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News: Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes. (Aus Rumänien)
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13. Dezember 2017, 19:55:10
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News: Im Garten der Zeit wächst die Blume des Trostes. (Aus Rumänien)

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|15|9|... wünsche auch einen schönen guten Morgen und gehe jetzt wieder in meinen Garten und laber mit dem Rhabarber. (Ein Kommentar von wandersfranz) 

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Autor Thema: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen  (Gelesen 12523 mal)

b-hoernchen

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #75 am: 26. Oktober 2017, 22:19:32 »

Und hier der Vergleich des Schweizer Winterglockenapfels vom Hochstamm auf Sämlingsunterlage mit der Frucht auf M9-Unterlage:





Der Hochstamm wurde am 21. Oktober abgeerntet, die noch verbliebene letzte Frucht (von zweien insgesamt) vom Baum auf M9 wurde gestern geerntet.

Die Frucht vom kleinen Baum war überraschend mürbe, überraschend saftig, saftiger als der Adersleber Kalvill , prickelnd süß-sauer mit einem ausgeprägtem, gutem Aroma. Der Eindruck ist jetzt bereits der von maximaler Reife bis leichter Überreife.
Ich kenne den Winterglocken-Apfel in unserer Gegend sonst vom Hochstamm als einen sehr lange (bis April, Mai) haltbaren Lagerapfel mit ausgeprägter, fast spitzer Säure, eher mäßiger Saftigkeit und weniger ausgeprägtem Aroma.

Auf M9 gingen das Aroma und gefühlter Zuckerwert rauf. Die Haltbarkeit des Apfels von Sämlingsunterlage ist aber sicher nicht mehr gegeben. Beide Äpfel vom Baum auf M9 weisen deutliche Glasigkeit um das Kernhaus auf; die müssen baldmöglichst gegessen werden.

Das deckt sich soweit mit meinen anderen Erfahrungen von Früchten alter Sorten auf Unterlage M9: Reifeverfrühung, physiologische Störungen und verminderte Haltbarkeit.

Die Sorte zeigt sich übrigens sehr wenig anfällig für Marssonina, im Gegensatz zu vielen anderen alten und neuen Sorten - Gott sei Dank, sonst könnte ich den Hochstanm gleich roden! Hier der Zustand des Hochstamms am heutigen Tage:

« Letzte Änderung: 26. Oktober 2017, 22:21:18 von b-hoernchen »
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thuja thujon

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #76 am: 26. Oktober 2017, 22:31:00 »

Das deckt sich soweit mit meinen anderen Erfahrungen von Früchten alter Sorten auf Unterlage M9: Reifeverfrühung, physiologische Störungen und verminderte Haltbarkeit.
Reifeverfrühung sehe ich auch so, M9 schließt einfach früher im Jahr ab mit dem Wachstum. Deswegen auch süßer usw, weil die Früchte physiologisch älter sind als die vom Hochstamm.

Bei Glasikeit kann das Wetter schuld sein. Oft ists aber der Gärtner mit Schnitt, Stickstoffdüngung, Kaliversorgung und Bewässerung. M9er-Krücken sind einfach anspruchsvoller, verzeihen nicht viele Fehler oder Widrigkeiten. Da reichen manchmal 3 Tage Unachtsamkeit.
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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #77 am: 17. November 2017, 15:32:23 »

Mir ist gerade aufgefallen, ich hab den Artikel wohl noch nicht verlinkt:
Mit Wissen über Aufnahme und Transport von Calcium zu robusteren Früchten
Es werden dort auch einige Anregungen zur Kulturführung gegeben.
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b-hoernchen

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #78 am: 17. November 2017, 20:59:17 »

Interessanter Artikel, tt!
Auch wenn Sachen wie Wurzelschnitt wohl kaum etwas für den Hobbygärtner sein dürften, der einfach "problemlos gutes Obst" haben will.
Da ist schon Blattdüngung eigentlich zu viel verlangt.

Erstaunt hat mich die Aussage, dass Früchte von Bäumen auf Unterlagen der MM-Serie einen geringeren Calciumgehalt (Konzentration oder Stoffmenge pro Frucht?) aufweisen als solche auf M9. Ich hätte nach meinen ersten Erfahrungen von Früchten auf MM111 gegenüber auf M9 das Gegenteil erwartet, das Fruchtfleisch der ersteren kam mir fester, knackiger vor.

Ich finde leider nicht mehr, wo ich von einer angeblichen Calciumaufnahmeschwäche auf M4 gelesen habe - oder täusche ich mich da?
Wer weiß dazu bitte etwas?
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thuja thujon

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #79 am: 18. November 2017, 09:15:49 »

Ja, wertvolle Infos. Wurzelschnitt geht mit Spaten, Blattdüngung bzw Calcium-Fruchtspritzungen mit aufgelöstem Salz der Luftfeuchtetrockner für Gartenlauben, Keller, Autos usw. Als Netzmittel etwas Schmierseife dazu. Das schöne ist, man kanns als Hobbygärtner machen wenn man will, an Spritzmittel zum Frucht ausdünnen und Triebwachstum beruhigen kommt man dagen nicht ran. Wenn sich also 0,1% der Hobbyobstbauer finden, die sich intensiver um ihr Obst kümmern wollen, steht dem nicht immer was im Wege.

Der Artikel sagt im wesentlichen auch, dass der Calciumgehalt und die Fruchtqualität maßgeblich von der Wuchsstärke abhängt. Wenn ich mir so die meisten Obstgehölze angucke, die es vom Besitzer im Winter mit der Säge `mal so wieder richtig gezeigt´ bekommen haben, dazu noch ordentlich Kompost oder Mist und Blaukorn und keine Ahnung was alles was man noch zu gut meinen kann, dann Wasser, die immer wärmeren Frühjahre, die auch für zuviel Wuchs sorgen, es wird nicht einfacher. Man muss es aber erstmal wissen.

Jedenfalls ist der Schnitttermin rund 10-12 Wochen nach der Blüte als Wuchsbremse und damit als Fruchtverbesserungsmaßnahme ernst zu nehmen. Schneiden im August ist dagegen fast bedeutungslos. Ausdünnen schon kurz nach der Blüte, das machen auch die wenigsten.

Bei mit Frucht überlasteten Krücken die nicht gewachsen sind, eine Harnstoffspritzung kurz vor Laubfall, um die Reserven für den Wiederaustrieb und Blüte aufzufüllen.
Düngung auf basischen böden mit schwefelsaurem Ammoniak Anfang März, in kälteren lagen auch Ende März, im April/Mai auf keinen Fall Stickstoff auf humosem Boden.
Es gibt so viel was man über Äpfel im Hobbygarten immer wieder nachlesen kann. Guckt man sich aber die Pflege bei den Profis an, ist das eine ganz andere Welt.

Calciumaufnahme- oder Transportprobleme bei M4, mir fällt da aktuell kein Artikel ein. Kann mich aber an Berichte erinnern mit unterschiedlichen Nährstoffaufnahmevermögen der einzelnen Unterlagen. Soweit ich mich erinnere, war da M9 nie richtig schlecht. Nun gibts aber auch ein paar verschiedene M9-Äquivalente wie T337 und Fleuren 56.
Die Berichte von Berger handeln immer wieder von Calciumproblemen, sind aber mit äußerster Vorsicht zu lesen und immer wieder zu hinterfragen.
Google mal nach Blattdesinfektion mit Löschkalk Methode Berger.
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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #80 am: 27. November 2017, 14:38:48 »

Ich zitiere mal aus Hermann Links „Ertragssteigerung im Obstbau“..auf Seite 76 heißt es: „wie kommt es, dass ältere Berater und Praktiker gelegentlich fragen, warum bestimmte Apfelsorten, z.B. Berlepsch, Cox Orange, Goldparmäne, Gravensteiner, auf gut gepflegten Hochstämmen einst so schöne, gut schmeckende Früchte brachten, ganz im Gegensatz zu Bäumen der gleichen Sorten in modernen Engpflanzungen? Oder: waren in früherer Zeit physiologische Störungen wie Fleischbräune, Schalenbräune und Stippigkeit zwar bekannt aber weniger bedeutend als heute, ja hatten möglicherweise sogar Seltenheitswert, während derzeit immer wieder einmal eine neue physiologische Störung auftaucht?“..wieder eine Stimme, die bestätigt, dass alte Sorten auf M9 und dergleichen wohl nichts taugt..
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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #81 am: 27. November 2017, 15:39:32 »

Es ist sicher kein Zufall, dass moderne Tafelobstplantagen in Gegenden mit mildem Klima und nahrhaften Böden liegen. Für eisige Winter, Höhenlagen und steinige Böden sind die ganz schwachen Wurzelunterlagen einfach ungeeignet.
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thuja thujon

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #82 am: 27. November 2017, 19:18:32 »

Ja, und widrige Wetterbedinungen bzw Stress bei Pflanzen führt zur verstärkten Bildung von Sekundärmetaboliten, manche davon haben Aromacharakter.

Ich mags trotzdem nicht wenn verallgemeinert wird. Es sind nicht die alten Sorten, die auf M9 nicht mehr schmecken oder es sind nicht die alten Sorten, die von Allergikern vertragen werden. Manche davon, das mag sein. Alle aber defintiv nicht.

Ansonsten ist der Geschmack das Produkt aus den Bedienungen übers Jahr. Also die Summe von Wetter, Pflege usw. Und klar, M9 braucht eine andere Pflege als ein Sämling.

Meine Pinova oder roten Berlepsch aus dem Garten schmecken aromatischer als die selben Sorten gekauft von Plantagen aus der unmittelbaren Nähe.
Aus anderen Gärten schmecken sie manchmal auch mal weniger aromatisch.
Mit Cox würde ich gerne mal den direkten Vergleich sehen, der wächst hier aber leider nicht, zu warm.

Ich glaube nicht dran, dass man alles der Unterlage in die Schuhe schieben kann, es gibt dazu zu viele Stellschrauben. Unbestritten bleibt jedoch, dass die Unterlage einen großenm Einfluss hat und entsprechende Anpassungen nötig macht.

Könnte man Geschmack nicht viel eher mit dem Längenwachstum eines Jahrestriebes in Verbindung bringen?
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b-hoernchen

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Re: "Alte" Sorten auf schwachen Füßen
« Antwort #83 am: 28. November 2017, 17:39:48 »

Geschmack der Äpfel auf M9-Unterlage ist gar nicht mal das Hauptproblem.
Ich sehe das Problem eher in den physiologischen Störungen, der verfrühten Reife und verminderten Lagerbarkeit.
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