viele Rosenmenschen von diesem Duft.Das ist ähnlich wie bei Weinen, denen von Connaisseuren oft Geschmacksnuancen angedichtet werden, die der Winzer noch nicht mal geahnt hat, als er die Reben beschnitten hat ;)
Casa, grundsätzlich hast Du ganz recht - bei den Weinbeschreibungen staune ich auch oft nicht schlecht ("Grapefruit, Walnuss und Weichsel in der Nase mit Zedernholz am Gaumen und einem Abgang nach halb erblühten Veilchen" oder so) und denke mir, das kann's doch nicht geben. Falls mich mein löchriges Gedächtnis nicht trügt, ist glaube ich Graham Thomas für die ominöse Bezeichnung "Myrrheduft" verantwortlich, der David Austin erklärt hat, eine seiner Rosen dufte so. Austin selbst hat gemeint, das er keine Ahnung habe, wie Myrrhe duftet und das eben übernommen hat. Tatsache ist, dass man sich diesen Duft nicht einbildet - er ist sehr unterschiedlich zu anderen "süßeren" Düften - nur ist wahrscheinlich die Assoziation mit Myrrhe nicht richtig.Interessant ist, dass Rosen oft nach etwas "anderem" duften - ich hatte schon Rosen mit starkem Himbeer- (eine leider unbekannte Rose aus dem Baumarkt, die nach 3 Jahren verschieden ist :'() und Schokobananenduft (Pierre de St. Cyr) :D - während z.B. Veilchen und Lilien immer nach Veilchen und Lilien duften...
SWeber

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

SWeber » Antwort #11 am:

James Galway und William Morris haben für mich allenfalls einen Hauch von Geruch
Stefanie, das hängt auch manchmal vom Alter der Rose ab. Ich habe schon öfter die Erfahrung gemacht, dass manche Rosen im ersten Standjahr weniger duften (das gehörte glaube ich James Galway dazu - jetzt duftet er umwerfend). Manche wiederum duften in einem Jahr wenig, im nächsten stark (Liebeszauber), oder die Duftqualität bzw. -intensität der Frühjahrsblüte ist unterschiedlich zur Herbstblüte (Brother Cadfael). Nehmen denn andere Leute bei Deinem James Galway einen stärkeren Duft wahr als Du?
marcir

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

marcir » Antwort #12 am:

Es gibt eigentlich nichts hinzuzufügen, da das meiste schon gesagt wurde.Ein Beispiel aber.Mme Bovary duftet oft erst am Abend wunderbar. Warum sie aber ab und zu eine Ausnahme macht und auch schon mal am Ende eines Morgens duftet, ist mir schleierhaft.GG und ich nehmen die Rosendüfte auch unterschiedlich wahr. Bei einer Rose, die er als stark duftend beschreibt, rieche ich gerade mal einen Hauch. Dafür riecht er meine als stark duftende Rosen kaum. ???Ich bin aber eher der Nasenmensch (Bananen z.B. esse ich gerne, aber ihr Duft bedrängt mich oft! ::), Tomaten an der Sonne, herrlich wie die riechen).
tapir

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

tapir » Antwort #13 am:

"Felicité Parmentier" beschreiben Gäste von "fruchtig" über "parfümig" bis "schwülstig". Ein alter Freund behauptet sogar, die Rose "stinkt nach Alte-Frauen-Parfüm".
Ja, bei dieser Rose denke ich auch an "Alte-Frauen-Parfum", aber für mich ist das positiv besetzt. :D "Mhyrreduft" der Austinrosen hingegen definiere ich für mich: das ist der grausliche Geruch von dem ich kotzen könnte :P In einem Interview in einer Gartenzeitschrift sagt Christian Schultheis (aus der Steinfurther Rosenschule) zum Rosenduft, dass - er sich an einem warmen Standort am besten halten wird- an luftigen Plätze besser als an Standorten mit Stauhitze ist- durch hohe Luftfeuchtigkeit positiv beeinflußt wird- bei vollständig geöffneten Blüten am stärksten istDer beste Duft sei vormittags an warmen Tagen zu erwarten, wenn die Blüte sich gerade voll entfaltet hat. Mittagshitze trockne die Nektarien, aus denen die ätherischen Öle verdampfen, aus und der Duft lasse nach.Als Nasenmensch habe ich die Angewohnheit, an allem zu riechen. Ich behaupte daher, dass alle Blumen riechen (spätestens dann, wenn man sie ein bisserl quetscht).Liebe Grüße, Barbara
SWeber

Re:Rosenduft - Wahrnehmung

SWeber » Antwort #14 am:

Ich behaupte daher, dass alle Blumen riechen (spätestens dann, wenn man sie ein bisserl quetscht).
Ja, da ist was dran - zumindest riechen sie dann "grün" :D
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